Startaufstellung Eintracht: Pascal Bochmann (TW) - Hakon Styrmisson (LA), Pouya Norouzi (RL), Linus Kutz (RM), Jan von Boenigk (RR), Luca Richter (RA), Philip Jungemann (KS)
Noch nie hatte es die Eintracht in den vergangenen Monaten so arg erwischt wie in dieser Woche: Sechs Spieler (namentlich: Dennis Wipf, Josip Jukic, Niclas Pieczkowski, Pierre Busch, André Alves und Tilman Pröhl) fielen krankheitsbedingt aus, zudem fehlte auch der weiterhin verletzte Max Öhler. Gleich fünf Akteure aus der U23 rückten dafür auf, zudem feierten die Rekonvaleszenten Maurice Paske und Tim Düren ihr Comeback.
Die Partie begann mit einer Gedenkminute an die unlängst verstorbene Hagener Leichtathletik-Legende Horst „Acker“ Wulf. Kurz danach direkt die erste sportliche Schrecksekunde. Hagens Youngster Linus Kutz war unglücklich weggerutscht bei einer 1-gegen-1-Aktion und mit dem Kopf gegen Stefan Bauer geprallt.
Und obwohl der aktuell beste Torhüter der Liga (Hagens Pascal Bochmann) dem aktuell besten Torschützen der Liga (Balingens Sascha Pfattheicher) gleich den ersten Siebenmeter wegnahm, lag der Gast nach fünf Minuten mit 3:1 vorne. Und die Eintracht? - Schüttelte sich kurz, improvisierte mit Alex Knak im Angriff sowie dem furchtlosen Youngster Moritz Bökenkamp in der Abwehr und legte einen 3:0-Lauf zum 4:3 (11.) hin.
Gleichwohl musste die Eintracht im direkten Vergleich mit dem HBW offensiv deutlich mehr investieren, um zum Torerfolg zu kommen als die Gäste. Die lagen fortan auch deshalb nicht unverdient knapp vorne (5:6, 6:7, 7:8, 8:10). Pouya Norouzi, Linus Kutz und Philip Jungemann hießen in dieser Phase die Hagener Aktivposten im hart arbeitenden Angriff, der dafür sorgte, dass die Eintracht nicht gänzlich abreißen ließ bis zur Pause (11:14), wenngleich es die Unparteiischen mit ihrer schon jetzt bisweilen merkwürdigen Linie, mit Vorliebe vermeintliche Offensivfouls anstelle von Unsauberkeiten in Serie im Defensivverhalten zu ahnden, nun deutlich übertrieben - und das ganz sicher nicht zum Vorteil der Eintracht.
Die Gastgeber kamen vor 1.627 Zuschauern griffiger aus der Kabine, verkürzten rasch auf 14:15 und 15:16, glichen zum 16:16 aus, hatten nach Pascal Bochmann zehnter Parade und Pouya Norouzis Treffer zum 17:16 erstmals seit dem 4:3 wieder die Führung übernommen. Jetzt war Höchstgeschwindigkeit auf beiden Seiten angesagt. Thermik in der Ischelandhalle. Was der Eintracht deutlich besser gelang: Sie verteidigte im Kollektiv, kam deshalb besser ins Tempo, zwang den HBW zu mehr Aufwand als noch vor der Pause. Das alles führte dazu, dass die Partie inzwischen komplett auf Augenhöhe verlief.
Nach 47 Minuten war nach der dritten Zeitstrafe vorzeitig Feierabend für Balingens Till Wente (3. Zeitstrafe) nach Griff an Hals/Schulter von Pouya Norouzi. Balingen legte dennoch weiter knapp vor, die Eintracht egalisierte. Der starke Kim Voss-Fels, Linus Kutz und Pouya Norouzi waren nun die Antreiber.
Mex Raguses Treffer zum 26:24 (50.) aus Sicht der Gäste war die erste 2-Tore-Führung seit langem, kurz danach waren es gar plus 3 für Balingen. Die Vorentscheidung? - Noch nicht. Kim Voss-Fels brachte die Eintracht wieder heran (27:28/55.). Dass die Referees nach Gesichtstreffer gegen Linus Kutz auf dem Weg zum 28:29 auf Angreiferfoul entschieden - es passte zu einer regeltechnischen Schwerpunktsetzung, die viel Exklusives mit deutlichem Hang zur Absurdität beinhaltete und sich leider bis zum Ende fortsetzte. Letztlich passte kaum mehr eine Entscheidung, wirkte das Gespann fahrig, bisweilen gar überfordert. Und so war nach Sascha Pfattheichers Siebenmetertreffer zum 28:31 die Entscheidung gefallen in einer Partie, in die die Eintracht alles hineingeworfen hatte, sich letztlich aber gegen einen erwartet starken Gegner nicht belohnen konnte.
Balingen ist - verdient - neuer Tabellenzweiter, die Grün-Gelben sind „nur“ noch erster Verfolger des Spitzentrios. Viel Gesprächsstoff für die letzten beiden Hinrunden-Spieltage…
Eintracht: Bochmann (14 Paraden/30 Prozent), Paske (n.e.) - Düren (1), Norouzi (5), Voss-Fels (5), Israel (2), Pfalzer, Jungemann (4), Styrmisson (9/6), Kutz (1), Bökenkamp, Schneider, Richter, Knak (1), von Boenigk (2)
HBW: Rebmann (0/0), Nagy (7/21) - Ruggiero-Matthes (2), Raguse (6), Huber (3), Wente, Fügel (2), Locher, Heinzelmann (3), Pfattheicher (5/5), Dayan (4), Leimeter (3), Pöhle (3), Bauer (1)
Schiedsrichter: Christopher Hillebrand/Stefan Umbescheidt (Bönen/Bergkamen)
Zeitstrafen: Eintracht 3, HBW 5 plus Rote Karte gegen Wente (47.) nach der dritten Zeitstrafe
Siebenmeter: Eintracht 6/6, HBW 5/7 (verworfen: Pfattheicher/2)
Zuschauer: 1.627
Hakon Styrmisson (Linksaußen VfL Eintracht Hagen): „Das war ein Spiel von zwei harten Mannschaften. Balingen hat verdient gewonnen - sie haben eben zwei Tore mehr gemacht als wir. Die Abschlussquote von Balingen war besser. Mir persönlich bringt es gar nichts, wenn ich neun Tore mache und wir verlieren. Dann lieber nur zwei - und wir gewinnen. Für mich ist das sehr emotional, dass ich nur noch ein Spiel hier in Hagen habe am 26. Dezember…“
Die Pressekonferenz zum Spiel mit den Trainern Matthias Flohr (HBW) und Pavel Prokopec (Eintracht), moderiert von Dirk Müller, gibt es hier.










