HBW Balingen-Weilstetten – VfL Eintracht Hagen 33:37 (16:16)

Einen Traumstart in das Jahr 2018 erwischte Handball-Zweitligist VfL Eintracht Hagen beim Gastspiel bei HBW Balingen-Weilstetten. Die Mannschaft von Cheftrainer Niels Pfannenschmidt setzte sich im zweiten Rückrundenspiel der Saison vor 2087 Zuschauern in der Sparkassen-Arena verdient gegen den Erstliga-Absteiger und Aufstiegskandidaten durch – mit einer wahren Energieleistung im zweiten Abschnitt. Trotz aller Freude wollte der Ostwestfale den Sieg indes nicht zu hoch aufhängen: „Das waren schon ‚Big Points’, aber nüchtern betrachtet sind es zwei weitere Punkte im Kampf um den Klassenerhalt.“ Dank des Erfolges in der vorgezogenen Begegnung des 21. Spieltages schob sich die Eintracht vorerst auf den 13. Tabellenplatz vor – mit einem Polster von vier Punkten auf den ersten Abstiegsplatz.

VfL beweist tolle Moral

Bis zum 3:3 von Andreas Bornemann (5.) verlief die Begegnung ausgeglichen, ehe sich die Hausherren erstmals absetzten. Bis auf 7:4 (9.) zogen die „Gallier von der Alb“ binnen vier Minuten davon. Doch die Gäste gaben so schnell nicht klein bei, verkürzten ein ums andere Mal – ehe ihnen mit dem 9:9 von Sören Kress (17.) nach vier Spielminuten ohne einen einzigen Treffer wieder der Ausgleich gelang. Nun entwickelte sich ein Schlagabtausch mit offenem Visier, in dem beide Seiten immer wieder einen Treffer vorlegten, ehe es mit einem Remis in die Kabine ging.

Frühe Auszeit von Bürkle

In der zweiten Halbzeit kamen indes die Grün-Gelben glänzend aus den Startblöcken, während der Favorit noch nicht ganz da war. Drei Hagener Treffer in Serie zwangen Jens Bürkle bereits in der 34. Minute zu einer Auszeit, doch auch die taktische Neuordnung sollte nichts an der Hagener Führung ändern. Als Balingens Top-Torschütze Gregor Thomann auf 24:25 verkürzte sah sich auch Pfannenschmidt gezwungen, eine Auszeit zu nehmen – ein technischer Fehler im Anschluss sorgte allerdings für einen weiteren Balinger Treffer zum 25:25-Ausgleich.

Zeigte eine starke Leistung nach seiner Hereinnähme: Kapitän Sebastian Schneider. (Foto: Michael Kleinrensing)

Nun brodelte die Arena wieder – „und die Partie hätte zu diesem Zeitpunkt auch kippen können“, so Sportdirektor Michael Stock. Doch der VfL behielt kühlen Kopf und legte in Form von Jan von Boenigk zunächst auf 26:25 (43.) vor, ehe Bartosz Konitz in Unterzahl auf 27:25 erhöhte (44.). Im Anschluss begann die vorentscheidende Phase der Partie, in der sich die Gäste trotz etlicher Anschlusstreffer der Balinger nicht aus der Ruhe bringen ließen – und den Lohn dafür ernteten, als Julian Renninger beim 31:28 die erste Drei-Tore-Führung gelang (49.). In der Folge kamen die „Gallier“ noch einmal auf zwei Treffer heran, doch zu stark agierte die Eintracht an diesem Tag, als dass sie noch etwas anbrennen lassen würde.

Spiel auf höchstem Tempo

„Es hat sich in dem Test gegen den TV Emsdetten bereits angedeutet – und diese Leistung haben wir heute bestätigt. Das war wichtig für uns, vor allem, dass wir so kontrolliert gespielt haben. Wir haben in den wichtigen Szenen klarer agiert als Balingen, hatten für alle Aufgaben eine Lösung“, bilanzierte ein spürbar gelöster Pfannenschmidt nach dem Schlusspfiff. Trotz der 33 Gegentreffer war der 43-Jährige zufrieden mit der Defensivleistung – schließlich bekamen die Zuschauer ein Spiel auf höchstem Tempo zu sehen.

Wir müssen nun auch so weitermachen – sonst relativiert sich so ein Ergebnis schnell.

Darüber hinaus bewies der Trainer ein gutes Händchen bei seinen Wechseln. Der früh für Tobias Mahncke eingesetzte Routinier Dragan Jerkovic zeigte eine bärenstarke Leistung. Und auch Kapitän Sebastian Schneider und Spielmacher Jannis Fauteck attestierte der Übungsleiter nach deren Hereinnahme für Bartosz Konitz und Sören Kress eine tolle Partie. „Es war ein Tag, an dem vieles funktioniert hat. Aber: Das haben wir uns auch hart erarbeitet – und das können wir so in den kommenden Aufgaben mitnehmen. So ein Erfolg gibt Sicherheit. Die Mannschaft merkt, dass sich die Investitionen gelohnt haben. Das war richtig gut für das Selbstbewusstsein“, resümierte Pfannenschmidt, der aber auch gleich mahnend den Zeigefinger hob: „Wir müssen nun aber auch so weitermachen, es gilt weiter zu punkten. Sonst relativiert sich so ein Ergebnis schnell.“

VfL: Mahncke (2/1 Paraden), Jerkovic (14 Paraden); Lindner (n.e.), Kress (6/1), Tubic (3), Pröhl (3), Schneider (2), Fauteck (2), Renninger (3), Konitz (5), König (n.e.), Waldhof (1), Bornemann (2), Mestrum (1), von Boenigk (9).

HBW: Maggaiz (4 Paraden), Mrkva (6 Paraden); Schonningsen (4), Foth (2), Wagner (1), Flohr (1), Hausmann (2), Thomann (8/2), Friedrich (4), Nothdurft (2), Runarsson (1), Gretarsson (1), Saueressig, Schoch (5), Spohn (2).

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