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HC Empor Rostock – VfL Eintracht Hagen 25:18 (12:7)

Viel vorgenommen hatte sich Handball-Zweitligist VfL Eintracht Hagen für das Gastspiel beim HC Empor Rostock – doch der Ertrag, den die Mannschaft von Trainer Lars Hepp trotz intensiver Vorbereitung auf den Gegner erwirtschaftete, blieb speziell im Angriff deutlich hinter den Erwartungen zurück. Vor der angesichts der 60-Jahrs-Feier der Hausherren prächtigen Kulisse von 3033 Zuschauern wirkten die Angriffsbemühungen der Gäste gegen den sehr offensiv deckenden Gegner oftmals überfordert, all zu oft verstrickten sich die Rückraumspieler der Grün-Gelben in Einzelaktionen, ohne dabei den entscheidenden Vorteil herauszuarbeiten.

Im ersten Abschnitt fand die Eintracht nicht wie erhofft ins Spiel, beim 9:6 (26.) und Ballbesitz war die Welt aber noch in Ordnung. In der Folge blieben aber zahlreiche Chancen ungenutzt, zudem häuften sich die technischen Fehler, die am Ende ein beinahe abenteuerliches Ausmaß annahmen. Immer wieder bestraften die Rostocker diese Unzulässigkeiten mit gnadenlosem Tempospiel. Im zweiten Abschnitt kamen die Gäste nochmals auf vier Treffer heran, ehe eine Zeitstrafe gegen Matthias Aschenbroich den Vorsprung für Empor wieder anwachsen ließ. Spätestens beim 18:11 von Marc Pechstein (47.) wirkte die Partie entschieden, auch die letzten Versuche des Aufbäumens verpufften angesichts eigener Fehler. Bezeichnend auch, dass die Gäste es trotz eines Zeitstrafenverhältnisses von 4:12 Minuten nicht schafften, diese Überzahlsituationen zu einem Vorteil zu nutzen – im Gegenteil, meist kassierten sie einen Treffer mehr, als sie erzielten.

Zu allem Überfluss erhielt Kapitän Jens Reinarz in der 41. Minute nach einer undurchsichtigen Situation die Rote Karte. Nach einem Zweikampf mit Simon Ciupinski stolperte Roman Becvar Junior in seinen Mitspieler Florian Zemlin und Reinarz hinein, was dazu führte, dass das Trio ineinander verhakt zu Boden ging. Während sich Becvar mit schmerzverzerrtem Gesicht das Knie hielt und auch Reinarz mit Schmerzen und dem Gesicht zum Boden regungslos da lag, sprang Zemlin auf und versetzte dem VfL-Kapitän einen Fausthieb in den Rücken und versuchte ihn zu treten, was eine Rudelbildung zur Folge hatte. In der Folge erhielt Zemlin für seine Reaktion vom hervorragenden Schiedsrichtergespann Martin Thöne und Marijo Zupanovic ebenfalls die Rote Karte, beiden Akteuren droht indes keine Sperre, da kein Bericht angefertigt worden ist.

„Die geistige Präsenz aller Spieler hat heute gefehlt – und die Mannschaft ist mit der Drucksituation nicht klargekommen“, resümierte ein sichtlich angeschlagener Hepp nach dem Schlusspfiff. Das Gros seiner Spieler war indes sprachlos, die Mannschaft schlich nach dem Spiel in die Kabine, viele Akteure schüttelten nur wortlos den Kopf oder hatten gar Tränen in den Augen.

Empor: Kominek, Malitz (n.e.); Becvar (5), Meuser (3), Hövels (1), Dethloff, Heil, Gruszka (4/3), Flödl (2), Papadopoulos (5), Zemlin (1), Pechstein (4).

VfL: Mahncke, Ferne; Wilhelm, Tubic (1), Schneider (2), Rink, Renninger (3), Strohl (1), Aschenbroich (3), Reinarz, Kraus, Ciupinski (3), Prokopec (2/2), von Boenigk (3).

1 Antwort

  1. Marc Schwadt

    Wieso bekommt Reinarz die Rote Karte, wenn der Emporspieler Becvar in ihn reinstolpert und er infolgedessen regungslos am Boden liegt???
    Ich kann da beim besten Willen keinen Disqualifikationsgrund erkennen.

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