Startaufstellung Eintracht: Pascal Bochmann (TW) - Hakon Styrmisson (LA), Pouya Norouzi (RL), Niclas Pieczkowski (RM), Jan von Boenigk (RR), Pierre Busch (RA), Philip Jungemann (KS)
Im Kader der Eintracht hatte es kurzfristig noch eine Änderung gegeben. Neben Tim Düren (Sprunggelenk) fiel mit Kapitän Tilman Pröhl (krank) ein weiterer Kreisläufer aus. Ungute Erinnerungen an die Vorsaison wurden wach. Niklas Pfalzer und Arne Quittmann aus der U23 rückten nach.
Jan von Boenigk führte die Eintracht entsprechend als Kapitän aufs Feld, und Hakon Styrmisson eröffnete nach etwas mehr als einer Minute mit seinem Treffer zum 1:0 den Abend. Auf der Gegenseite war es Pascal Bochmann, der gegen den BBM-Toptorschützen, Kreisläufer Jonathan Fischer, direkt stark parierte. Und die Eintracht legte nach. Pieczkowski per Schlagwurf, Styrmisson im Gegenstoß nach Jungemanns Steal gegen die „schnelle Mitte“ der Gäste - 3:0 (5.).
Ihre erste Überzahl (Juan de Pena hatte Philip Jungemann „entkleidet“) nutzte die Eintracht, um auf 5:1 zu erhöhen. Diese 4-Tore-Führung hatte vorerst Bestand, weil die Eintracht im Gesamtkonstrukt zunächst deutlich homogener wirkte als noch vor fünf Tagen bei der ersten Auswärtsniederlage in Dessau-Roßlau. Pascal Bochmann und Pouya Norouzi standen zu diesem Zeitpunkt an der Spitze des grün-gelben Kollektivs.
Indes: Es blieb nicht so. Im letzten Drittel von Halbzeit eins stieg die Hagener Fehlerquote an, was sich in mehreren Fehlpässen gegen antizipierende BBM-Abwehrspieler und unvorbereiteten Würfen niederschlug, während Bietigheim deutlich besser abschloss als noch zum Start. „Wir bekommen hinten keinen Zugriff mehr“, konstatierte Eintracht-Torhüter Pascal Bochmann in der Nachbetrachtung - so war es… Beim 11:12 (M'Bengue/24.) lag der Gast erstmals in Führung und nahm diesen knappen Vorsprung auch mit in die Pause (14:15).
Die Gäste wechselten zum Start in Abschnitt zwei den Torhüter (Jan Hrdlicka für Martin Tomovski). Hrdlicka sollte der Partie von jetzt an seinen Stempel aufdrücken. Am grundsätzlichen Charakter des Abends änderte sich indes nichts. Umkämpft, Fokus auf die Defensive. Und doch wirkte der Bundesliga-Absteiger kompakter, verteidigte exzellent und hatte auf der Gegenseite nun ein gutes Maß zwischen Kreisläuferkooperation und Treffern aus der Distanz gefunden.
Das schlug sich sukzessive in Zahlen nieder. 15:18, 16:20, 17:21 - Hagen (inzwischen mit Dennis Wipf im Tor) lief Gefahr, abreißen lassen zu müssen. Nach Alen Hadzimuhamedovic' Siebenmeter-Treffer waren es erstmals fünf Tore Rückstand (17:22/42.) aus Sicht der Gastgeber, denen diese ein, zwei Initialzündungen fehlten, um die Halle noch einmal mitzunehmen.
Schlussendlich waren es zu viele Baustellen aus Eintracht-Sicht, um noch einmal einen nachhaltigen Umschwung zu initiieren. Beim 20:26 (49.) roch es nach Vorentscheidung in der Ischelandhalle, beim 22:30 (54.) war endgültig klar, dass die Gäste die Halle als Sieger verlassen würden. Ein Hagener 5:0-Lauf zum Ende hin gestaltete die Optik des Ergebnisses zwar noch etwas erträglicher, an der Berechtigung des BBM-Erfolges gab es aber nicht den leisesten Hauch eines Zweifels.
Eintracht: Bochmann (10 Paraden, 31 Prozent), Wipf (2/20) - Norouzi (7), Alves, Pieczkowski (2), Voss-Fels, Pfalzer, Jungemann (3), Styrmisson (6/3), Kutz (3), Quittmann, Jukic (2), Richter, Busch, Knak, von Boenigk (4)
SG BBM: Tomovski (3/17), Hrdlicka (8/40) - Vlahovic (3), Claus (3), Hadzimuhamedovic (3/3), Wolf (3), de la Pena (3), Nicolaus (3), Strosack (3), Pfeifer (2), M'Bengue (2), Fischer (5), Hermann, Prantner
Schiedsrichter: Matthias Klinke/Sebastian Klinke (Bordesholm)
Zeitstrafen: Eintracht 2, SG BBM 4
Siebenmeter: Eintracht 3/4 (verworfen: Styrmisson), SG BBM 3/3
Zuschauer: 1.612
Pascal Bochmann (Torhüter VfL Eintracht Hagen): „Die vielen Fehler auf unserer Seite und das teilweise löchrige Abwehrverhalten sind die Hauptgründe für diese Niederlage. Zu Anfang sieht es noch relativ gut aus, aber später bekommen wir einfach keinen Zugriff mehr. Am Ende des Tages ist das zu wenig. Bietigheim ist einfach abgezockter, die erfahrenen Jungs sind schon viele Jahre im Geschäft. Klar, wir haben jetzt zwei Spiele hintereinander verloren. Aber wir können jetzt ja nicht aufhören, Handball zu spielen, sondern müssen lernen, damit umzugehen. Jetzt gilt es, den Fokus auf Lübbecke zu legen.“
Und hier geht's zur Pressekonferenz mit beiden Trainern Iker Romero (SG BBM) und Pavel Prokopec (Eintracht), moderiert von Dirk Müller.










