Vorschau: VfL Eintracht Hagen – HSG Nord HU (Samstag, 16.30 Uhr)

Mit dem Anpfiff am Samstag beginnt für die beiden Handball-Drittligisten VfL Eintracht Hagen und HSG Nord HU in der Aufstiegsrelegation zur 2. Bundesliga das jeweilige Spiel der Spiele. Die gesamte Spielzeit der beiden Zweitplatzierten in der West- und Nord-Staffel samt des Zieles Wiederaufstieg in Deutschlands zweithöchste Spielklasse, unzählige Trainingseinheiten, 1800 Minuten Spielzeit in der regulären Saison, verletzte Spieler, Trainerwechsel und vieles mehr – alles komprimiert auf 60 Minuten. Der Sieger wird für eine tolle Saison belohnt, dem Verlierer bleibt nur das Hoffen auf einen Erfolg im Spiel um Platz drei bei einem gleichzeitig nachträglich freiwerdenden Platz eine Liga höher.

Die Ausgangslage ist dabei für die Trainer Niels Pfannenschmidt vom gastgebenden VfL und Olaf Knüppel – der Geschäftsführer der Nordlichter hat das Amt auf Interimsbasis inne – eindeutig: „Es werden Kleinigkeiten entscheiden, etwa die Tagesform und wer seine Nerven besser im Griff hat“, erklärt das Duo unisono. „Diese Punkte sind für mich sogar so entscheidend, dass ich mir von einem Unentschieden bis zu einem Zehn-Tore-Sieg für eine Seite alles vorstellen kann, auch wenn ich beide Teams an einem guten Tag vollkommen auf Augenhöhe sehe, obwohl sie sicherlich unterschiedliche Stärken und Schwächen haben“, geht Knüppel gar noch einen Schritt weiter. Wegen des Heimvorteils schiebt der HSG-Trainer allerdings die Favoritenrolle an die Grün-Gelben weiter. „Das würde ich an seiner Stelle ganz genauso machen“, erklärt Pfannenschmidt schmunzelnd. Davon blenden lassen werden sich aber weder der Trainer noch seine Akteure.

Eintracht-Trainer Niels Pfannenschmidt weiß um die Qualität der Gäste – daher lässt er sich von der Weitergabe der Favoritenrolle nicht beeindrucken.. (Foto: Axel Meyrich)

„Wir wissen, dass wir auf einen sehr starken, extrem eingespielten und erfahrenen Gegner mit vielen ehemaligen Bundesligaspielern treffen“, unterstreicht der Ostwestfale. Gerade deshalb wird Pfannenschmidt nicht müde, die Bedeutung der Hagener Fans zu unterstreichen. „Wir haben gegen Longerich einmal mehr gesehen, was möglich ist, wenn uns das Publikum so super unterstützt. Das brauchen wir auch am Samstag, daher kann ich nur jeden Hagener Sportfan bitten am Samstag in die Halle zu kommen und uns nach Kräften zu unterstützen“, betont der 43-Jährige die Bedeutung des eigenen Anhangs. Schließlich ist zu erwarten, dass sich die Enervie Arena bei dem Turnier in einen Hexenkessel verwandeln wird. Rund 200 Anhänger reisen aus Hildesheim an, von Süd-Teilnehmer TSB Heilbronn-Horkheim haben sich weitere 100 Fans angekündigt, die Reise aus Schleswig-Holstein nehmen mindestens 50 Schlachtenbummler auf sich. Hinzu kommen eben die Fans aus Hagen, die sich bisher regelrecht auf die Tickets gestürzt haben. Speziell bei der erhofften Unterstützung der Fans sieht Pfannenschmidt „gute Chancen, die Partie zu gewinnen“, während Knüppel sich kampfeslustig gibt: „Wir haben eine Chance. Also fahren wir nach Hagen, um zu gewinnen.“

Knüppel erwartet einen „heißen“ Tag in der Enervie Arena

Während Pfannenschmidt „keine Kraft für Gedanken über den Modus verschwenden möchte“, da „wir uns das als Erster hätten ersparen können“, hatte Knüppel im Vorfeld einige Kritik an der Form der Aufstiegsrelegation geäußert, die er nun aber relativiert. „Dass beide Mannschaften so eng beieinander liegen, wir aber nun auswärts bei dieser Distanz ran müssen, ist für mich ein Grund mehr zu sagen, dass der Modus fragwürdig ist. Aber es ist jetzt so, wie es ist, wir hätten uns eher beschweren müssen“, erklärt Knüppel. Generell erwarten beide Trainer „ein spannendes Spiel“, Knüppel gar einen „ganz heißen Tag in der Enervie Arena. Auch in dem anderen Spiel wird es sicherlich packend. Es geht für alle Mannschaften einfach um so viel.“ Auch bei der Vorbereitung sind sich beide Vorsteher ihrer Mannschaften einig: So akribisch wie möglich jede noch so kleine Schwachstelle beim Gegner ausmachen lautet die Devise.

Die Formkurve von Spielmacher Jannis Fauteck zeigte im letzten Drittel der Saison deutlich nach oben. Gegen den Neusser HV zeigte er gar eine herausragende Leistung. (Foto: Michael Kleinrensing)

Beim Personal kann Pfannenschmidt voraussichtlich aus dem Vollen schöpfen. Abgesehen von kleineren Blessuren – Normalität in dieser Phase der Saison – erfreuen sich alle Akteure bester Gesundheit. Auch die beiden Routiniers Marius Kraus und Björn Minzlaff werden wieder mit an Bord sein und geben dem Trainer weitere taktische Möglichkeiten. Ähnlich sieht es bei den Nordlichtern aus. Zwar laboriert Torjäger Tim Völzke immer noch an einer Leistenverletzung, „aber bei so einer Veranstaltung setzt niemand freiwillig aus“, so Knüppel.

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