Prokopec hat die Entwicklung fest im Blick

Interview der Woche: Pavel Prokopec

Bereits in seine vierte Saison geht Pavel Prokopec bei den Handballern des VfL Eintracht Hagen. In der Volmestadt hat der weit gereiste tschechische Ex-Nationalspieler mit seiner Frau Nikola und den beiden Töchtern Emma und Mayla nicht nur sportlich seine Heimat gefunden. Nach zwei Jahren als Spieler der ersten Mannschaft, die er als Kapitän zum direkten Wiederaufstieg führte, wechselte er teilweise die Fronten: In der Vorsaison war er als Spieler und Co-Trainer der zweiten Mannschaft aktiv, unterstützte zudem Cheftrainer Niels Pfannenschmidt. Diese Zusammenarbeit weitete der Verein nun aus, Prokopec ist fester Co-Trainer der „Ersten“, Spieler der „Zweiten“ – und Cheftrainer der A2-Jugend, die beim Partnerverein TS Selbecke auf Torejagd geht. Zudem erhielt der 38-Jährige kürzlich – genau wie Jugendkoordinator Axel Meyrich und B-Jugend-Trainer Marco Grgic – das „Zertifikat Nachwuchstrainer-Leistungssport Handball“. Im Gespräch mit Sebastian Mühleis zieht er eine Bilanz und wagt einen Blick in die Zukunft.

 

Hallo Pavel, wenn Du auf die bisherige Zeit bei den Grün-Gelben zurückblickst: Wie zufrieden bist Du mit dem bisher Erreichten? Und welche Ziele verfolgst für die Zukunft?

Pavel Prokopec Als Spieler bin ich gut in Hagen angekommen, habe mich als Kapitän mit dem Aufstieg aus der ersten Mannschaft verabschiedet. Das war sehr schön. Dazu war es immer mein Ziel, dem Handballsport auch nach der Profi-Karriere verbunden zu bleiben. Daher bin ich dem Verein sehr dankbar, dass er mir diese Möglichkeit bietet und Dinge wie das Zertifikat fördert. Es macht mir nach wie vor sehr viel Spaß – nicht nur das Trainer-Dasein, sondern auch der aktive Teil, als Spieler der zweiten Mannschaft. Perspektivisch möchte ich mich natürlich als Trainer weiterentwickeln, habe hier als nächsten Schritt die A-Lizenz fest im Blick.

 

Fokus auf individuellen Analysen und Trainingsinhalten

Ein elementarer Baustein für Dich ist dabei die Zusammenarbeit mit unserem Cheftrainer Niels Pfannenschmidt. Wie wichtig ist Euer Zusammenspiel für Deine Entwicklung – und wie gut funktioniert Ihr als Duo?

Prokopec Die Zusammenarbeit funktioniert wirklich sehr gut. Wir teilen unsere Gedanken, Ideen und Ansichten, sprechen viel über Handball, auch allgemein. Darüber hinaus machen wir viele Video-Analysen gemeinsam. Überhaupt wird jedes Spiel von uns analysiert. Bei der Arbeit mit der Mannschaft übernehme ich häufig unsere Spiele in der Nachbetrachtung. Das hilft dabei, um mit den Spielern individuell nacharbeiten zu können. Darauf legen wir viel Wert. Dazu kann ich von Niels in der täglichen Arbeit viel lernen, er ist ja auch schon viel länger im Trainergeschäft dabei. Toll finde ich, dass ich meine eigenen Ideen einbringen kann – (schmunzelt) und bei meiner Jugendmannschaft bin ich ja ohnehin der Chef.

 

Wie gestaltet sich Deine Arbeit im Trainingsbetrieb selbst?

Prokopec Hier arbeite ich ebenfalls viel individuell mit unseren Spielern, etwa am Wurfverhalten. Ich schaue aber auch viel bei Übungen zu und teile meine Beobachtungen mit. Ich denke, dass das hilft. (Schmunzelt) Vier Augen sehen ja auch mehr als zwei.

 

Eine enge Beziehung pflegt Co-Trainer Pavel Prokopec (rechts) mit Cheftrainer Niels Pfannenschmidt. (Foto: Jean-Michel Lannier)

 

Willkommene Länderspielpause

Mit Blick auf die vielen angeschlagenen, kranken oder verletzten Spieler – wie wichtig ist die Länderspielpause für Euch?

Prokopec Da muss man ehrlich sagen: Die Pause tut uns angesichts der Personalsituation sehr gut. Wir denken aber trotzdem schon weiter, arbeiten viel im individuellen und konditionellen Bereich…

 

…am System gibt es wahrscheinlich indes wenig zu feilen, oder?

Prokopec Das Spielsystem von Niels funktioniert sehr gut. Wir haben eine sehr variable Ausrichtung. Und auch die neuen Spieler haben das System schnell verinnerlicht. Somit sind wir auch schlechter für den Gegner auszurechnen. Das war unser Ziel.

 

Wie bewertest Du den bisherigen Saisonverlauf – und wie wichtig ist es, nach der Länderspielpause direkt stark aus den Startlöchern zu kommen?

Prokopec Grundsätzlich kann man mit dem Punktestand zufrieden sein. Wir wissen aber auch, dass es besser sein könnte. Speziell die Heimspiele gegen den EHV Aue und die DJK Rimpar Wölfe haben wir uns etwas anders vorgestellt.

 

Es kann ein Goldener November für uns werden.

 

Wie zuversichtlich bist Du, das Saisonziel erreichen zu können?

Prokopec Über Saisonziele möchte ich nicht sprechen. Wir wollen uns konstant weiterentwickeln, um am Ende nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben. Im November haben wir vier Heim- und zwei Auswärtsspiele. Wenn die Ergebnisse da stimmen, dann kann es ein „Goldener November“ für uns werden.

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