Zum dritten Siegerjubel im dritten Rückrundenspiel würde die Eintracht gerne am Freitagabend ansetzen. Leicht wird das nicht gegen den alten Südwestfalen-Konkurrenten TuS Ferndorf.

Im Derby will die Eintracht die Rückrunden-Punkte fünf und sechs einfahren

Am 3. Rückrunden-Spieltag ist es wieder so weit: Südwestfalenderby in der 2. Handball-Bundesliga. Der VfL Eintracht Hagen empfängt dazu am Freitag (Anwurf: 20 Uhr) den Nachbarn TuS Ferndorf in der Ischelandhalle. Das Hinspiel hatten die Grün-Gelben im September 2025 nach intensiven 60 Minuten mit 28:27 für sich entschieden.

TuS und Eintracht haben nicht nur die südwestfälische Herkunft gemeinsam. Beiden Derby-Konkurrenten gelang mit jeweils zwei Siegen auch ein guter Start in die zweite Saisonhälfte. Die Eintracht behauptete sich daheim gegen den HSC 2000 Coburg und zuletzt beeindruckend deutlich bei der HSG Nordhorn-Lingen, der TuS gewann nervenstark zweimal knapp gegen den TSV Bayer Dormagen und die HSG Krefeld Niederrhein. Damit haben die Siegerländer ihren Vorsprung auf den ersten Abstiegskampf signifikant auf nunmehr sieben Zähler erhöht.

„Die Spiele, die Ferndorf in der Hinrunde knapp verloren hat, gewinnen sie jetzt“, sagt Eintracht-Cheftrainer Pavel Prokopec und erwartet nicht zuletzt deshalb „ein ganz hartes Stück Arbeit“. Der Derbycharakter steht für den tschechischen Ex-Internationalen auf der Eintracht-Bank hintan. „Auch in einem Derby gibt es zwei Punkte zu holen – nicht mehr, nicht weniger. Deshalb ist das für mich ein ganz normales Spiel.”

Für die Fan-Lager beider Teams gilt das eher nicht. Beim jüngsten Duell gegen die zehnmal in Folge siegreiche HSG Nordhorn-Lingen hatten rund 70 Eintracht-Fans die Mannschaft ins Emsland begleitet. „Überragend, wie wir unterstützt worden sind“, sagt Pavel Prokopec, „da sind mehr als 3000 Zuschauer in der Halle und du hörst unsere Fans. Ganz stark! Vielleicht sind wir auch deshalb auswärts so gut …“ Eine Stimmung, die sich der Coach und sein Team auch für Heimspiele wünschen. In der Pressekonferenz nach dem Coburg-Spiel hatte Prokopec leise die doch arg zurückhaltende Stimmung in der Halle in der Crunchtime kritisiert. „Vielleicht lassen sich die übrigen Zuschauer im Derby von den Fans mitnehmen – das wäre toll…“ Zumal auch der Gast aus dem Siegerland für lautstarke Auswärtsfans bekannt ist.

Zum Sportlichen: Dass die Stimmung nach dem Sieg von Nordhorn eine gute ist – verständlich. Wohlgemerkt: gut. Nicht euphorisch. Denn trotz aller Defensivstärke und der überragenden Torwartleistung gab es in der Nachbesprechung auch Kritik. „Der Start in beide Halbzeiten hat mir nicht gefallen“, monierte der Coach Torarmut, leichte Ballverluste und nicht absprachegemäßes Rückzugsverhalten. 

Daran wurde in der zurückliegenden Trainingswoche gearbeitet, wie auch an der Abwehrarbeit gegen sieben Angreifer. Die hatte in Lingen schon ordentlich funktioniert. „Ich rechne auch gegen Ferndorf damit“, so Prokopec und sieht die Maßnahme auch als Lob für die offensive Abwehr der Eintracht, die die Gegner mit sieben Feldspielern zurückdrängen wollen in ein defensiveres System.

Defensive ist das Stichwort. Bei der „Abteilung Torverhinderung“ sieht Prokopec die klaren Ferndorfer Stärken. Zusammenspiel der Abwehr mit guten Torhütern, viel Leidenschaft – das sind die Qualitäten der Siegerländer, die kürzlich personell noch einmal nachgelegt haben. Vom Erstligisten Bergischer HC wurde der 19-jährige Rückraumspieler Sören Servos per Doppelspielrecht verpflichtet.

Personalupdate: Bis auf den langzeitverletzten Max Öhler (Schulter) gibt es keine Ausfälle bei der Eintracht. Alle zuletzt noch angeschlagenen Spieler (Norouzi, Pröhl, Düren) sind fit, sodass der identische Kader wie in der Vorwoche aufläuft, um im Derby möglichst die Rückrundenpunkte fünf und sechs einzufahren.


  • Für das Südwestfalenderby gegen den TuS Ferndorf am Freitag (20 Uhr, Ischelandhalle) werden wieder die Hintertortribünen geöffnet. Gäste-Block ist der Außenblock E2 hinter dem Tor, die freien Plätze sind hier rot bzw. dunkelrot markiert. Auf der Haupttribüne gibt es wenige Restplätze, zusammenhängend nur noch in Block A, der im rechten Winkel an den Gäste-Block E2 grenzt. Stehplätze auf dem Heuboden sind in ausreichender Zahl vorhanden. Hier geht es direkt zum Online-Vorverkauf.
     
  • Einlass ist am Freitag 90 Minuten vor Anpfiff, also um 18.30 Uhr. Das gilt für Haupt- wie VIP-Eingang gleichermaßen.
     
  • Früh kommen lohnt sich auch deshalb, weil im Foyer die bereits aus dem Vorjahr bekannte Aktion von Eintracht-Partner Ambrock GmbH wartet. Auf einer übergroßen Leinwand haben alle Zuschauer die Möglichkeit, sich mit ihrem Handabdruck und Fingerfarbe zu verewigen.
     
  • Und wer es nicht in die Halle schafft: DYN überträgt die Partie natürlich live. Ab ca. 19.45 Uhr meldet sich Kommentator Dirk Müller direkt aus der Ischelandhalle. Hier ist der Link zum Stream.