VfL Eintracht Hagen – Dessau-Roßlauer HV 29:30 (12:14)

Eine bittere Niederlage kassierten die Handballer des VfL Eintracht Hagen gegen den Dessau-Roßlauer HV, der seine Position in der oberen Tabellenhälfte damit weiter festigt, während die Grün-Gelben aufgrund der Ergebnisse der Konkurrenz wieder auf den letzten Tabellenplatz abgerutscht sind. Doppelt ärgerlich: Trotz einiger defensiver Mängel und individueller Fehler, die Trainer Niels Pfannenschmidt im Nachgang auch deutlich bemängelte, hatten die Hausherren alle Optionen mindestens einen Punkt einzufahren – der zugleich den Abschied von den Abstiegsrängen bedeutet hätte. „Wir machen uns das Leben immer wieder selbst schwer, haben deshalb zu viele Phasen, in denen wir uns wieder herankämpfen müssen“, bilanzierte der Ostwestfale nach dem Schlusspfiff.

Der Auftakt der Begegnung erinnerte extrem an das vorige Heimspiel gegen den TuSEM Essen. Schnell lag die Eintracht mit 0:3 und 1:4 hinten (5.), ehe die Mannen um Kapitän Sebastian Schneider besser ins Spiel fanden. Der Schlüssel für die Wende war einmal mehr der in bestechender Form aufspielende Torhüter Tobias Mahncke, der eine Glanzparade an die nächste reihte. Beim 5:5 kochte die Arena am Ischeland dann erstmals, als Dragan Tubic zum 5:5 ausglich (14.). Bis zum Pausenpfiff ging es Hin und Her, wobei es den Gastgebern nie gelang, in Führung zu gehen. Dies sollte sich auch im zweiten Abschnitt nicht ändern – was auch an insgesamt vier vergebenen Siebenmetern lag – Dessau scheiterte „nur“ zwei Mal an Mahncke.

Schlussphase hatte es in sich

Die Schlussphase hatte es dann noch mehr in sich, als es das Spiel in den Minuten zuvor ohnehin schon hatte: Hauptgegner der Gastgeber war neben dem DRHV auch die Uhr, denn jede verstrichene Sekunde setzte die Grün-Gelben weiter unter Druck. Nach dem 30:28 von Max Scheithauer 99 Sekunden vor dem Ende musste Pfannenschmidt alles auf eine Karte setzen und nahm Mahncke aus dem Kasten. Diese Maßnahme wurde belohnt, als der speziell in der Schlussviertelstunde starke Jan von Boenigk 61 Sekunden vor dem Schlusspfiff auf 29:30 verkürzte. Mit einer überragenden Parade war es – wie sollte es auch anders sein in den vergangenen Wochen – wieder einmal Mahncke, der seinen Farben noch die Chance auf einen Punktgewinn ermöglichte. Doch drei Sekunden vor dem Ende scheiterte von Boenigk, als er den Ball weit am Tor vorbei bugsierte.

Hagens Cheftrainer Niels Pfannenschmidt war mit der Leistung seiner Hintermannschaft nicht zufrieden. (Foto: Michael Kleinrensing)

„Wir haben nicht zugeschlagen, als wir die Möglichkeit hatten, auszugleichen oder in Führung zu gehen. Mit der Angriffsleistung bin ich trotzdem zufrieden, da wir gute taktische Lösungen gefunden haben, mit der Abwehr indes nicht. Es ist ein bisschen ärgerlich, mit ein paar Prozentpunkten mehr, hätten wir das Spiel gewinnen können“, resümierte Pfannenschmidt.

Pfannenschmidt: Bornemann wird uns helfen

Angesprochen auf Neuzugang Andreas Bornemann, der bei seinem ersten Einsatz sein Potenzial andeutete und willkommene Entlastung für Jan von Boenigk lieferte, gab Pfannenschmidt folgendes zu Protokoll: „Wir sind erst einmal froh, dass wir ihn bekommen konnten. Er wird uns helfen, ist ein guter junger Spieler, der gut zu Jan von Boenigk passt. Das hat uns zuletzt gefehlt, heute dann direkt gut geklappt. Jan war so am Ende des Spiels präsent, hatte genug Kraft um Akzente zu setzen.“

Vor dem Spiel und auch beim Anpfiff ging es in der Arena am Ischeland sehr emotional zu: Zunächst überreichte der erste Vorsitzende Detlef Spruth einer Delegation des HV Sundern einen Spendenscheck für Fabian Just. Der Spieler des Nachbarn war bekanntlich im Urlaub verunglückt und ist seitdem querschnittsgelähmt, während der Länderspielpause waren die Grün-Gelben daher bereits zu einem Benefizspiel angetreten. Nach dem Anpfiff der Partie folgte dann direkt wieder ein Abpfiff, um mit einer Gedenkminute die Anteilnahme am viel zu frühen Dahinscheiden von Matthias Grothe zu nehmen. Der Trainer der Basketballer von Phoenix Hagen war am 31. Oktober verstorben.

VfL: Mahncke (15/2 Paraden), Jerkovic (n.e.); Lindner (n.e.), Kress (5), Tubic (3), Pröhl (2), Schneider (4), Fauteck, Renninger (2), Konitz (3), König (n.e.), Saborowski (1), Waldhof (1), Bornemann (1), Mestrum (3/1), von Boenigk (4).

DHRV: Ambrosius (11/2 Paraden), Döhler (4/1 Paraden); Pavlicek (3/1), Vanco (1), Sohmann (5/1), Pfeiffer, Hanisch (4), Wasielewski (2), Schmidt, Honicke (2/1), Stryc, Zimmermann (4), Zahradnicek (6), Scheithauer (3).

Siebenmeter: 5/1 – 5/3 (Sohmann und Pavlicek scheitern an Mahncke, Tubic scheitert 2x an Ambrosius, Kress scheitert an Döhler und neben das Tor).

Zeitstrafen: 4 – 3 (Pröhl 2x, Renninger, Waldhof – Zimmermann 2x, Hanisch).

Schiedsrichter: Julian Fedtke und Niels Wienrich.

Zuschauer: 800 in der Arena am Ischeland.

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