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Sportdirektor Stock: Wir müssen sehr fleißig sein, um Spitzenhandball in Hagen dauerhaft zu etablieren

Die Weichen für die Zukunft stellen

Sportlich machten die Handballer des VfL Eintracht Hagen in der 2. Bundesliga den Traumstart in die Rückrunde und das Jahr 2018 spätestens mit dem Erfolg gegen die HSG Nordhorn-Lingen perfekt. Nun gilt es die Weichen für die Zukunft zu stellen – auf und neben dem Parkett. Im Interview mit Pressesprecher Sebastian Mühleis bezieht Sportdirektor Michael Stock Stellung zur aktuellen Situation und den „Hausaufgaben“, die von den Grün-Gelben zu erledigen sind, um dauerhaft Profihandball in Hagen anbieten zu können.

 

Wie fühlt es sich an, drei Spiele in Folge zu gewinnen und aktuell bester Aufsteiger der 2. Bundesliga zu sein?

Michael Stock Das ist natürlich eine tolle Momentaufnahme und wir können alle stolz sein. Aber wer jetzt denkt, wir haben schon den Klassenerhalt gesichert, der irrt gewaltig. Wir haben zwar eine gewisse Distanz zu den Abstiegsrängen, aber die Situation ist trügerisch. Bereits nach dem Doppelspieltag am nächsten Wochenende kann sich die Situation deutlich verändert haben. Wir müssen also weiterhin total fokussiert sein, uns stabilisieren – und sogar noch verbessern. Wichtig ist auch, dass wir von schwerwiegenden Verletzungen verschont bleiben.

 

Woran machst du den bemerkenswerten Aufwärtstrend fest?

Stock Ich bin ja bei vielen Videoanalysen dabei und ich kann zunächst sagen, dass die Mannschaft von unserem Cheftrainer Niels Pfannenschmidt perfekt auf jeden Gegner eingestellt wird. Jeder Spieler bekommt klar definierte Aufgabenprofile. Niels vermittelt eine klare Spielphilosophie, die muss die Mannschaft umsetzen. Zu Beginn der Saison waren aufgrund der neu zusammengestellten Mannschaft noch keine Automatismen vorhanden und die Spieler haben die Zeit gebraucht, um sich als Team zu finden, die Vorgaben umzusetzen. Bei unserem komplexen Sport entscheiden Kleinigkeiten, sowohl in Angriff, Abwehr sowie im Umschaltspiel nach vorne. Ein Schritt zu weit, eine Bewegung zu spät oder zu früh, fehlende Routine in den Abläufen und viele Dinge mehr waren einfach noch nicht vorhanden oder passten noch nicht zu 100 Prozent, entscheiden aber häufig über Erfolg oder Misserfolg. Ich meine darüber hinaus, dass wir ein hohes Trainingsniveau/Intensität haben. Kurz gesagt, die Mannschaft ist topfit.

 

Hat klare Visionen, die die Zukunft seines VfL Eintracht Hagen betreffen: Sportdirektor Michael Stock. (Foto: Michael Kleinrensing)

 

Trügerische Tabellensituation

 

In diesem Zusammenhang noch einmal die Frage danach, wie Du die aktuelle Tabellensituation einschätzt?

Stock Ich habe vor der Saison gesagt, dass wir bei einem sehr guten Saisonverlauf als Aufsteiger Platz zehn erreichen können, wir aber bei einem weniger guten Verlauf auch bis zum letzten Spieltag um den Abstieg kämpfen werden. Dabei bleibe ich und kann nur an alle Beteiligten, das Umfeld und die Fans appellieren, negative Situationen nicht zu stark zu bewerten, positive Situationen aber eben auch nicht. Wie gesagt, die Tabellensituation ist trügerisch.

 

Was muss getan werden, um den VfL Eintracht Hagen in der 2. Bundesliga zu etablieren, vorausgesetzt der Klassenerhalt wird erreicht?

Stock Zunächst müssen wir, wie du schon sagst, in dieser Saison unsere Hausaufgaben erledigen und in der 2. Bundesliga bleiben. Die nächste Saison in der 2. Bundesliga wird mit bärenstarken Aufsteigern sicher nicht einfacher als dieses Jahr. Es ist absehbar, dass die meisten Mannschaften bei voraussichtlich fünf Absteigern sicher nochmals in ihren Kader investieren werden. Wir können keine großen Sprünge machen, sondern werden aus unserem bestehenden Etat das Optimum herausholen.

 

Nachhaltigkeit ist das Zauberwort

 

Welche Faktoren gilt es dabei zu beachten?

Stock Wir müssen neben den sportlichen Voraussetzungen auch die Marke Eintracht Hagen stärken, sie bekannter und anziehender machen. Der Abstieg vor zwei Jahren hat tiefere Spuren hinterlassen, als wir geglaubt haben. Kurz gesagt, wir müssen für bestehende Sponsoren attraktiv sein, gleichzeitig auch deutlich mehr neue Sponsoren hinzugewinnen, wenn wir dauerhaft Profihandball in Hagen sehen wollen. Das gleiche gilt für das Thema Zuschauerresonanz. Wir müssen sehr fleißig sein und uns um jeden Zuschauer, Sponsor und Gönner noch mehr bemühen. Dabei muss uns klar sein, dass Nachhaltigkeit das Zauberwort ist. Auch unsere internen Abläufe müssen noch besser definiert werden, wenn wir Wachstum haben wollen. Das soll sich jetzt nicht anhören, als wäre alles unbefriedigend, aber es gilt Vieles auf den Prüfstand zu stellen. Heutzutage ist aus meiner Sicht die einzige Konstante der Wandel. Dem müssen wir uns stellen und in manchen Bereichen neben der Mannschaft stärker investieren. Sowohl wirtschaftlich als auch von unserer eigenen Einsatzbereitschaft. Es gibt also weiterhin viel zu tun.

 

Wir müssen nach neuen Wegen für bessere Ergebnisse suchen.

 

Sicherlich ist die Umsetzung nicht immer ganz einfach in einem Traditionsverein wie dem VfL Eintracht Hagen, oder?

Stock Da müssen wir zunächst Tradition definieren. Für mich bedeutet Tradition dass man das Feuer weiterreicht und nicht, dass man die Asche von gestern anbetet. Wir müssen also alles, das schon gut ist, weiterhin stärken – und in allen Bereichen, in denen noch nicht alles so läuft, wie es müsste, nach neuen Wegen für bessere Ergebnisse suchen. Das ist ein längerer Prozess und vielleicht muss sich der ein oder andere Beteiligte von „lieb gewonnenen“ Abläufen trennen, aber „das Gute ist nun einmal der Feind des Besseren“. Wir haben mit Detlef Spruth einen Präsidenten der gemeinsam mit seiner Ehefrau Uschi diesen Verein lebt, mit Jörg Brodowski einen Geschäftsführer der Spielbetriebs GmbH, der unsere Zahlen im Griff hat, eine Mannschaft die einen tollen Handball spielt, und einen Trainer, der die Mannschaft dahin entwickelt hat. Also grundsätzlich eine gute Ausgangssituation. Packen wir es an.

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