Startaufstellung Eintracht: Pascal Bochmann (TW) - Josip Jukic (LA), Pouya Norouzi (RL), Linus Kutz (RM), Jan von Boenigk (RR), Pierre Busch (RA), Philip Jungemann (KS)
Vor dem Anpfiff gab's Präsente von der Eintracht an die Gastgeber – eine kleine Geste für die große, mit dem Aufstieg belohnte Leistung der Gallier in den vergangenen Monaten.
Damit sollte es aber genug der Geschenke sein – eigentlich … Klar war vor dem Anpfiff in der Mey Generalbau-Arena: Das erste Hagener Tor des Abends würde auch der 1000. Saisontreffer der Eintracht in der laufenden Saison sein. Jan von Boenigk war dafür zuständig. Alle Eintracht-Fans, die im Rahmen des Instagram/Facebook-Gewinnspiels auf den Rückraumrechten getippt hatten, landen nun im Lostopf und können ein Original-Trikot des Torschützen gewinnen.
Balingen legte vom Start weg vor, die Eintracht tat sich zunächst schwer, Lösungen gegen die kompakte HBW-Abwehr zu finden. Nach knapp zehn Minuten stellte Pavel Prokopec deshalb um auf die Variante mit sieben Feldspielern, in der Version mit zwei Kreisläufern. Mit Erfolg. Aus dem 4:6-Rückstand wurde rasch ein 6:6. Eine Zeitstrafe gegen Pouya Norouzi und Elias Hubers Treffer ins leere Hagener Tor bedeuteten aber direkt wieder das 8:6.
Dieser 1- bis 2-Tore-Vorsprung des HBW hatte zunächst Bestand. Dafür, dass es nicht mehr wurde, sorgte vor allem Linus Kutz mit viel Tiefe in seinen Aktionen und einem guten Auge für die Kreisposition. Nach etwas mehr als 18 Minuten nutzte Pavel Prokopec die erste Hagener Auszeit, um sowohl im Tor (Dennis Wipf für Pascal Bochmann), am Kreis (Tim Düren für Philipp Jungemann) als auch im rechten Rückraum (Luca Richter für Jan von Boenigk) zu wechseln.
Dennis Wipf meldete sich mit einer Gegenstoß-Parade gegen den Führenden der Zweitliga-Torschützenliste, HBW-Rechtsaußen Sascha Pfattheicher, an und parierte kurz darauf einen Siebenmeter, der allerdings wiederholt werden musste. Indes: In Summe verlor die Eintracht an diesem Abend das Torwartduell überaus deutlich.
Und weil die Grün-Gelben gegen Ende der ersten 30 Minuten auf einmal viel zu viele leichte Fehler machten, nahm die Partie binnen zehn Minuten einen äußerst unguten Verlauf. Unvorbereitete Abschlüsse. Ohne Not weggeworfene Bälle. Probleme in den Helferketten gegen vier HBW-Rückraumspieler: So ging es mit einem 13:18-Rückstand in die Pause. Das fühlte sich irgendwie zu deutlich an. Ohne große Not zu deutlich.
Gleichwohl waren diese fünf Treffer natürlich ein echtes „Brett“ für den zweiten Abschnitt. Zumal Balingen per Blitzstart binnen einer Minute auf 20:13 stellte. Ein Polster, das sich eine Mannschaft von der Qualität der „Gallier“ im Normalfall natürlich nicht mehr nehmen lässt. Und so kam es dann auch. Nicht ein einziges Mal hatte die Eintracht noch die Chance, überhaupt ansatzweise auf Schlagdistanz heranzukommen.
Balingen spielte, obwohl mit mehreren Ausfällen, die Abläufe meistens konsequent bis zum Ende und schloss von allen Positionen extrem sicher ab – allen voran der achtfache Torschütze Yonatan Dayan mit einer von sechs 100-Prozent-Quoten im Team. Nach 45 Minuten war so der erste 10-Tore-Vorsprung erreicht (30:20) und die Partie sehr früh entschieden. Pavel Prokopec ließ noch seine junge Garde ran. Immerhin wuchs der Rückstand nicht noch weiter entscheidend.
HBW: Rebmann (7 Paraden/25 Prozent), Bierfreund (0/0), Nagy (1/14) – Ruggiero-Matthes (2), Huber (3), Grupe (4), Fuß (4), Grüner (3), Wente (3), Fügel (2), Pfattheicher (1/1), Dayan (8), Leimeter (4), Pöhle (3), Bauer (3)
Eintracht: Bochmann (2/9), Wipf (2/11) – Düren (1), Norouzi (2), Pröhl (2), Alves (1), Pieczkowski (1), Mielke, Israel (1), Jungemann (3), Bökenkamp, Kutz (5), Jukic (1), Richter (2), Busch (6/4), von Boenigk (2)
Schiedsrichter: Paul Kijowsky/Lukas Strüder (Koblenz/Mainz)
Zeitstrafen: HBW 5, Eintracht 3
Siebenmeter: HBW 1/1, Eintracht 4/4
Linus Kutz (fünffacher Torschütze VfL Eintracht Hagen): „Das tut richtig weh. Wir hatten uns viel mehr vorgenommen. Niemand fährt gerne acht Stunden, um so zu verlieren. Das ist nicht unser Anspruch. Wir haben heute in vielen Belangen nicht das abgerufen, was wir uns vorgenommen haben. Das müssen wir aufarbeiten und besser machen. Natürlich wissen wir, was Balingen für eine Qualität hat. Wir haben viel und gut trainiert, haben viel Video geschaut. Umso ärgerlicher, dass wir das nicht abrufen können. Ich glaube, Balingen hat den Aufstieg verdient. Sie haben sich alles hart erarbeitet. Wir haben nächste Woche unser letztes Heimspiel, wir sind es unseren Fans schuldig, dass wir zu Hause die Saison gut abschließen.“
Die Pressekonferenz zum Spiel mit den beiden Cheftrainern Matti Flohr (HBW) und Pavel Prokopec (Eintracht), moderiert von Jenny Sauter, findet ihr auf dem HBW-Youtube-Kanal.










