„Damals in Dresden…“ – Erinnerungen an die erfolgreiche Aufstiegsrunde beim HC Elbflorenz

Gute Erinnerungen verbindet Handball-Drittligist VfL Eintracht Hagen mit der Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga, die am Samstag zum zweiten Mal innerhalb von drei Jahren für die Grün-Gelben auf dem Programm. Während die Grün-Gelben jedoch bei der ersten Teilnahme bis nach Dresden reisen mussten – Gastgeber war vor zwei Jahren der HC Elbflorenz, der diesmal als Meister der Ost-Staffel direkt in Deutschlands zweithöchste Spielklasse aufgestiegen ist – haben sie diesmal sogar Heimrecht.

Vor dem Saisonfinale dieser Spielzeit blicken wir noch einmal auf die Ereignisse am 23. Mai 2015 zurück: In der Energieverbund-Arena in Dresden traten damals Hagen, Elbflorenz und die HF Springe in einem Dreier-Turnier im Modus Jeder-gegen-Jeden an, um zwei freie Plätze in der 2. Bundesliga auszuspielen. Nachdem die Gastgeber in der ersten Begegnung Springe mit 19:25 unterlagen, hatte die Eintracht somit bereits im ersten Spiel gegen Elbflorenz einen Matchball, den sie denkbar knapp nutzte. Nach einem guten Start der Hagener kam Elbflorenz immer besser ins Spiel und glich ein ums andere Mal aus. Beim Stand von 26:26 war es Marius Kraus vorbehalten, mit seinem fünften Treffer erneut vorzulegen, ehe der für den verletzten Tobias Mahncke reaktivierte Torhüter Almantas Savonis den letzten Wurf des „glockenfreien“ Rechtsaußen Lars Bastian entschärfte – und damit einen Jubelsturm auslöste, der erst am folgenden Tag in Hagen endete. Für die Statistiker sei noch erwähnt, dass die bedeutungslose dritte Partie zwischen Hagen und Springe schiedlich, friedlich 40:40 endete.

Folgendes berichteten drei Beteiligte – ohne Zeit zum Nachdenken – im Anschluss an den Satzbeginn „Damals in Dresden…“ über die Gefühlslage bei dem Turnier:

Kreisläufer Julian Renninger ist mittlerweile Dienstältester Spieler im Kader des VfL Eintracht Hagen – und möchte am Samstag zum zweiten Mal mit seinen Farben den Aufstieg in die 2. Bundesliga feiern. (Foto: Michael Kleinrensing)

Kreisläufer Julian Renninger, mittlerweile dienstältester Spieler in Reihen der Grün-Gelben, war bereits beim damaligen Aufstieg einer der Leistungsträger: „Die Anspannung im Vorfeld war unglaublich, weil es um einen einzigen Sieg ging. Dazu wollten wir Spaß im und am Spiel haben, was uns ganz gut gelungen ist – glaube ich, denn Insgesamt sind die Erinnerungen sehr verschwommen, was sicherlich dem Druck geschuldet ist, der dann von einem abfällt.“

So begleiteten die Hagener Fans, wie Geschäftsstellenleiterin Kirsten Müller (links) ihre Farben in Dresden. (Foto: Kirsten Müller)

Geschäftsstellenleiterin Kirsten Müller war als Fan in Dresden mittendrin: „Das war einfach nur genial, einfach nur schön. Da hat sich die Arbeit im Vorfeld gelohnt, der ganze Stress war vergessen. Wir haben nur noch Spaß gehabt. Wir sind damals mit einer Gruppe schon einen Tag eher angereist, haben die zusätzliche Zeit in Dresden sehr genossen. Am zweiten Tag kamen noch der Fanbus und einige weitere Fans dazu. Das waren bestimmt 150 Fans aus Hagen. Wir hatten grüne und gelbe Perücken auf und die Stimmung war wirklich fantastisch. Das sollte jeder mitgemacht haben.“

Ein „Wechselbad der Gefühle“ wie in Dresden möchte Sportdirektor Michael Stock bei dieser Aufstiegsrelegation nur ungern noch einmal erleben – bei gleichem Ausgang wäre aber selbst dies egal. (Foto: Michael Kleinrensing)

Sportdirektor Michael Stock: „Es war ein Wechselbad der Gefühle – mit einem positiven Ausgang für uns. Nachdem wir eigentlich im Spiel gegen Elbflorenz wie der sichere Sieger aussahen, ist es noch einmal enger geworden, als uns lieb war. Dass dann ausgerechnet der reaktivierte Almantas Savonis im Tor und Urgestein Marius Kraus die entscheidenden Big Points gesetzt haben, war umso schöner. Ich kann nur jedem empfehlen ein solches Szenario einmal miterlebt zu haben.“

Einer der Publikumslieblinge in seiner Zeit beim VfL Eintracht Hagen, Matthias Aschenbroich, drückt seinem Ex-Klub beide Daumen.. (Foto: Sebastian Mühleis)

Linkshänder Matthias Aschenbroich war in seiner Hagener Zeit einer der Publikumslieblinge und fünf Mal gegen Elbflorenz erfolgreich: „Das war eine geile Sache. Das kann man fast schon so stehen lassen. Es ist ein Feuerwerk der Gefühle, wenn man nach dem ersten Spiel aufsteigt und danach in dem zweiten Spiel denken kann: ‚Egal, wir sind aufgestiegen.’“

So feierte der damalige Aufsteiger VfL Eintracht Hagen nach der Spielzeit 2014/15 beim Relegationsturnier beim HC Elbflorenz das Erreichen der 2. Bundesliga. Auf ähnliche Szenen hoffen die Grün-Gelben am kommenden Samstag in der heimischen Enervie Arena. (Foto: Kirsten Müller)

Bezüglich einer Prognose tut sich der Rückraum-Hüne, der just selbst mit der HSG Bergische Panther die Rückkehr in die 3. Liga dingfest machte, schwer – auch wenn er seinem Ex-Klub die Daumen drückt: „Eine Einschätzung ist schwierig. Ich höre von vielen Kollegen aus der Szene, auch aus dem Norden, dass Hagen kompletter Favorit ist. Theoretisch sehe ich Hildesheim und meinen ehemaligen Verein vorne, aber es wird sehr viel auf die Tagesform ankommen, der Eintracht hat etwas die Konstanz gefehlt. An einem guten Tag ist diese Mannschaft in der Lage, jeden Gegner zu schlagen.“

Einen kleinen Vorteil – neben dem großen Plus des Heimrechts – hat indes Renninger an anderer Stelle ausgemacht: „Mehr als die Hälfte der Mannschaft hat bereits Relegation gespielt. Das könnte ein kleiner Vorteil sein. Die Jungs wissen, was an so einem Tag passiert, was wichtig ist innerhalb der Mannschaft.“

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