Verdienter Jubel nach einem harten Stück Arbeit: Die Eintracht steht im Achtelfinale des DHB-Pokals.

DHB-Pokal: Die Eintracht tut sich lange schwer in Köln

Der VfL Eintracht Hagen steht im Achtelfinale des DHB-Pokals. Bei einem sich mehr als teuer verkaufenden Drittligisten Longericher SC setzten sich die im Vorfeld klar favorisierten Grün-Gelben am Mittwochabend mit 40:32 (19:16) durch. Für die Runde der letzten 16 hofft die Eintracht nun auf einen hochkarätigen Erstligisten, gleichwohl gilt der Fokus ab sofort dem Sonntag, wenn es ab 18 Uhr in der heimischen Ischelandhalle zum immer jungen Südwestfalenderby gegen den TuS Ferndorf kommt.


Startaufstellung Eintracht: Pascal Bochmann (TW) – Josip Jukic (LA), Pouya Norouzi (RL), Juan de la Pena (RM), Jan von Boenigk (RR), Pierre Busch (RA), Philip Jungemann (KS)


Keine Experimente: Das war die Eintracht-Devise mit Blick auf die Startaufstellung in der Sporthalle der Carl-von-Ossietzky-Gesamtschule, deren Bodenbelag bei nächster Gelegenheit noch ein paar Linien spendiert werden sollten, um das ruhige optische Gesamtbild ein wenig aufzupeppen. 

Zum Spiel: Die Eintracht startete mit einem von Pierre Busch verwandelten Siebenmeter, ließ den Ball gegen die Longericher 6:0-Abwehr flüssig laufen. Auf der Gegenseite deckte die Eintracht im 5:1-System gegen hochengagierte Gastgeber. Jan von Boenigk stellte nach freiem Durchbruch nach noch nicht einmal acht Minuten die erste etwas deutlichere Führung für die Eintracht her – 5:2. Kurz darauf besorgte Linus Kutz im 7-gegen-6 in der Variante mit vier Rückraumspielern und einem Kreisläufer das 7:3.

Früh alles in Butter in der Domstadt aus Hagener Sicht? – Nein. LSC-Torhüter Roman Babic war es geschuldet, dass die Eintracht nicht weiter wegkam. Sogar das Gegenteil war der Fall. Neben der Abschlussschwäche vorne, griff die offensive Eintracht-Abwehr nicht. Longerich ließ hingegen das Herz auf der Platte, verkürzte bis auf 7:8.

Dass die Eintracht sich fortan stabilisierte und bis auf sechs Treffer davonzog, war vor allem einer ganzen Serie von erfolgreichen 1‑gegen-1-Aktionen Linus Kutz’ geschuldet. Und dennoch blieb es dabei: Defensiv passte die Stabilität nicht, hinzukamen mehrere Empty-Net-Treffer, sodass die Führung der Eintracht zum Pausenpfiff der sehr guten Referees vom Dorff/vom Dorff mit 19:16 dünn ausfiel.

Und auch der Start in Abschnitt zwei gelang dem Gast von der Volme nicht. Zwei schnelle LSC-Treffer (Robin Kremp, Frederik Breithaupt) bedeuteten gar den 18:19-Anschluss für den Drittligisten, der sich sukzessive in diesen Pokal-Move hineinarbeitete, der einen vermeintlichen Underdog über sich hinauswachsen lässt.

Und als dann Lennart Leitz für die Gastgeber nach erfolgreichem Steal zum 25:25 (43.) ausglich, da glaubte die restlos ausverkaufte Halle an die ganz große Sensation. Und die Eintracht? – Wusste die Situation irgendwie nicht richtig einzuordnen, war defensiv immer noch weit entfernt von jenen Top-Leistungen des Saisonstarts.

Philip Jungemann zeichnete für den 30. Hagener Treffer verantwortlich. Wichtiger als das Erreichen dieser Marke war aber der Umstand, dass sich die Eintracht vor Eintritt in die Crunchtime beim 30:26 ein kleines Polster im wahrsten Sinne des Wortes erarbeitet hatte. 

Am Ende wurde es dann noch deutlich. Der LSC zollte seinem tollen Kampf Tribut, streute nun im Angesicht der verloren gehenden Körner Fehler um Fehler ein. Das nutzte die Eintracht. Nach einem Doppelschlag von Alexander Becker und Pierre Busch zum 33:26 (52.) war die Entscheidung gefallen. Doch der vergleichsweise glatte 40:32-Endstand darf über eines nicht hinwegtäuschen: Bis zum Derby am Sonntag gegen den TuS Ferndorf (18 Uhr, Ischelandhalle) besteht Nachjustierungsbedarf.


LSC: Kull (1 Parade/7 Prozent), Babic (10/27/2) – Wörmann (4), Schrief, Pyszora, Henrich (2), Kämper, Janssen, Braun, Breithaupt (3), Leitz (3), Schulz (6/2), Nolting, Kremp (8), Dahlke (4)
Eintracht: Wilde (n.e.), Bochmann (12/30) – Becker (2), Genz (2), Norouzi (2), Puls (4), de la Pena (1), Israel (3), Pfalzer (3), Jungemann (2), Kutz (3), Kraus, Jukic (2), Richter (2), Busch (10/6), von Boenigk (4)
Schiedsrichter: Christian vom Dorff/Fabian vom Dorff (Kaarst)
Zeitstrafen: LSC 1, Eintracht 2
Siebenmeter: LSC 2/2, Eintracht 6/6
Zuschauer: 550