#wirsindeintracht

Erlebnisbericht zum Team-Tag in der Wahner Heide von Julian Renninger!

Früh ging es am Samstagmorgen für uns los. Trainer Stefan Neff und der Sportliche Leiter Michael Stock hatten einen Team-Tag organisiert. Das Ziel bestand darin, die Mannschaft durch mehrere Aufgaben noch näher zusammen zu bringen und weiter ein Team zu formen, welches in der kommenden Saison die gesteckten Ziele realisieren soll!

Niemand aus der Mannschaft wusste, wo es hingehen würde oder was an diesem Tag auf uns zukommen wird. Es wurde lediglich im Vorfeld eine Packliste sowie die Start- und Endzeit an jeden Spieler ausgeteilt und das fröhliche Raten begann…Eins kann vorweggenommen werden: Das hatte sich so niemand auch nur im Traum ausdenken können.

Militärisches Sperrgebiet in der Wahner Heide

Start um 6 Uhr morgens

6 Uhr war Treffpunkt an der Bredelle in Hagen. Mit den zwei Eintracht Bullis sowie einem PKW ging es dann zum Zielort der Wahner Heide in Troisdorf. Die ersten Spieler staunten schon nicht schlecht, als nach einer circa einstündigen Autofahrt ein Schild vor ihnen auftauchte: „Achtung Sperrgebiet! Ab hier nur auf den ausgezeichneten Wegen und Parkplätzen bleiben!“ Zehn Minuten später kam der Eintracht Tross am vereinbarten Treffpunkt an und traf auf den Organisator des Tages! Thorsten, Anfang 40, dichter grauer Bart, kurze graue Haare und mit seinen 1,90 m und ca. 115 kg selbst inmitten unserer Handballer eine echte Erscheinung. Zu diesem Zeitpunkt wurden dann übrigens auch alle Handys eingesammelt…! Wem es noch nicht klar war, dem war spätestens nach der kurzen und knackigen Einweisung bewusst: Das wird ein langer Tag….

Zur Erwärmung

Die Mannschaft befand sich wie bereits erwähnt im militärischen Sperrgebiet. Ursprünglich war hier die Belgische Armee stationiert und nach deren Abzug im Jahr 2008, hat die Bundeswehr den Stützpunkt übernommen und angefangen große Teile des Areals wieder zu renaturieren. Es folgte der erste kleine Vorgeschmack auf das, was die Mannschaft den Tag über erwarten würde. Die erste Aufgabe bestand darin, mit der Essensration sowie zwei Kisten Wasser den Ausgangspunkt des Tages innerhalb von 15 Minuten zu erreichen. Wenn das nicht geschafft wird, gibt es kein Frühstück. Hektik begann und keine Minute später waren die Jungs, die von Physiotherapeutin Sarah Mahncke den Tag über begleitet wurden, im Wald verschwunden. Nach circa zehn Minuten war der Startpunkt erreicht und es konnte in Ruhe gefrühstückt werden. Für die Verpflegung des Tages, möchten wir uns als Mannschaft bei unserem Partner, der Bäckerei Kamm, herzlich bedanken.

Tour 1: Fünf Zielpunkte innerhalb von vier Stunden erreichen

Während des Frühstücks bat Thorsten die beiden Teamkapitäne Tobias Mahncke und Valentin Schmidt zur Einweisung. Er händigte den beiden eine Karte des Gebietes aus und erklärte die zu erledigenden Aufgaben. Innerhalb der nächsten vier Stunden sollte die Mannschaft fünf vorgegebene Punkte auf der Karte erreichen, an denen jeweils eine Aufgabe zu erledigen war. Jede fünf Minuten Verspätung bedeutete eine Essensration weniger zum Mittagessen. Dazu kamen sechs 20 Liter Kanister, gefüllt mit Wasser, die während der gesamten Zeit mitgenommen werden mussten.

20 Liter mussten stets von der Mannschaft getragen werden.

Nach einer kurzen Besprechung in der Gruppe begann das große Basteln. Das Team entschied sich dazu, mehrere Äste zu nehmen und daran die Kanister zu befestigen, so dass über die Strecke jeweils sechs Zweierteams das Wasser tragen konnten. Teilweise auf den Schultern, teilweise in den Händen, grundsätzlich aber: Je länger der Weg, desto kreativer wurden wir! Aufgrund seiner Ausbildung und Erfahrung als Jäger, entschied die Mannschaft Kim Voss-Fels zum Kartenlesen und somit zum Navigator zu bestimmen. Da wir uns auf militärischem Gelände befanden, waren in der Karte rote Zonen eingezeichnet, die nicht betreten werden durften. Hierzu hatte Thorsten auch noch einmal auf das Schild verwiesen, welches den Jungs am Anfang aufgefallen war, auf dem stand: „Nur auf den ausgewiesenen Wegen bleiben.“ In diesen roten Zonen ist es möglich, dass dort noch Blindgänger liegen, war einer der letzten Sätze von Thorsten…Okay…!

Und los ging es zur ersten Aufgabe: Es sollte eine Tafel gefunden werden, auf der die Geschichte der Umgebung stand und falls am Ende des Tages Fragen darüber gestellt werden, sollten diese fehlerfrei beantwortet werden können, ansonsten drohte eine erneute Einbuße beim Essen. Nachdem Stichpunkte gemacht wurden und mehrere Spieler diese Tafel aufmerksam durchgelesen hatten, ging es weiter zu Punkt 2.: Hier war eine Dose versteckt. Diese musste gefunden werden, um die Aufgabe darin zu bearbeiten. Unter einer Brücke an einem kleinen Bachlauf wurde die Aufgabe schließlich entdeckt. Ein Selfie mit allen Teilnehmern (Kapitän Valentin Schmidt hatte als einziger eine Notfall-Telefon) sollte geschossen werden. Gesagt, getan und sofort ging es auf gleichem Weg zurück, denn es galt ja keine Zeit zu verlieren.

