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Mühleis: Das ist eine Auszeichnung für die hervorragende Arbeit des gesamten Vereins

Eine ganz besondere Ehre wurde Sebastian Mühleis zuteil: Der Marketingmanager des VfL Eintracht Hagen schloss jüngst sein berufsbegleitendes Studium des European Handball Manager an der Deutschen Sporthochschule in Köln (DSHS) mit Auszeichnung ab – nur vier der 18 Absolventen erhielten dieses Prädikat. Im Gespräch mit Dennis Föll äußert sich der 39-Jährige unter anderem zu den Inhalten des Studiums und der Bedeutung für seinen Verein.

 

Stolz präsentiert Hagens Marketingmanager Sebastian Mühleis die Urkunde, die er zum Abschluss seines Studiums des European Handball Manager an der Deutschen Sporthochschule in Köln erhielt. (Foto: Hans Gärtner)

 

Bereits in Deiner zweiten Saison in Hagen hast Du einen derartigen Studiengang belegt. Wie ist es dazu gekommen und wie hast Du den Verein davon überzeugt, Dir die entsprechenden Freiräume zu schaffen, um dieses anspruchsvolle Programm erfolgreich zu absolvieren?

Sebastian Mühleis (Lacht) Viel mehr oder weniger Freiräume als sonst hatte ich nicht. Spaß beiseite: In den entscheidenden Phasen hatte ich immer wieder die Möglichkeit, mich gründlich vorzubereiten. Außerdem waren es so spannende Themen, die ich oft auch in der Praxis testen konnte, so dass man das häufig eher als angewandtes Lernen bezeichnen könnte. Einzig die Aufstiegsrelegation mit den vielen Sponsorengesprächen im Nachgang hat meine Vorbereitung auf die Abschlussprüfungen doch stark beeinträchtigt. Umso stolzer macht es mich, dass ich den Abschluss mit Auszeichnung erreicht habe. Wobei dies nicht nur eine Auszeichnung, sondern eher noch ein Verdienst des gesamten Vereins ist, bei dem ich von vielen tollen Menschen beinahe täglich profitiere. Besonders möchte ich natürlich Detlef Spruth und Jörg Brodowski (Anm. d. Red.: 1. Vorsitzender des e.V. und Geschäftsführer der Handball-Management GmbH) danken, dass sie mir dieses Studium ermöglicht haben – (lacht) wohlwissend, dass sie auch einen Nutzen davon haben. Dass ich auf den Studiengang aufmerksam geworden bin, war indes eher ein Zufall. Lidija Hepp (Anm. d. Red.: Ehefrau von Ex-Trainer Lars Hepp) hat mich darauf hingewiesen, danach war ich sofort interessiert und habe Detlef und Jörg diesbezüglich angesprochen.

 

Was müssen sich die grün-gelben Fans unter dem Studiengang vorstellen – und wie schwer war es, das Ganze in englischer Sprache hinter Dich zu bringen?

Mühleis Die Sprache war eher ein Vorteil, da ich meine vorherigen Studienabschlüsse ebenfalls in englischer Sprache erworben habe, zudem einige Freunde und Bekannte in den USA und England leben und ich dort auch Urlaub mache. Die Inhalte sind sehr praxisbezogen, die Themenkomplexe sehr weitreichend. Von wirtschaftlichen und rechtlichen Grundlagen des Teamsports über Vereinsführung, Management, Finanzierung und Lizenzierung bis hin zu Marketing, Sponsoring sowie Medien und Kommunikation waren alle Eckpfeiler des modernen (Profi-)Handballs Teil der Ausbildung. Problematisch gestalteten sich für viele Dozenten lediglich praxisbezogene Beispiele aus unserem Sport. Da mussten oft der Fußball oder die vier großen US-Sportarten herhalten. Das zeigt aber auch, wie viele Optionen wir in diesem Feld noch haben, wo der Handball von der Kreisklasse bis zur Bundesliga noch nachlegen muss.

 

„Das Netzwerk ist unbezahlbar.“

 

Welche Vorteile hat das Studium für die Eintracht?

Mühleis Ich hoffe, dass ich mit der hinzugewonnenen Expertise einen Beitrag zur Weiterentwicklung des Qualitätsproduktes und der Marke VfL Eintracht Hagen leisten kann. Unbezahlbar ist zudem das Netzwerk, von dem der Verein sicherlich auch an der einen oder anderen Stelle profitieren kann und wird.

 

Ist der Sprung zu einem namhaften Konkurrenten nun der nächste logische Schritt?

Mühleis Diese Vermutung mag vielleicht naheliegend sein. (Lacht) Und wer möchte nicht für Kiel, Flensburg oder die Füchse arbeiten. Aber ganz im Ernst: Aktuell sprechen da zwei Faktoren gegen. Zum einen die positive Gesamtentwicklung unseres Vereins, an deren Spitze sicherlich die Rückkehr der ersten Mannschaft in die 2. Bundesliga sowie die Qualifikation für die A-Jugend-Bundesliga zu nennen sind, und die ich unheimlich gerne weiter mit vorantreiben möchte. Im Idealfall bedeutet dies, dass wir uns in beiden Spielklassen etablieren, die zweite Mannschaft in die Oberliga zurückkehrt und wir uns in der 2. Bundesliga in ein paar Jahren in der Tabelle eher nach oben orientieren. Zum anderen empfinde ich eine hohe Wertschätzung und Dankbarkeit für die Möglichkeiten der Mitgestaltung sowie das Vertrauen, das mir in Hagen bislang geschenkt worden ist. Speziell die tägliche Zusammenarbeit mit einem anerkannten Fachmann wie Jörg Brodowski hat meine Entwicklung maßgeblich vorangetrieben und mir viele neue Perspektiven eröffnet.

 

Zum European Handball Manager

 

Einhergehend mit den Kommerzialisierungs- und Professionalisierungsprozessen sind nicht nur die sportlichen sondern vor allem auch die wirtschaftlichen Anforderungen an die Handballorganisationen im vergangenen Jahrzehnt stark gestiegen. Während für Trainer seit Jahrzehnten entsprechende Qualifizierungs- und Weiterbildungsprogramme existieren, fehlt etwas vergleichbares auf nationaler wie internationaler Ebene für die wirtschaftliche Führung von Handballvereinen, -verbänden und -ligen. Um diese Lücke zu schließen, konzipierte die DSHS den European Handball Manager in Kooperation mit der European Handball Federation (EHF). Kernaspekte sind die Handballspezifität, hohe Praxisorientierung, die Integration von rechtlichen, ökonomischen, psychologischen und Medien- und Managementaspekten. Ziel ist es, die TeilnehmerInnen so zu qualifizieren, dass sie aktuellen und zukünftig auftretenden Markt- und Umweltveränderungen mit innovativen sowie kreativen Lösungsansätzen begegnen können. (Quelle: DSHS)

Der erste Jahrgang startete 2015 in deutscher Sprache und brachte 13 Absolventen hervor. In diesem Jahr waren es im ersten englischsprachigen Durchlauf 18 Absolventen aus 15 Nationen. Prominenteste Teilnehmer der Premiere waren die deutschen (Ex-)Nationalspieler Henning Fritz und Holger Glandorf, in dem aktuellen Jahrgang hießen die Zugpferde Mia Boesen, ehemalige Weltklassespielerin und heutige Mitarbeiterin des EHF-Marketing, und Siniša Ostoíc, Manager der SEHA-Liga, in der unter anderem Champions League-Sieger Vardar Skopje antritt.

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