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Kraus: Bin froh, dass ich nie einen Spitznamen von Marc Oberste bekommen habe

Am Sonntag wird das „Legenden-Trio“ Jan Wilhelm, Björn Minzlaff und Marius Kraus offiziell vom VfL Eintracht Hagen mit einem Spiel gegen die aktuelle Zweitliga-Mannschaft verabschiedet (17 Uhr, Halle Mittelstadt). Von Donnerstag bis Samstag stellen wir die drei langjährigen Leistungsträger und Publikumslieblinge im Kurzinterview vor – zudem äußern sie sich zu einzelnen Akteuren ihres selbst zusammengestellten „Team Trio“, das kurzfristig noch weiteren Zuwachs erhalten hat. Zum Abschluss ist der eher wortkarge und bescheidene Rechtsaußen Kraus an der Reihe – der sich im Gespräch mit Pressesprecher Sebastian Mühleis in einen wahren Wortrausch „plauderte“.

 

Bei Publikumsliebling Marius Kraus genießt der erste Aufstieg in die 2. Bundesliga einen immens hohen Stellenwert. (Foto: Michael Kleinrensing)

 

Marius, was war Dein schönster Moment im VfL-Trikot?

Marius Kraus Mein erster Aufstieg in die 2. Bundesliga, bei der Aufstiegsrelegation in Dresden. Die Tribüne war rammelvoll, mit einer Band, vielen Schlachtenbummlern aus Hagen. Das war schon richtig gut. So eine Stimmung hatten wir bei manchem Heimspiel nicht. Es war natürlich auch toll, dass unsere Helfer, Ehrenamtler und anderen Fans es alle überhaupt realisieren konnten mitzufahren – und umso schöner, dass wir es dann auch geschafft haben. Diese Mannschaft habe ich geliebt, das hat echt Spaß gemacht. Auch das Drumherum hat an diesem Wochenende gepasst, mit der Rückfahrt, der Party danach, der Auto-Korso durch Hagen – einfach ein absolutes Highlight.

 

Gab es auch einen schlimmsten Moment im VfL-Trikot?

Kraus Einen Moment nicht, aber so sehr ich mein erstes Zweitliga-Spiel und –Tor genossen habe, so sehr war ich unzufrieden wegen des Abstiegs. Ich hätte damit nicht gerechnet – und es wäre auch vermeidbar gewesen. Genau wie der Oberliga-Abstieg eine Saison später mit der zweiten Mannschaft. Es gibt aber keinen konkreten negativen Moment, der in meiner langen Zeit als Handballer im Kopf hängen geblieben ist.

 

Wer war in all den Jahren Dein liebster Mannschaftskollege?

Kraus Wie Jan Wilhelm schon berichtet hat, bin ich ja kein Mann vieler Worte. Bei meinem ersten Trainingslager mit der ersten Mannschaft in der Nähe von Gießen hat es dann einige Leute, vor allem Alex Katsigiannis, beinahe vor Lachen vom Stuhl gerissen, als wir irgendwann zusammensaßen, und unsere Vereins-Ikone Gustl Wilke mit einem Glas Wein in der Hand anfing, irgendwelche Geschichten zu erzählen. Da habe ich dann nur gesagt „Gustl, lass doch mal den Wein aus dem Kopf“ – und habe zunächst in etliche irritierte Gesichter geblickt, ehe alle, inklusive Gustl, laut angefangen haben zu lachen – weil ich ja sonst nie etwas gesagt habe. Mir sind aber generell eher Mannschaftsgefüge im Kopf geblieben, etwa die Teams mit Michi Wulff und Fabian Schulte-Berthold oder die ersten Teams mit Johannes Sonnenberg und Julian Renninger. Diese Mannschaften werde ich nie vergessen. „Jo“ hätte ich auch unglaublich gerne bei dem Spiel dabei gehabt – aber er ist leider im Ausland und verhindert.

 

Ich bin dem Verein auch ohne Abschiedsspiel unendlich dankbar.

 

Welche Bedeutung hat das Abschiedsspiel für Dich?

Kraus Wie man mich kennt, mache ich nicht viel Aufhebens um meine Person und benötige so etwas persönlich nicht. Ich bin dem Verein auch ohne Abschiedsspiel unendlich dankbar – (schmunzelt) nehme das aber natürlich gerne hin und mit. Viel mehr als auf das Spiel an sich freue ich mich auf die ganzen alten Gesichter, bin gespannt, wer alles auf der Tribüne sitzt. Und ich möchte mich bei Detlef Spruth, Ralf Wilke, Thorsten Barteldrees und wer da noch so alles hinter steckt ganz herzlich bedanken, dass man sich so viel Mühe für uns macht. Vor allem Ralf kenne ich seit der ersten Stunde, er hat sich immer um mich gekümmert.

 

Was kannst Du zu dem von Euch zusammengestellten Team berichten? Kannst Du jemanden hervorheben?

Kraus Mit Michi Wulff habe ich lange und gerne zusammengespielt, freue mich riesig, dass Fabian Schulte-Berthold extra aus Hamburg kommt. Aber auch die kurzfristigen Zusagen von Silas Kaufmann und Andreas Tesch sind fantastisch. Und man freut sich, wenn man mit Spielern wie Levent Cengiz, Jungs mit denen man jahrelang Schlachten gefochten hat, noch einmal zusammenspielen kann. Wenn ich eine Person hervorheben muss, dann ist es Marc Oberste. Ich wusste stets in jedem Training oder Spiel, egal wie schlecht ich drauf war, egal wie angespannt die Situation vielleicht gewesen sein mag, dass es eine gute Einheit wird, wenn Marc da ist. Er hat immer alle zum Lachen gebracht, hat immer wieder neue Spitznamen für jeden erfunden. Er hat mit jedem Trainer, mit jedem Spieler immer wieder Situationen geschaffen, in denen man sich wohlfühlt. Und er hat trotz aller Ernsthaftigkeit, mit der er den Sport betrieben hat, nie den Spaß verloren, ist nie ernst geblieben. Und ich bin wirklich froh, dass ich keinen Spitznamen von ihm bekommen habe – ansonsten hatte er für jeden Spieler immer einen Namen parat.

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