„Manni“ Breuckmann und der VfL Eintracht Hagen - wie kam es zu dieser Verbindung? Der inzwischen 74-Jährige, der im beruflichen Unruhestand natürlich nicht gänzlich vom Sport lassen kann, Vorträge hält und - dazu später mehr - den Podcast „Steilvorlage“ produziert, hatte erst unlängst auf Einladung von Eintracht-Geschäftsführer Fynn Holpert einen lockeren Kick zwischen den Eintracht-Profis und einer Sponsoren-Auswahl kommentiert. An der Seite von Eintracht-Stimme Dirk Müller im altehrwürdigen Ischelandstadion, das - und da schließt sich der Kreis - im Jahr 1961 Station von Breuckmanns Heimatverein Germania Datteln auf dem Weg zum größten Erfolg der Vereinsgeschichte, der Westfalenmeisterschaft, war.
Man verstand sich blendend, ein Wort gab das andere - und der Blick auf den Breuckmann'schen Terminkalender ließ das Derby gegen TuSEM Essen als geeignet für einen schnellen Wiederbesuch in Hagen erscheinen. Handball und „Manni“ Breuckmann sind gleichwohl zwei Begrifflichkeiten, die vielleicht nicht zwingend als traute Zweisamkeit daherkommen.
„Ich habe in meiner Karriere mehr als 1.000 Spiele übertragen“, erinnert sich der studierte Jurist, „zwei davon waren Handball-Spiele.“ Eines davon mit Beteiligung des VfL Gummersbach gegen einen Gegner aus der Slowakei mit so manchem “i” und “c” im Namen. Der Mann, der sich selbstironisch als „Fußball-Fachidioten“ bezeichnet, gesteht freimütig ein, „dass ich nicht viel Ahnung hatte von dem, was ich da kommentiert habe.“ Hat aber funktioniert. Und Spaß gemacht.
„Die Rasanz, die Schnelligkeit beim Handball - das finde ich toll“, sagt Breuckmann, „die Vielzahl der Tore eher nicht.“ Da spricht jemand, der in seiner Karriere seine Zuhörerschaft für ein torloses Remis in der Fußball-Bundesliga durch seine launige Art und Weise begeistern konnte. „Mit dem Mikro in der Hand werde ich zum Tier“, verriet Breuckmann einst der Evangelischen Zeitung in einem lesenswerten Stück. Man glaubt es unbesehen, wenn man nicht ohnehin dabei war seinerzeit.
In die Ischelandhalle kommt „Manni“ Breuckmann nicht alleine. „Ich bringe meine Gattin mit und einen Pfarrer.“ Nachfrage am Telefon: „Einen Pfarrer oder einen Fahrer?“ Schon richtig verstanden: Pfarrer Bernd Becker, unter anderem Geschäftsführer des Luther-Verlages und von Radio Paradiso, ist Breuckmanns Gesprächspartner im Podcast „Steilvorlage“. In mittlerweile fast 100 Folgen sprechen Breuckmann und Becker „eigentlich über alles - nur nicht über Fußball“, wie Breuckmann es formuliert. Jede Folge dauert zehn Minuten, ist kurzweilig, witzig formuliert. Erhältlich zum Download überall, wo es Podcasts gibt - oder direkt hier.
Nach dem Besuch des „Westderbys“ in Hagen wird „Manni“ Breuckmann so schnell übrigens so schnell kein Handballspiel mehr live sehen. Es geht für eineinhalb Jahre nach Mallorca. „Wir haben uns dort ein Haus gemietet. Ich will die Vereidigung des Kabinetts Weidel/Spahn nicht live in Deutschland erleben“, sagt der Mann, der beim WDR lange Jahre Politik-Redakteur war und lacht dabei. Auch wenn es eher nach Galgenhumor klingt. „Es ist eine bedenkliche politische Entwicklung im Land", sagt Breuckmann, „wenn man versucht, uns einen Mann wie Charlie Kirk jetzt als Gallionsfigur der Meinungsfreiheit zu verkaufen.“
Und dann ist es um, dieses Telefongespräch, an dessen Ende man sich bei der Formulierung eines Wunsches ertappt: dass es noch einmal ein bisschen wie früher sein möge, als Reporter noch etwas zu sagen hatten und nicht nur gut geölte Rädchen im Business der Fußball-Bundesliga waren…










