„Eine Allerweltsaktion. Kein Fremdkontakt, blöd aufgekommen - und schon war es passiert“, blickt der Rückraumspieler, der noch zum U23-Saisonauftakt beim TuS Vinnhorst zu den Besten im Team von Trainer Valentin Schmidt gehört hatte, auf die Szene in einem Testspiel gegen die eigene U19 zurück.
„Ich hatte so eine Ahnung, dass es etwas Größeres ist“, schildert Spielmacher im Nachgang. Die erste Diagnose nach der MRT-Untersuchung schien diese Befürchtung zunächst nicht zu bestätigen. Im Erstgespräch war nur von einer starken Überdehnung der Innenbänder die Rede. Der ausführliche Bericht klang kurz darauf schon nicht mehr so gut, sodass auf Vermittlung von Trainer Valentin Schmidt - in seiner Profi-Karriere ebenfalls von schweren Knieverletzungen geplagt - ein Spezialist in Köln aufgesucht wurde.
Dessen Diagnose: niederschmetternd. Riss des vorderen Kreuzbandes, Teilrisse der Innenbänder und auch der Meniskus hat womöglich noch etwas abbekommen. „Im ersten Moment ist das richtig sch…“, macht der junge Eintrachtler keinen Hehl aus seiner Gefühlslage. Verständlich. Im Dezember 2023 hatte sich Ricker, damals noch im U19-Bundesliga-Team der Eintracht, bereits einen Kreuzbandriss im rechten Knie zugezogen und sich in den Monaten danach durch die Reha in den Trainings- und Wettkampfalltag zurückgekämpft.
„Natürlich macht man sich da Gedanken, wie und ob es mit dem Handball weitergehen kann“, so Ricker. Zunächst gilt es jetzt aber die für Anfang der Woche geplante OP abzuwarten. „Beim rechten Knie hat alles sehr gut funktioniert, ich fühle mich sicher“, will der hochtalentierte Youngster nicht aufgeben.
„Sportlich tut uns das natürlich richtig weh. Aber das ist im Moment nicht wichtig“, sagt Eintracht-Trainer Valentin Schmidt, „wichtig ist nur Lorenz. Für ihn tut mir das unfassbar leid.“ Nicht nur die Saison 2025/26 ist damit gelaufen. Lorenz Ricker wird notgedrungen bald wieder sehr viel Zeit dort verbringen, wo er sich zwar bestens aufgehoben fühlt, aber so schnell eigentlich nicht wieder regelmäßig verkehren wollte: im Therapiezentrum von Eintracht-Physiotherapeut Patrick Kappe in Hagen-Halden.
Dort wird er dann zum zweiten Mal beginnen, der lange und oftmals beschwerliche Weg zurück in den sportlichen Alltag…










