Startaufstellung Eintracht: Pascal Bochmann (TW) – Josip Jukic (LA), Pouya Norouzi (RL), Juan de la Pena (RM), Jan von Boenigk (RR), Pierre Busch (RA), Philip Jungemann (KS)
Im Vergleich zu den Vorwochen hatte Pavel Prokopec eine Veränderung in der Startaufstellung vorgenommen. Jonas Wilde rückte für Pascal Bochmann zunächst zwischen die Pfosten. Der Start in die Partie geriet aus Hagener Sicht gleichwohl holprig. Früh wechselte Prokopec die Systeme und teilweise auch das Personal. Erst nach einer Viertelstunde kam die Eintracht – inzwischen im 7‑gegen-6‑Angriff – besser zum Zuge. Josip Jukic' Treffer zum 10:6 (16.) war der erste Hagener 4-Tore-Vorsprung des Abends, das Spiel der Grün-Gelben schien sich zu stabilisieren.
Ein Trugschluss. Auch wenn offensiv ganz sicher nicht alles Gold war, was glänzte im Hagener Spiel, bekamen die Gastgeber vor allem ihre Defensive nicht dicht. Emsdetten tat das, was Co-Trainer Marco Grgic vor der Partie angekündigt hatte: Die Münsterländer waren lästig, schnell auf den Beinen, emotional, trafen flexibel – und die Eintracht, inzwischen mit Pascal Bochmann im Tor, ließ in Summe zu viel zu, schlug unter anderem zu wenig Kapital aus ihren Überzahlsituationen und vom Siebenmeterpunkt.
Auch die Rote Karte gegen Fynn Jarik Hasenkamp (28.) nach Griff von schräg hinten in den Wurfarm von Pouya Norouzi schockte die Lingener-Sieben nicht wirklich. Quasi mit dem Pausenpfiff glich Niclas Heitkamp für den Aufsteiger zum 18:18 aus. Zu leicht hatte die Eintracht ihren eigentlich auf einem guten Weg befindlichen Vorsprung von Mitte der ersten Halbzeit wieder hergeschenkt.
Und es ging in ähnlichem Stil weiter: Weil Emsdetten sein Zentrum nun deutlich kompakter gestaltete, musste sich die Eintracht ihre Treffer mit Beginn von Halbzeit zwei mit höherem Aufwand erarbeiten. Folge: Nach 38 Minuten lag der TVE beim 25:22 erstmals etwas deutlicher vorne. Zweite Auszeit Hagen.
Jonas Wilde verhinderte mit seiner Siebenmeterparade gegen Yannick Terhaer, dass es gar ein 4-Tore-Rückstand wurde. Die von unzähligen Unterbrechungen geprägte Partie, sie blieb zerfahren und Emsdetten kam mit diesem Charakter deutlich besser zurecht als Hagen.
Einer allerdings hatte etwas gegen eine frühe Vorentscheidung: Jonas Wilde. Der Eintracht-Torhüter parierte jetzt mehrfach stark, Hagen knabberte den Rückstand sukzessive ab, verpasste nach etwas mehr als einer Dreiviertelstunde aber den möglichen 27:27-Ausgleich. Stattdessen: Ein Passfehler ohne Not, eine unnötige Zeitstrafe, weiter hochengagiert verteidigende Gäste sowie ein nun ebenfalls guter TVE-Torhüter Paul Dreyer ließen den Aufsteiger erneut die Oberhand gewinnen (27:31).
Doch auch das war noch nicht die Entscheidung. Mehrere Zeitstrafen auf beiden Seiten, Rot gegen Emsdettens Robin Jansen, drei Richter-Treffer. Nur noch 30:31, sechs Minuten auf der Uhr. Es war ein atemberaubendes Auf und Ab, das die knapp 1.400 Zuschauer nun sahen. Starke Emsdettener Unterzahl-Varianten, ein Empty-Net-Treffer von Pouya Norouzi gefolgt von einem Kempa des Eintracht-Leitwolfs, feinste Dreher von beiden Linksaußen (Niclas Heitkamp, Bene Israel). Mehr Derby ging nicht. Am Ende war es dann Emsdettens Torhüter Paul Dreyer, der mit einer Siebenmeterparade gegen Pouya Norouzi und anschließendem Treffer ins leere Hagener Tor die Partie entschied. Verdienter Jubel beim Gast. Hängende Köpfe im Eintracht-Lager. Viel Zeit zum Aufarbeiten bleibt aber nicht…
Eintracht: Wilde (11 Paraden/32 Prozent), Bochmann (1/7) – Becker, Genz, Norouzi (5), Puls, de la Pena (2), Israel (1), Pfalzer (1), Jungemann (1), Kutz, Kraus (4), Jukic (1), Richter (6), Busch (9/7), von Boenigk (4)
TVE: Dreyer (10/36/1), Krechel (3/18) – Meuser (2), Heitkamp (7), Terhaer (7/3), Budelmann (7), Träger, Beekmann, Gorpoistin, Dörtelmann, Hasenkamp, Jansen (1), Tobeler (4), Zintel, Timm (2), Kluwe (3), Damböck (3)
Schiedsrichter: Nils Blümel/Frederic Linker (Berlin/Recklinghausen)
Zeitstrafen: Eintracht 2, TVE 6 plus Rote Karten gegen Gorpishin (3. Zeitstrafe), Jansen und Hasenkamp (jeweils grobes Foulspiel)
Siebenmeter: Eintracht 7/12 (verworfen: Busch/3, Norouzi, Richter), TVE 3/4 (verworfen: Terhaer)
Zuschauer: 1.349
Luca Richter (sechsfacher Torschütze VfL Eintracht Hagen): „Natürlich bin ich nicht happy im Moment, völlig egal, ob ich ein gutes Spiel gemacht haben. Wir kriegen einfach nicht umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben. Wir haben immer wieder Abspracheprobleme in der Abwehr und sind vorne teilweise zu ungeduldig. Jetzt muss das schnell abgehakt werden – es geht ja am Mittwoch schon weiter.”
Die Pressekonferenz mit Lennart Lingener (TVE) und Pavel Prokopec (Eintracht), moderiert von Andreas Klement, findet ihr auf unserem Youtube-Kanal.










