Vorschau: HSC 2000 Coburg – VfL Eintracht Hagen (Samstag, 19.30 Uhr, HUK-Coburg Arena)

Es ist schon kurios: Bei der Bewertung der Leistungsstärke der 2. Handball-Bundesliga verweisen Experten wie Fans immer wieder darauf, dass es in der Regel eine Spitzengruppe mit sieben bis acht Teams gibt – und dahinter der Abstiegskampf beginnt. Für den VfL Eintracht Hagen folgt nun mit dem Gastspiel beim HSC 2000 Coburg das siebte Spiel – die vorherigen Gegner der Grün-Gelben belegen im aktuellen Klassement die ersten sechs Plätze. Die Oberfranken belegen derzeit zwar „nur“ Platz acht, weisen aber ein Spiel weniger auf, als das Gros der Konkurrenz. Ein weiteres Kuriosum, tragen sie ihre Begegnung des sechsten Spieltages gegen den TuSEM Essen nach der Partie gegen die Hagener aus, am Tag der Deutschen Einheit. Hätte der HSC die Begegnung im Vorfeld erfolgreich beendet, so würde dies Platz sechs bedeuten – ein zusätzlicher Beleg für das knüppelharte Auftaktprogramm der Eintracht, das mit Coburg dann auch alle Erstliga-Absteiger beinhaltete.

Trainer Niels Pfannenschmidt verlangt einen besseren Auftritt seiner Farben als gegen Bietigheim. (Foto: Michael Kleinrensing)

„Das Spiel ist das nächste sportliche Highlight, der nächste richtig gute Gegner“, resümiert Trainer Niels Pfannenschmidt, der sich von dem etwas schleppenden Einstieg in die Saison mit einer Niederlage beim VfB Lübeck-Schwartau und einem Remis beim Wilhelmshavener HV nicht blenden lässt: „Sie sind so langsam in der Saison angekommen, und das phänomenal und beeindruckend. Sie stellen eine sehr, sehr starke Abwehr, haben zudem einen großen, sehr ausgeglichen und stark besetzten Kader, zu dem nach und nach auch die Verletzten zurückkehren.“ Beeindruckt zeigt sich der Ostwestfale auch von dem Drumherum, verweist auf eine hervorragende Stimmung und ein professionelles Umfeld. „Es macht Spaß, dort gegen diesen Gegner Handball zu spielen. Darauf setze ich auch etwas, dass wir die Stimmung mitnehmen können“, erklärt Pfannenschmidt.

Gegenstöße unterbinden

Die Zielsetzung in Coburg ist indes eindeutig, losgelöst vom Spielausgang: „Ich verlange, dass wir ein anderes Gesicht zeigen, dass wir uns so präsentieren, wie in Schwartau – und nicht wie gegen Bietigheim“, betont Pfannenschmidt. Chancenlos sieht er seine Farben ohnehin nicht, trotz der Niederlage gegen Bietigheim. „Ich glaube immer an einen Sieg. Bietigheim war zwar ein Rückschritt, aber wir blicken jetzt nach vorne. Ich will einfach, dass sich jeder Spieler maximal reinhaut. Taktisch werden wir uns auch etwas überlegen – und dann schauen wir mal, wie wir die Aufgabe erledigen können“, berichtet der Trainer.

Als „echte Waffe“ bezeichnet Pfannenschmidt den besten Coburger Torschützen Florian Billek, der gemeinsam mit Eintracht-Flügelflitzer Dragan Tubic in Balingen am Ball war und noch heute einer der besten Freunde des Serben ist. Billek steht stellvertretend für das starke Gegenstoß-Spiel der Coburger, die aus einer massiven 6:0-Abwehr mit Jan Kulhanek dahinter immer wieder dieses Mittel zum Erfolg suchen. „Das müssen wir beachten. Unser Rückzugsverhalten muss besser sein als zuletzt, zudem brauchen wir gute Abschlüsse“, unterstreicht Pfannenschmidt.

Es besteht große Hoffnung im Lager der Grün-Gelben, dass Kapitän Sebastian Schneider beim HSC 2000 Coburg wieder auflaufen kann. (Foto: Michael Kleinrensing)

Hinsichtlich des verfügbaren Personals ist Pfannenschmidt derzeit nicht zu beneiden: Der Ausfall von Jan-Lars Gaubatz für den Rest der Spielzeit hat den Profi-Kader auf 15 Spieler reduziert. Außerdem ist der Einsatz zwei weiterer Rückraumspieler sehr fraglich. Spielmacher Jannis Fauteck ist nach Auskunft des Trainers in Coburg nach seiner Wadenverletzung „wahrscheinlich noch kein Thema“, bei Kapitän Sebastian Schneider hat der Ostwestfale nach dessen Knöchelverletzung indes „große Hoffnung, dass er wieder dabei ist.“

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