Vorschau – Doppelspieltag

Der knüppelharte Spielplan der 2. Bundesliga bietet den Handballern des VfL Eintracht Hagen kaum eine Möglichkeit durchzuschnaufen – so auch an diesem Wochenende, wenn im Rahmen eines der vier Doppelspieltage (die beiden letzten Doppelspieltage folgen im Februar und April 2018) gleich zwei Spiele anstehen. Zunächst treffen die Grün-Gelben morgen auf den Tabellen-Siebten ASV Hamm-Westfalen (14:8 Punkte), ehe es zum zweiten Sonntagsheimspiel in Serie kommt. Gegner ist dann Mit-Aufsteiger Eintracht Hildesheim, aktuell Tabellen-15. (6:16 Punkte), der gemeinsam mit den Hagenern in der Arena am Ischeland die Rückkehr in Deutschlands zweithöchste Spielklasse feierte.

 

ASV Hamm-Westfalen – VfL Eintracht Hagen (Freitag, 19.15 Uhr, Westpress Arena)

Als klarer Außenseiter geht die Eintracht in das Lokalduell mit dem ASV, wobei der Motor des Nachbarn nach einem erfolgversprechenden Start mit vier Siegen in Serie erst einmal ins Stottern geriet. Drei aufeinanderfolgenden Niederlagen ließen die Hammer einen Sieg und die überraschende Niederlage gegen den HC Rhein Vikings folgen, ehe sie zuletzt mit deutlichen Siegen gegen die Erstliga-Absteiger HBW Balingen-Weilstetten und HSC 2000 Coburg wieder in die Erfolgsspur fanden. „Hamm hat es nicht geschafft, den ersten Aufwind zu nutzen, die Leistung konstant zu halten. Sie haben ähnliche Wellentäler durchlebt wie wir, sind jetzt nach den Siegen gegen Balingen und Coburg allerdings wieder im Aufwind, haben nach der Niederlage gegen die Vikings beeindruckend nachgelegt“, analysiert Hagens Trainer Niels Pfannenschmidt.

„Warum sollen wir nicht in Hamm gewinnen?“, fragt Hagens Trainer Niels Pfannenschmidt. Der Ostwestfale ist zuversichtlich, dass seine Farben am Wochenende punkten. (Foto: Michael Kleinrensing)

Die vorherigen Siege bedeuten für die Gastgeber indes auch einen gewissen Druck. „Bei ihrem Anspruch, vorne mitspielen zu wollen, müssen sie nachlegen und gegen den Tabellen-Letzten gewinnen“, weiß Pfannenschmidt. Doch auch die Hagener verspüren trotz der Außenseiterrolle nach der verpassten Gelegenheit auf zwei Big Points im Heimspiel gegen den Dessau-Roßlauer HV 06 „ebenfalls irgendwie Druck – denn wir wollen uns die zwei verlorenen Punkte wiederholen“, so der Trainer. „So hat jede Mannschaft auf eine andere Weise für sich Druck. Das ist eine ganz besondere Konstellation. Da gilt es abzuwarten, wer mit der Situation besser umgeht – und wer es schafft, sein Spiel durchzudrücken“, betont der A-Lizenz-Inhaber.

Nicht ins offene Messer laufen

Dennoch ist eines für Pfannenschmidt ganz klar: „Wir müssen jetzt liefern – und warum sollte uns das nicht in Hamm gelingen. Wir dürfen nur nicht ins offene Messer laufen“, erläutert Pfannenschmidt mit Verweis auf das starke Tempospiel der Gastgeber. Neben der ersten und zweiten Welle sind die großen Pluspunkte des ASV Felix Storbeck im Tor sowie das Zusammenspiel von Spielmacher Björn Zinthel mit Kreisläufer Jan Brosch. „Das ist schon eine gute Mannschaft. Ich sehe sie hinter den großen Dreien, sie sind nach dem personellen Umbruch nun eingespielt, das ist auch ein Faktor“, bilanziert Pfannenschmidt.

Reise in die Vergangenheit

Für Pfannenschmidt bedeutet die Begegnung zudem eine Reise in die Vergangenheit. Bis zum vergangenen Februar saß der 43-Jährige noch beim ASV auf der Bank, ehe er zu den Grün-Gelben wechselte. „Ich würde lügen, wenn ich sage, dass es für mich ein Spiel wie jedes andere ist. Dort habe ich viele nette Leute kennengelernt, noch viele Kontakte“, berichtet der Ostwestfale, für den die persönliche Verbindung aber nicht relevant ist: „Das ist sportlich ja nicht relevant. Viel interessanter ist der Derby-Charakter, das spielt in die Rivalität mit rein.“

Alle Mann an Bord

Die personelle Situation macht Pfannenschmidt Hoffnung – so sind alle Akteure erstmals seit Wochen fit an Bord. „Es ist gut und extrem wichtig, dass in dieser Phase alle dabei sind“, unterstreicht der Übungsleiter – auch mit Verweis auf die kommenden Gegner, schließlich haben die Hagener nach dem Spiel gegen Hamm die Partien gegen die Teams auf den Plätzen eins bis acht erst einmal hinter sich.

 

VfL Eintracht Hagen – Eintracht Hildesheim (Sonntag, 17 Uhr, Arena am Ischeland)

Zwei Tage später geht es dann vor heimischer Kulisse gegen die Eintracht aus Hildesheim. Nach fünf Punkten aus den ersten vier Spielen der Saison erlebten die Niedersachsen seither eine echte Durststrecke, sicherten sich einzig bei ihrem Gastspiel bei TuSEM Essen einen Punkt – in letzter Sekunde. „Es steht enorm viel auf dem Spiel für beide Mannschaften. Aber wir spielen zuhause. Wir müssen, wollen und werden das Spiel gewinnen“, betont Pfannenschmidt kämpferisch. Damit dieses Vorhaben gelingt, gilt es vor allem, Savvas Savvas in den Griff zu bekommen. Der Halblinke, aktuell Torschützenkönig der Liga, hat ebenfalls eine gemeinsame Vergangenheit mit Pfannenschmidt. „Ich habe ihn damals nach Hamm geholt. Leider ist er dort wegen unheimlichem Verletzungspech nie richtig angekommen“, erinnert sich der 43-Jährige. Neben dem „Alleinunterhalter“ im linken Rückraum sind Kreisläufer Nikolaos Tzoufras und Spielmacher Simon John hervorzuheben. „Dieses Dreieck müssen wir in den Griff bekommen“, sagt der Ostwestfale. Dafür muss die Defensive der Hagener aber wieder besser stehen als zuletzt gegen Dessau – doch hier hat der Trainer den Hebel bereits angesetzt: „Wir haben das intensiv aufgearbeitet und besprochen. Wir werden uns anders präsentieren.“

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