VfL Eintracht Hagen – HG Saarlouis 32:29 (13:13)

Lange Zeit war es der erwartete Krimi, am Ende durften die Handballer des VfL Eintracht Hagen in der 2. Bundesliga zum vierten Mal in dieser Spielzeit jubeln. Dank des Sieges gegen den direkten Konkurrenten HG Saarlouis schoben sich die Grün-Gelben in der Tabelle einen Platz nach vorne auf Rang 17 und rücken bis auf einen Zähler an die Saarländer heran, die auf Position 15 zwei Plätze über den Abstiegsrängen stehen. „Mir war klar, dass wir heute wieder anders auftreten und unser Heimgesicht zeigen würden“, erklärte ein spürbar erleichterter Hagener Trainer Niels Pfannenschmidt.

Warme Worte richtete Co-Trainer Pavel Prokopec nach dem Schlusspfiff in Richtung der Tribünen: „Die Fans haben uns überragend unterstützt, ihnen gilt ein riesiges Dankeschön der Mannschaft.“ (Foto: Michael Kleinrensing)

Beiden Mannschaften war die Bedeutung der Partie in der Auftaktphase deutlich anzumerken. Bis zum 3:3 ging es Hin und Her, ehe sich die Gastgeber beim 5:3 erstmals einen Zwei-Tore-Vorsprung erspielten (10.). Es folgte eine Phase, in der die Hagener fünf Minuten keinen Treffer erzielten, was die Gäste beim 5:5 zum neuerlichen Ausgleich nutzten (15.). Danach begann für die Hagener Fans eine Phase des Zitterns, immer wieder legten die Saarländer ein bis zwei Treffer vor, drohten sich weiter abzusetzen, bevor Kapitän Sebastian Schneider und Co. kurz vor der Pause ihrerseits wieder einmal in Führung gingen, ehe die HGS 14 Sekunden vor dem Seitenwechsel wieder ausglich.

Wechselbad der Gefühle

Nach dem Seitenwechsel begann der VfL furios, legte schnell drei Treffer vor (18:15, 36.). Wer beim Zwischenstand von 19:17 (39.) bei eigenem Ballbesitz dachte, dass die Eintracht den Gästen nun endgültig den Zahn ziehen würde, sollte sich aber getäuscht sehen. Nur zwei Zeigerumdrehungen später hatte die HGS den Spieß umgedreht, führte ihrerseits 21:19. „Wir haben immer noch diese Phasen im Spiel, so etwas darf uns eigentlich nicht passieren. Aber es war toll, wie die Mannschaft sich da wieder herausgekämpft hat“, resümierte Pfannenschmidt, während sein Gegenüber Philipp Kessler damit haderte, dass seine Farben es versäumten, sich während der beiden Schwächephasen der Gastgeber deutlicher abzusetzen – und damit eine Vorentscheidung herbeizuführen.

Eine überragende Vorstellung zeigte Bartosz Konitz gegen die HG Saarlouis. In der zweiten Hälfte eingewechselt, erzielte der Halblinke satte sechs Treffer und steuerte zudem einige Assists bei. (Foto: Michael Kleinrensing)

Die Schlussphase gehörte dann wieder den Hagenern, vor allem in Form von Bartosz Konitz. Der polnisch-niederländische Halblinke spielte wie aufgezogen, eine tolle Aktion jagte die nächste. Sechs Würfe, sechs Treffer, etliche Assists – eine beeindruckende Bilanz in knapp 30 Minuten Spielzeit. Im ersten Abschnitt hatte Schneider ebenfalls eine sehr starke Vorstellung gezeigt, so dass Pfannenschmidt nach dem Schlusspfiff diese Position hervorhob: „Zehn Tore, nur zwei Fehlwürfe, viele Assists – auf dieser Position haben wir heute richtig gut gespielt“, erklärte der Ostwestfale. Der viel gelobte Konitz hingegen wollte seine eigene Leistung gar nicht kommentieren: „Es zählt nur, dass wir zwei Punkte holen. Das wollen wir im kommenden Spiel auch auswärts machen.“

VfL: Mahncke, Jerkovic; Lindner, Kress, Tubic (3), Pröhl (2), Schneider (4), Fauteck (4), Renninger, Konitz (6), König (n.e.), Saborowski (n.e.), Waldhof (1), Bornemann (n.e.), Mestrum (7/1), von Boenigk (5).

HGS: P. Schulz, Jonczyk; Kreis, Leist, Kolodziej (6), Murawski (2), Weißgerber (5/1), Barkow (6), Muller (4), Müller (5), Lindskog Andersson (1), M. Schulz, Polydore, Engels, Noll.

Siebenmeter: 2/1 – 2/1 (Kress scheitert an Schulz – Weissgerber scheitert an Mahncke)

Zeitstrafen: 2 – 3 (Pröhl 2 x – Engels 2x, Polydore)

Schiedsrichter: Christoph Immel und Roland Klein.

Zuschauer: 505 in der Arena am Ischeland.

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