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Wilhelm: Wir sind überrascht, dass so viele alte Weggefährten zugesagt haben

Am Sonntag wird das „Legenden-Trio“ Jan Wilhelm, Björn Minzlaff und Marius Kraus offiziell vom VfL Eintracht Hagen mit einem Spiel gegen die aktuelle Zweitliga-Mannschaft verabschiedet (17 Uhr, Halle Mittelstadt). Von Donnerstag bis Samstag stellen wir die drei langjährigen Leistungsträger und Publikumslieblinge im Kurzinterview vor – zudem äußern sie sich zu einzelnen Akteuren ihres selbst zusammengestellten „Team Trio“, das kurzfristig noch weiteren Zuwachs erhalten hat. Zum Auftakt äußert sich Linksaußen Wilhelm im Gespräch mit Pressesprecher Sebastian Mühleis.

Der Klassenerhalt am letzten Spieltag der Saison 2010/11 war für Jan Wilhelm der schönste von vielen tollen Momenten im grün-gelben Trikot. (Foto: Michael Kleinrensing)

Jan, was war Dein schönster Moment im VfL-Trikot?

Jan Wilhelm In der Saison 2010/11 waren wir am letzten Spieltag punktgleich mit dem OHV Aurich, den wir in der Arena am Ischeland empfangen haben. Es war klar, dass nur der Sieger die Klasse hält (Anm. d. Red.: aufgrund der Liga-Neuordnung musste zum Liga-Verbleib mindestens Platz acht erreicht werden – was dem VfL mit einem Punkt Vorsprung vor dem SC Bayer Uerdingen gelang). Dieses Spiel haben wir gewonnen, das war sehr emotional.

 

Daran sieht man mal, was ich für eine Kraft in den Beinen habe.

 

Gab es auch einen schlimmsten Moment im VfL-Trikot?

Wilhelm Im Jahr 2008 habe ich mir im Spiel gegen den Leichlinger TV in der Regionalliga West eine schwere Knieverletzung zugezogen. Damals habe ich auf der Mitte gespielt und wollte eine Kreuzung mit Patrick Lütgenau spielen. Dabei ist mir ohne gegnerischen Kontakt das Knie weggeknickt. Dabei habe ich mir nicht nur das Kreuzband gerissen, sondern auch den Schienbeinkopf gebrochen. (Lacht laut) Daran sieht man mal, was ich für eine Kraft in den Beinen habe.

 

Wer war in all den Jahren Dein liebster Mannschaftskollege?

Wilhelm Das kann man gar nicht so pauschalisieren, ich habe mit beinahe allen gerne zusammengespielt. Wenn ich mich festlegen muss, dann waren es aber Marius Kraus und Marc Oberste. Marc hat immer seinen Spaß am Spiel und seine gute Laune beibehalten, egal wie ich die Drucksituation war – und immer seine Leistung gebracht. Marius ist ein ganz spezieller Mensch, es war in den ersten Jahren schon etwas ganz Besonderes, wenn er überhaupt mal etwas gesagt hat. Und auch ansonsten ist er in vielen Dingen richtig „old school“, aber trotzdem ein überragender Mensch.

 

Welche Bedeutung hat das Abschiedsspiel für Dich?

Wilhelm Im ersten Moment war ich etwas irritiert, weil Marius und ich ja noch spielen. Aber dann hat eine riesige Freude eingesetzt, denn es ist eine Art Reflektion der vielen Jahre, die man in der ersten Mannschaft erlebt hat. Und man macht sich noch einmal bewusst, mit wem man alles zusammengespielt hat. Und bei der Zusammenstellung der eigenen Vita realisiert man erst einmal, was man alles geleistet hat.

 

Was kannst Du zu dem von Euch zusammengestellten Team berichten? Kannst Du jemanden hervorheben?

Wilhelm Ich muss Marc Di Liberto hervorheben, der noch beim TuRa Halden spielt. Er ist einer meiner ältesten und besten Freunde, der immer sehr kritisch mit meiner Spielerei umgegangen ist. Er hat oft die richtigen Worte gefunden, wenn ich mal wieder zu emotional oder zu überschwänglich unterwegs war. Das Ganze hat er aber sehr neutral gestaltet, was mir sehr geholfen hat. Ansonsten treffen wir auf das Gros der Spieler, die die meiste Zeit mit uns Dreien verbracht haben. Es ist natürlich schade, dass einige nicht mehr können – aber – (lacht laut) es sind auch einige Invaliden dabei. (Lacht erneut) Und wir sind auch überrascht, dass so viele zugesagt haben – schließlich spielt Deutschland ja auch am Sonntag. Aber das werden wir dann sicherlich gemeinsam mit den Zuschauern in der Halle gucken und den Abend gemütlich ausklingen lassen.

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