Kaffee? – „Finde ich super“, sagt Jorit Reshöft, während er im „Oktober Café“ in Bochum sitzt. Der neue Rückraumspieler der U23 war seit seinem Umzug aus Hildesheim bereits ein paar Mal dort. Es ist ein Café, das zum Jura-Studenten passt. Viele Studenten und Studentinnen finden am späten Nachmittag den Weg nach der Vorlesung dorthin. Das Café gilt als eher angesagter Treffpunkt für junge Leute. „Am liebsten Americano oder Creme“, gibt Reshöft seine Lieblingsvariationen preis, kurz bevor er sich aufgrund der etwas späteren Uhrzeit am Nachmittag doch für eine Limonade entscheidet. Verständlich.
Der 21-Jährige ist bereits angekommen im Drittliga-Team der Grün-Gelben. „Deutlich mehr Spaß als in Hildesheim. Schon nach dem ersten Testspiel hatte ich ein positives Gefühl, das ich lange nicht mehr kannte“, berichtet der Rückraumspieler.
Fast sein ganzes Leben dreht sich bei Jorit Reshöft um Handball. Im Alter von drei Jahren fing er beim OHV Aurich mit dem Handball an. Mit 15 Jahren folgte dann der große Schritt ins Handballinternat des TSV GWD Minden. Neben dem Sport meisterte Reshöft dort sein Abitur, bevor ihn sein Weg zum nächsten Kapitel nach Hildesheim führte. Vier Semester studierte der gebürtige Hamburger an der Leibniz-Universität Hannover Jura und spielte parallel beim HC Eintracht Hildesheim in der 3. Bundesliga.
Doch es war keine einfache Zeit. Mit seiner Rolle im Team unzufrieden, fasste er im vergangenen Winter den Entschluss, zu seiner Freundin, die an der Ruhr-Universität Medizin studiert, nach Bochum zu ziehen. „Mir ist der Spaß am Sport in Hildesheim verloren gegangen. Jetzt geht es für mich darum, diesen wiederzufinden. Mein Ziel ist grundsätzlich, den bestmöglichen Handball zu spielen. Was es am Ende wird, steht in den Sternen“, sagt der 1,83 Meter große Rechtshänder, dessen erste Eindrücke bei der Eintracht vielversprechend sind.
Die Universität in Hannover ist etwas kleiner als der riesige Ruhruni-Campus. Wie anspruchsvoll ist ein Jura-Studium, auf das jeden Abend der Handball folgt? „Es ist anstrengend und kostet Zeit, aber die investiere ich gerne“, sagt Reshöft, der sichtlich Spaß an dieser Kombination hat. Was er mit dem Studium irgendwann einmal anfangen möchte? Dafür gibt es noch keine konkreten Pläne.
Eine Leidenschaft von Reshöft ist das Kochen. „Ich koche für mein Leben gerne“, sagt der Neuzugang, der seinem Vater schon als kleiner Junge an Feiertagen gerne beim Zubereiten half, was sich zur Leidenschaft entwickelte. Auch der Umstand, mit 15 bereits ausgezogen und diesbezüglich auf sich alleine gestellt zu sein, spielte hier sicherlich eine Rolle.
Der letzte Urlaub ging an die Nordküste Spaniens. Ein kleiner Sightseeing-Trip in das Land hinein endete aber kurz vor Barcelona: „In Großstädten ist es etwas zu hektisch“, findet Reshöft, der die Entspannung am Meer bevorzugt, im Urlaub aber auch gerne mal wandern geht. Beim Ausgehen mit Freunden wählt er lieber die Kneipe zum Quatschen als die Disco zum Tanzen.
Der Rückraumakteur macht einen äußerst entspannten, in sich gekehrten Eindruck. Das bestätigt sich bei der Nachfrage zum Thema Musik. „Meine Freundin sagt, mein musikalisches Alter wäre 65. Ich bin ein alter Mann, was das angeht“, sagt Reshöft und lacht.
Regelmäßig liest er außerdem gerne Zeitung. Mit seinem Vater zusammen hat er die Süddeutsche Zeitung abonniert. Studienbedingt interessieren ihn vor allem juristische Artikel. Zum Zeitpunkt dieses Gesprächs ist gerade bekannt geworden, dass die FIFA die Rot-Sperre des amerikanischen Spielers Folarin Balogun vor dem Achtelfinale gegen Belgien aufhebt. Medienberichten zufolge geschah dies womöglich aufgrund eines Telefonats zwischen FIFA-Chef Gianni Infantino und US-Präsident Donald Trump. Die juristische Einordnung des sonst wenig fußballinteressierten Reshöfts dazu? – Urteil vertagt, der Artikel muss erst bis zum Ende gelesen werden…










