Startaufstellung Eintracht: Pascal Bochmann (TW) – Josip Jukic (LA), Pouya Norouzi (RL), Linus Kutz (RM), Jan von Boenigk (RR), Pierre Busch (KS), Philip Jungemann (KS)
Alles wie angekündigt – das war die Devise mit Blick auf den Eintracht-Kader. Nur Max Öhler fehlte, aufgrund des parallel stattfindenden U23-Spiels in Ahlen rückte nur Anton Trute aus dem U-Bereich nach.
Die Eintracht startete mit einem Siebenmeter-"Leger" von Pierre Busch und einer Bochmann-Parade, ansonsten aber vergleichsweise torarm. Zwei Treffer nach fünf Minuten – das hatte es in den vergangenen Tagen auch schon anders gegeben. Beide Teams standen defensiv kompakt, waren körperlich präsent. Dass alles in einem sehr vernünftigen Rahmen blieb: auch ein Verdienst der beiden Referees. Matthias Klinke/Sebastian Klinke kommunizierten, moderierten und zogen vor allem für alle klar ersichtliche Grenzen.
Nicht so gut hingegen die Siebenmeter-Quote der Eintracht. Dreimal in Halbzeit eins scheiterten die Grün-Gelben am guten Philip Ambrosius bzw. am Aluminium. So dauerte es eine Viertelstunde, ehe die Gastgeber erstmals mit zwei Toren Vorsprung in Führung lagen. Benedikt Israel hatte per Gegenstoß zum 8:6 getroffen. Noch in derselben Minute legte Pouya Norouzi – ebenfalls im Gegenstoß – auf 9:6 nach. Erstes Team-Timeout von Vanja Radic, dem Chefcoach der Gäste aus der Bauhaus-Stadt.
Pavel Prokopec nutzte diesen Break, wechselte dreifach. Niclas Pieczkowski, Tilman Pröhl und André Alves kamen. Linus Kutz' „Zuckerpass“ auf André Alves bereitete das 13:9 (21.) vor. Auf beiden Seiten stieg nun die Fehlerquote, auch die eine oder andere Zeitstrafe gab es. Einen Dessauer 3:0-Lauf zum 13:12 beendete Luca Richter per Siebenmeter, zur Pause lag die Eintracht weiter vorne. Mit 18:15 nämlich.
Zwei prägende Eintracht-Angreifer, das Duo Jan von Boenigk/Pouya Norouzi, eröffneten Abschnitt zwei. Deutlich in eine Richtung wollte das Pendel aber nicht ausschlagen. Beide Mannschaften waren erkennbar bemüht, einfache Fehler zu minimieren. Ein wenig litt die Geschwindigkeit des Ballvortrags bisweilen darunter.
Und die Partie blieb ein leidenschaftlicher Abnutzungskampf. Hagen wollte weg und kam nicht. Dessau wollte heran und kam auch nicht so recht. Dieses Spielchen wiederholte sich mit wechselnden Protagonisten bis zur 48. Minute. Ballgewinn Niclas Pieczkowski mit allerletztem Einsatz, Gegenstoß Pouya Norouzi zum 28:23. Erste 5-Tore-Führung der Eintracht. Zweite Auszeit Dessau.
Zunächst mit Erfolg. Dessaus bester Torschütze, Yannick Danneberg, brachte seine Farben beim 29:26 noch einmal heran. Hagen, jetzt mit Dennis Wipf im Tor, konterte mit viel Druck und Emotionen umgehend. Der Pfosten des DRHV-Tores verhinderte Pierre Buschs 32:28, doch das fiel einen Angriff später. Für die nun wieder mit sieben Feldspielern angreifenden Hagener traf Benedikt Israel. Vier Minuten noch auf der Uhr, das muss doch reichen?
Und das tat es auch. Nach zwei ganz bitteren technischen Fehlern der Gäste bei zwei Anwürfen in Folge machten Tim Düren und Benedikt Israel mit dem 35:29 den Deckel drauf für die Eintracht. Der Heimspiel-Marathon war zu einem erfolgreichen Ende gebracht worden. Das durfte gefeiert werden…
Eintracht: Bochmann (7 Paraden/23 Prozent), Wipf (1/20), Paske (0/0) – Düren (1), Norouzi (7), Pröhl (2), Alves (1), Pieczkowski, Trute, Israel (4), Jungemann (1), Kutz (4), Jukic, Richter (5/2), Busch (4/1), von Boenigk (6)
DRHV: Patzwald (3/27), Ambrosius (11/30) – Gonschor, F. Haake (1), C. Haake (3), Neagu (3), Powarzynski (3), Nowak (5), Baumgart, Misovych (1/1), Schüler (3/1), Danneberg (9/3), Döbbel, Hertzfeld, Pust (2)
Schiedsrichter: Matthias Klinke/Sebastian Klinke (Bordesholm/Bordesholm)
Zeitstrafen: Eintracht 2, DRHV 4
Siebenmeter: Eintracht 3/7 (verworfen: Busch/2, Alves, Richter), DRHV 5/7 (verworfen: Schüler, Misovych)
Zuschauer: 1.327
Tilman Pröhl (Kapitän VfL Eintracht Hagen): „Eigentlich sind wir davon ausgegangen, dass es ein sehr schnelles Spiel wird. Wir haben es gut geschafft, das Dessauer Tempo zu unterbinden, indem wir unsere Angriffe gut zu Ende gespielt haben und ihnen nicht die Chance geboten haben, uns zu überlaufen. Die Kunst ist es ja, Leidenschaft und wenige Fehler zusammen zu schaffen. Ich glaube, wir haben das gegen einen guten Gegner gut hinbekommen heute. Für das dritte Spiel in einer Woche war das von allen eine gute Leistung.”
Die Pressekonferenz zum Spiel mit beiden Trainern, Vanja Radic (DRHV) und Pavel Prokopec (Eintracht), moderiert von Andreas Klement, findet ihr auf unserem Youtube-Kanal.










