VfL-Handballer absolvieren erfolgreich ihre medizinischen Voruntersuchungen

„Auf Herz und Nieren prüfen“ lautet eine bekannte Redewendung im Volksmund – für die Zweitliga-Handballer des VfL Eintracht Hagen stehen genau diese Untersuchungen aktuell auf dem Programm. In Dreier-Gruppen stellen sich die Grün-Gelben seit einigen Tagen in der Praxis für Kardiologie und Sportmedizin von Prof. Dr. Roman Leischik, Dr. Henning Littwitz, Dr. Schgofa Amirie und Thomas Cremer vor. Die Untersuchungen sind Teil der Vorgaben seitens der Handball Bundesliga (HBL) und des Deutschen Handballbundes (DHB). Ohne erfolgreichen Check erhalten die Akteure keine Spielgenehmigung mehr – eine Lehre aus dem tragischen Tod einiger Handballer im Zuge von kardiologischen Erkrankungen, etwa von Sebastian Faißt – der Junioren-Nationalspieler des TSV Bayer Dormagen brach im März 2010 bei einem Test gegen die Schweiz ohne Fremdeinwirkung zusammen und verstarb wenige Minuten später an Herzversagen.

Cheftrainer Niels Pfannenschmidt zeigte sich angesichts der positiven Untersuchungsergebnisse seiner Spieler mehr als erfreut. (Foto: Sebastian Mühleis)

„Diese Untersuchungen sind extrem wichtig, sie sind essentieller Bestandteil unserer Vorbereitung auf die kommende Spielzeit. Wir sind extrem froh, dass diese Kooperation zustande gekommen ist“, unterstreicht daher auch Trainer Niels Pfannenschmidt. Sportdirektor Michael Stock ergänzt, dass dies „im Zuge unserer Professionalisierung ein weiterer wichtiger Baustein ist. Wir sind froh, dass wir unseren Spielern dies zur Verfügung stellen können.“ Die Bewertung seitens der Praxis fiel durchweg positiv aus. „Aufgrund der Basistests können wir bereits sagen, dass die Spieler mit ihrer Fitness, Leistungsfähigkeit und kardiopulmonalen Gesundheit überzeugt haben“, unterstreicht Littwitz.

„Fit wie ein Turnschuh“ präsentierte sich beispielsweise Flügelflitzer Dragan Tubic. Der Rechtsaußen strampelt hier unter den wachsamen Augen von Dr. Henning Littwitz, um so seine Sporttauglichkeit nachzuweisen. (Foto: VfL)

Bereits seit vielen Jahren betreut die Praxis für Kardiologie und Sportmedizin Sportler vom Freizeitsport bis hin zum Profibereich, ist dabei im wissenschaftlichen Bereich eine der führenden Einrichtungen Deutschlands. So stehen eigenständige Untersuchungen und Studien bezüglich Leistungsdiagnostik und Sportgesundheit seit Jahren auf der Agenda. Die modernste technische Ausstattung an fünf Untersuchungsplätzen, speziell im Bereich der Ultraschall- und Spiroergometrie-Diagnostik, versteht sich dabei von selbst. Dank der personellen Besetzung mit vier Kardiologen/Sportmedizinern hat die Praxis zudem die Möglichkeit, kurzfristig und ohne Wartezeiten die Untersuchungen an mehreren Sportlern gleichzeitig durchführen zu können. „Unter besonderer Berücksichtigung des Immunsystems im Sinne einer nachhaltigen, langfristigen und individuellen Betreuung der Sportler bieten wir darüber hinaus das gesamte Spektrum moderner laborchemischer Diagnostik an“, erläutert Leischik.

Jeder Winkel des Körpers wird vor dem Saisonstart auf Schwachstellen untersucht, mit allen Mitteln, die die Medizin hergibt. Hier nimmt Dr. Henning Littwitz den Brustkorb von Torjäger Sebastian Schneider unter die Lupe. (Foto: VfL)

Auch perspektivisch bietet die Kooperation mit der Praxis für Kardiologie und Sportmedizin noch immenses Potenzial, nicht zuletzt aufgrund der langjährigen, internationalen Erfahrung. „In Zusammenarbeit mit Trainern, Physiotherapeuten und Sportlern können individuelle Trainingspläne zur Leistungssteigerung und Trainingsoptimierung besprochen werden“, betont Leischik, der dabei auf die neueste Generation von Software und Ausrüstung verweist: „Wir können damit Spielverhalten, Beschleunigung, Geschwindigkeiten und Herzfrequenzen der Spieler im Training und während des Spiels analysieren. Auch die aerobe, anaerobe Schwelle und die maximale Sauerstoffaufnahme können wir mit der modernsten mobilen Spiroergometrie direkt während des Trainings und unter den realen Bedingungen bestimmen.“ Eine derartige Analyse der (Basis-)Fitness, des Trainings und des Spiels dient der Schaffung bester Voraussetzungen für den Erfolg einer Mannschaft. Die Messungen und Daten ermöglichen dabei die objektive Beurteilung der Leistungsfähigkeit der Sportler, so dass das Praxisteam den Trainer mit seinen Empfehlungen unterstützen kann. „Diese weitergehenden Untersuchungen helfen enorm bei der Trainingssteuerung“, erklärt Pfannenschmidt, ehe er nochmals unterstreicht: „Im ersten Step war es wichtig, die Gesundheit unserer Spieler sicherzustellen.“

Dr. Ursula Lieder stellte den Kontakt zu der kardiologischen Praxis her – und nahm zudem die internistischen respektive allgemeinmedizinischen Untersuchungen vor. (Foto: Sebastian Mühleis)

Den ersten Teil der notwendigen Untersuchungen erledigte die bekannte medizinische Mannschaft der Grün-Gelben: Die orthopädischen Untersuchungen nahm Dr. Ralf Wünnemann im Evangelischen Krankenhaus Hagen-Haspe vor, die internistische respektive allgemeinmedizinische Begutachtung erfolgte bei Dr. Ursula Lieder. „Ihnen gilt natürlich ebenfalls unser Dank. Ursula hat netterweise auch den Kontakt zur kardiologischen Praxis hergestellt, das war natürlich ideal“, lobte Pfannenschmidt die beiden Mannschaftsärzte, die bereits seit der vergangenen Spielzeit an Bord sind.

Die orthopädischen Begutachtungen fanden im Evangelischen Krankenhaus Hagen-Haspe bei Dr. Ralf Wünnemann statt. (Foto: Sebastian Mühleis)

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