In buchstäblich letzter Sekunde unterlag die Eintracht im Hinspiel dem HC Elbflorenz 2006 (hier mit Pouya Norouzi gegen Jonas Thümmler). Sollte es am Mittwoch umgekehrt laufen – sehr gerne...

Nach dem "Phantomtor"-Derby wartet jetzt der Tabellendritte auf die Eintracht

Zweites von insgesamt drei Spielen binnen neun Tagen für Handball-Zweitligist VfL Eintracht Hagen: Die Mannschaft von Pavel Prokopec und Valentin Schmidt gastiert am Mittwoch (19 Uhr, Ballsportarena Dresden) beim HC Elbflorenz 2006.

Bereits um 9 Uhr am Dienstagmorgen trat der Eintracht-Tross die Reise nach Dresden an, im Gepäck natürlich noch immer die Gedanken an das Südwestfalenderby mit dem heiß diskutierten „Phantomtor“ des TuS Ferndorf, das letztlich dafür gesorgt hatte, dass die Partie 32:32 und nicht – wie es eigentlich korrekt gewesen wäre – 32:31 für die Eintracht geendet hatte.

„Der ganze Fall und die Art und Weise, wie das zustandegekommen ist, das nervt einfach“, sagt Pavel Prokopec. „Und natürlich ist das immer noch Thema in der Mannschaft. Mit allem, was wir tun, arbeiten wir jeden Tag darauf hin, in unseren Spielen erfolgreich zu sein. Und wenn dann so etwas passiert, dann hinterlässt das zumindest mal ein komisches Gefühl.“

Am Sachstand selbst hat sich nichts geändert. Der Deutsche Handball-Bund hatte bereits am Sonntag in Person von Schiedsrichter-Chefin Jutta Ehrmann den Fehler des dreiköpfigen Kampfgerichts eingeräumt. Die Eintracht ihrerseits hat ihren Einspruch beibehalten und zudem den auf Sportrecht spezialisierten Rechtsanwalt Helge-Olaf Käding (Minden) mit der Wahrnehmung ihrer Interessen beauftragt. Das letzte Wort hat nun die Sportgerichtsbarkeit, wobei fast alles auf eine Neuansetzung hindeutet. Sollte es zu diesem Urteil kommen, hat die Eintracht bereits den Terminkalender durchforstet und zwei mögliche (Wochen-)Spieltage identifiziert im engen Belegungsplan der Ischelandhalle. Aber dazu mehr, sobald es eine finale Entscheidung der Sportrichter gibt.

Zum bevorstehenden Spiel in Dresden: Auf der rund 530 Kilometer langen Fahrt in die Landeshauptstadt des Freistaates Sachsen hatte das Eintracht-Team reichlich Zeit zum Lesen und erfuhr unter anderem, dass es von der Dresdener Ausgabe des Boulevard-Internetportals tag24.de als „angeschlagene Beute für die HCE-Tiger“ eingestuft wurde. Das ist natürlich von der redaktionellen Meinungsfreiheit gedeckt, Pavel Prokopec musste dennoch kurz schmunzeln. „Spannend“, befand der Eintracht-Coach, wollte sich darüber hinaus aber lieber auf die sportliche Qualität der Gastgeber konzentrieren.

Die nämlich gehören trotz des Ausfalls ihres Rückraumspielers Timo Löser (Mittelfußbruch) zur Spitzengruppe der Liga. Ein Aufstiegskandidat? – „Ja“, sagt Prokopec, „ich hätte vor Saisonbeginn nicht unbedingt darauf getippt, aber sie gehören mit ihren bisher gezeigten Leistungen zusammen mit Balingen und Bietigheim zu den Top-Mannschaften der Liga.“

Das Hinspiel in Hagen hatte die Mannschaft von HCE-Trainer André Haber mit 37:36 für sich entschieden, nachdem die Eintracht 80 Sekunden vor Schluss noch mit 36:35 vorn gelegen hatte. Und was erwartet die Grün-Gelben in der schmucken Ballsportarena zu Dresden, die architektonisch lange als Vorbild für die ursprünglich geplante Hagener Arena galt? – Vor allem eine sehr robuste Mannschaft, die kompromisslos deckt und starke Torhüter hinter sich weiß. Hier schlägt Pavel Prokopec direkt den Bogen zum Ferndorf-Spiel. „Wir sind zu oft in die Stoppfouls gekommen, müssen den Ball einfach besser laufen lassen. Das war Thema in den letzten Tagen.“ Vorne ist es Sebastian Greß, der die Fäden des Rangdritten zieht. Der HCE-Spielmacher war es auch, der im September vergangenen Jahres die Partie in Hagen quasi mit der Schlusssekunde entschied.

Die Eintracht hat in Dresden quasi einen Steinwurf entfernt von der Ballsportarena Quartier bezogen. Nach der Anreise heute erfolgte eine lockere Aktivierung, um die Busfahrt aus den Beinen zu bekommen. Ein Anschwitzen ist dann für morgen geplant, ehe es am späten Nachmittag in die vermutlich sehr gut besuchte Halle geht. Ziel: „Natürlich wollen wir gewinnen. Das wollen wir immer“, sagt Pavel Prokopec. Für dieses Unterfangen hat der Eintracht-Coach nahezu sein komplettes Personal zur Verfügung. Der langzeitverletzte Max Öhler fehlt weiterhin und Moritz Bökenkamp konnte krankheitsbedingt die Fahrt nach Dresden gar nicht erst antreten.  


Das Auswärtsspiel der Eintracht beim HC Elbflorenz wird am Mittwoch um 19 Uhr angepfiffen. Wer die Partie nicht alleine zu Hause bei DYN schauen möchte – hier geht es direkt zum Stream –, ist herzlich zum Krombacher-Fantalk der Eintracht ins bayerische Wirtshaus „Humpert am Höing“ in der Fleyer Straße 123 eingeladen. Ab 18.30 Uhr begrüßt Gastgeber Andreas Klement alle Handball-Freunde. Als Interview-Gäste sind die Eintracht-Legenden Marc Oberste und Carsten Fege mit dabei, das Publikum kann wie immer via Bierdeckel-Fragen mitdiskutieren. Eine Runde Frischgezapftes geht wieder auf den Deckel von Eintracht-Partner Krombacher. Das Humpert-Team sorgt für die feste und flüssige Verpflegung und bittet – zur besseren Planung –, wenn möglich, um Voranmeldung. Das ist online ganz einfach hier möglich.