Bei den Grün-Gelben endet eine erfolgreiche Ära: Jörg Brodowski legt sein Amt als Geschäftsführer nach mehr als 18 Jahren nieder

Eine Ära endet beim VfL Eintracht Hagen in den kommenden Tagen, wenn Jörg Brodowski seine Tätigkeit als Geschäftsführer der Handball-Management GmbH niederlegt. Anfang 2000 stieß der Finanzexperte zu den Grün-Gelben und wurde – auch wegen seines Handballsachverstandes – mit offenen Armen empfangen. Schnell gelang es dem heute 69-Jährigen bei Gönnern und Sponsoren ein Vertrauensverhältnis aufzubauen, an dem die Eintracht noch heute partizipiert. Am 1. Juli 2005 gründete er im Zuge der Professionalisierung als geschäftsführender Gesellschafter die Handball-Management GmbH, die seitdem die Geschicke der ersten Mannschaft lenkt.

Das sagt Jörg Brodowski:

In Anlehnung an den ehemaligen Schalker Trainer Huub Stevens habe ich immer gesagt: Die Null muss stehen. Das bedeutete im Umkehrschluss, dass wir nie mehr Geld ausgegeben haben, als uns zur Verfügung stand. Das hatte immer höchste Priorität. Nachdem wir uns in der Spitzengruppe der 3. Liga etabliert hatten, war die Zielsetzung klar: Aufstieg in die 2. Bundesliga. Als wir das geschafft haben, sagte ich mir: Komm, Du machst noch ein Jahr, zumal die Anforderungen der HBL für uns alle Neuland waren. Leider sind wir direkt wieder abgestiegen – und so wollte ich mich nicht verabschieden. Im Jahr danach sind wir wieder in die 2. Bundesliga zurückgekehrt – und ich habe mir wieder gesagt: Ein Jahr machst Du noch. Jetzt, nach dem gelungenen Klassenerhalt, ist der Zeitpunkt gekommen, um einen Schlussstrich zu ziehen. (Schmunzelt) Sollten wir es nochmal in die 1. Bundesliga schaffen, und ich in dem Alter sein, dass ich es noch leisten kann, dann komme ich gerne noch einmal zurück. Spaß beiseite: Ich denke, dass wir in der kommenden Spielzeit eine schwere Saison vor uns haben, speziell angesichts der starken Aufsteiger. Ich möchte mich auch nochmals bei allen Personen bedanken, die den Weg gemeinsam mit mir gegangen sind.

 

Abschied nach mehr als 18 Jahren: Jörg Brodowski legt sein Amt als Geschäftsführer nieder. (Foto: Privat)

 

Das sagen Wegbegleiter:

Erster Vorsitzender Detlef Spruth: Aus Vereinssicht kann man als erster Vorsitzender nur froh und glücklich sein, dass sich über einen Zeitraum von 18 Jahren jemand um die Geschicke der GmbH gekümmert hat. Nur wenige Außenstehende können ermessen, wie viel Arbeit das war. Ich weiß, dass Jörg sich zu Zeiten der 3. Liga gewünscht hat, dass die Mannschaft den Aufstieg schafft – obwohl ihm klar war, dass damit eine erhebliche Ausweitung des Arbeitsaufwandes verbunden ist. Ich habe volles Verständnis, dass er nach 18 Jahren sagt, ich bin in einem Alter, in dem ich mehr Zeit für meine Familie brauche. Ein Loslösen in kleinen Schritten ist bei der Aufgabenstellung nicht möglich. Deshalb war es mein Bestreben, ihn für Teilbereiche weiter in der GmbH einzubinden. Ich muss aber akzeptieren, dass er komplett seine Aufgabenbereiche abgeben möchte, um Zeit für sich, seine Frau und für seine sonstigen private Themen zu haben.

Jörg gilt großer Dank für seine geleistete Arbeit, seine Verdienste, die er sich damit im Verein und für den Handballsport in Hagen erworben hat. Leider stand er für eine Verabschiedung gegen Ende der vergangenen Spielzeit nicht zur Verfügung. Wir werden dies aber, bei dem nächsten Anlass in der neuen Saison, im gebührenden Rahmen nachholen. Zudem hoffen wir, dass er uns weiterhin als Ratgeber unterstützen wird.