Aufgabe 2: Selfie mit der Mannschaft.

Erste Ideen wurden entwickelt, ob man die Kanister nicht ausschütten könne oder irgendwo im Wald verstecken könnte, um sie später wieder abzuholen. Allerdings war sich das Team nicht sicher ob das Wasser vielleicht nochmal gebraucht werden würde. Also ging es mit vollen Kanistern weiter zu Punkt 3: Hier gab es eine Geschichte, an deren Ende ein Rätsel stand. Würde dieses Rätsel nicht richtig gelöst werden, würde ein weiterer Punkt auf der Karte hinzukommen und somit die Zeit immer knapper. Aber auch diese Aufgabe konnten wir mit vereinten Kräften lösen und somit Kurs auf den für den Vormittag letzten Punkt nehmen. Navigator Voss-Fels leitete die Gruppe unbeirrt durch das schwere Gelände. Vorbei an den Sperrgebieten, über Waldwege, Straßen und sogar durch tiefen Sand. Einigen der Spieler sah man den Tag durchaus schon an und alle freuten sich auf eine wohlverdiente Mittagspause. Diese sollte mit der letzten Aufgabe, das Basislager zu finden, auch erreicht sein. Mit noch 20 Minuten auf der Uhr kamen wir am Lager an und hatten nun bis 14 Uhr Zeit etwas zu essen, uns auszuruhen und die bereits entstandenen Wunden zu lecken.

Tour 2: #grüngelbgemeinsam für die Verwundeten

Es wurde keineswegs besser bzw. einfacher…!

Thorsten erklärte der Mannschaft nach der Pause, dass wir gerade den leichten Teil hinter uns gebracht haben und nun der schwierigere Teil kommen würde. Er deutete auf zwei Liegen und spätestens da wurde den meisten unserer Jungs bewusst, er hatte wohl recht!

Die Aufgabe bestand darin, zwei “Verletzte“ zu einem in der Karte eingezeichneten Punkt zu bringen. An diesem Punkt sollte eine Aufgabe erledigt werden und danach die Verletzten wieder zurück zum Basislager gebracht werden. Auch hierfür wurden erneut vier Stunden veranschlagt. Die Mannschaft beriet sich kurz und entschied dann, die beiden leichtesten Spieler auf die Liegen zu legen. Die Gruppeneinteilung zum Tragen erfolgte im Anschluss nach Körpergröße, um kein Ungleichgewicht zu haben. So wurde dann der Weg auf sich genommen. Da Mats Grzesinski, Carsten Ridder und Daniel Mestrum aufgrund ihrer aktuellen Beschwerden von Sarah und Stefan aus untersagt wurde, die Liegen zu tragen, wurde die Last unter den elf verbliebenen Spielern aufgeteilt. Messi, Mats und Carsten versuchten die restlichen Jungs so gut sie konnten zu unterstützen und übernahmen Aufgaben wie Kartenlesen, Verpflegung tragen, Rucksäcke tragen, Schritte zählen oder einfach motivieren. Es war richtig zu spüren, wie das Team von Aufgabe zu Aufgabe und von Meter zu Meter immer weiterwuchs.

150 Meter durch das kalte Wasser.

Die letzte Aufgabe hatte es noch einmal in sich. Der zu erreichende Punkt lag am Ufer eines kleinen Flusses. Die Agger ist ein Nebenfluss der Sieg und fließt durch dieses Gebiet. Da auch im Vorfeld des Tages schon klar war, dass es nass werden würde und die ausgehändigte Packliste klar auf Wechselklamotten hingewiesen hatte, wurde auch diese Aufgabe recht schnell deutlich. Die beiden Jungs auf der Trage dürfen nicht nass werden und sollten einmal etwa 150 m flussaufwärts durch den Fluss getragen werden. Auch diese Aufgabe meisterten wir souverän und durften uns somit kurz darauf auch wieder auf den Weg zurück zum Basislager machen. Natürlich wurden die Beine immer müder und die Liegen gefühlt immer schwerer, aber es wurde gekämpft und sich gegenseitig unterstützt, wo es nur ging. Mit dem Ziel vor Augen und der Zeit im Nacken legten wir tatsächlich noch eine Schippe drauf und erreichten das Basislager mehr als 40 Minuten vor Ablauf der Zeit. Zwar völlig abgekämpft und schweißgebadet, aber glücklich die Aufgabe bestanden zu haben.

20 Kilometer über Stock, Stein und durchs Wasser

Aufgrund der herausragenden Teamleistung entschieden sich die Organisatoren des Tages, die letzte Aufgabe ausfallen zu lassen und einfach in gemütlicher Runde den Tag ausklingen zu lassen. Bis etwa 20:30 Uhr wurde noch beisammengesessen und gegessen, etwas getrunken…und an den Tag zurückgedacht. Nach über 20 Kilometern, ca. 35.000 Schritten in schwierigem Gelände und mit brennenden Schultern und Beinen haben wir den Tag genau so genutzt, wie es gedacht war.

Wir sind als Team an Aufgaben gewachsen, haben uns gegenseitig unterstützt und sind für den jeweils anderen bis an unsere Grenzen gegangen. Wir haben gesehen, dass jeder Einzelne im Team wichtig ist und wir nur gemeinsam an unser Ziel kommen. 

An dieser Stelle auch nochmals vielen Dank an Thorsten für die wunderbare Organisation.

In diesem Sinne #grüngelbgemeinsam #wirsindeintracht

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