 

Zweiter Vorsitzender Ralf Wilke: Jörg ist ein Vetter von Carsten Fege. Als Carsten vor Jahren Geburtstag hatte, war er auch vor Ort. Bei diesem Anlass wurde er inspiriert, sich beim VfL Eintracht zu engagieren. Vorher kannte ich ihn auch nur aus dem Bus, mit dem er häufiger zu den Auswärtsspielen der ersten Mannschaft gereist war. Als ich ihn dann in einem Biergarten traf, habe ich ihn gefragt, ob er uns nicht helfen kann. Da hat er direkt „ja“ gesagt. Seitdem Jörg bei uns war, bin ich immer mit einem sehr angenehmen Gefühl in jede Saison gegangen. Er hat stets seinen Daumen auf den Finanzen gehabt, und das war gut so.

 

Sportdirektor Michael Stock: Es ist immer bedauerlich, wenn jemand, der so lange erfolgreich ein Amt inne hatte dazu entschließt, den Staffelstab zu übergeben. Ich kann Jörg aber auch verstehen. Mit der Zeit sind die Aufgaben und Anforderungen immer weiter gewachsen. Die 2. Bundesliga ist an dieser Stelle eine ganz andere Geschichte als die 3. Liga. Irgendwann ist es dann auch einfach mal zu viel.

Jörg hat eine herausragende Arbeit geleistet, die Handball-Management GmbH von den Zahlen her wirtschaftlich immer perfekt aufgestellt. Das ist ein leuchtendes Beispiel dafür, wie eine Spielbetriebsgemeinschaft wirtschaften kann. Dafür bin ich ihm sehr dankbar. Er war mir gegenüber immer extrem zuverlässig. Natürlich hatten wir schon mal unterschiedlich gestaltete Interessen (schmunzelt), schließlich möchte ein Sportdirektor immer möglichst viel investieren können. Das ist nicht immer deckungsgleich mit dem Geschäftsführer. Ich habe lange sehr gut mit Jörg zusammengearbeitet und bedauere es sehr, dass er nun ausscheidet.

 

Geschäftsstellenleiterin Kirsten Müller: Seit mehr als zehn Jahren habe ich gerne und gut mit Jörg zusammen gearbeitet – und es tut mir in der Seele weh, dass ich nicht weiter mit ihm zusammen arbeiten kann. Es hat beispielsweise unheimlich viel Spaß gemacht, gemeinsam mit ihm den VIP-Bereich aufzubauen. Ich habe unheimlich viel von Jörg gelernt – und werde sicher weiter in Kontakt mit ihm bleiben.

 

Cheftrainer Niels Pfannenschmidt: Jörg ist eine echte Institution beim VfL Eintracht Hagen und für den Handballsport in der Region. Er steht für grün-gelb. Die Zusammenarbeit mit ihm war sehr schön und angenehm, einfach toll. Wenn man an den VfL Eintracht denkt, dann fällt einem sofort Jörg Brodowski ein. Ich wünsche ihm für die Zukunft alles Gute – und hoffe, dass wir ihn weiter in der Halle begrüßen dürfen.

 

Kapitän Sebastian Schneider: Ohne Jörg wäre das gesamte Projekt vielleicht gar nicht so erfolgreich auf den Weg gekommen. Für ihn war stets das oberste Ziel, das wir vernünftig wirtschaften – dabei aber das sportliche Ziel nicht aus den Augen verlieren. Es spricht für Jörg und den Verein, dass man in all den Jahren immer eine schlagkräftige Mannschaft auf das Feld geschickt hat – und die zwei Aufstiege in die 2. Bundesliga zum Ende seiner Amtszeit sind Beleg für die tolle Arbeit. Das ist gleichzusetzen mit dem Aufstieg von dem von ihm gelegten Fundament auf das Dach. Ohne Jörg hätte dies sicher nicht funktioniert. Positiv ist zudem anzumerken, dass er ein eher ruhiger Vertreter, der stets die Ruhe bewahrt hat. Das ist nicht überall so.

 

Marketingmanager Sebastian Mühleis: Die Zusammenarbeit sowie das persönliche Verhältnis zu Jörg kann ich schlichtweg nur als überragend bezeichnen. Mit ihm verlieren wir einen absoluten Fachmann und Experten, der uns aber sicherlich noch beratend zur Seite stehen wird. Seine Verdienste für den Verein sind kaum in Worte zu fassen. Neben seinem eigenen Fachwissen war er stets bemüht, die Professionalisierung des Vereins voranzutreiben, speziell nach dem Aufstieg in die 2. Bundesliga. Persönlich hatte ich das Glück, mit Jörg schnell einen engen Vertrauten gefunden zu haben, der mich stets an seiner Expertise teilhaben ließ und mir bei allen Fragen als Ratgeber zur Seite stand.

Sag was dazu! Kommentar hinterlassen....

*

Wir danken unseren Sponsoren