Linkshänder Kim Voss-Fels gehörte gegen HBW Balingen-Weilstetten zu den besten Hagenern. Am Samstag gastieren die Grün-Gelben beim VfL Lübeck-Schwartau.

Sechs Spiele ohne Niederlage: Eintracht will Lübecker Serie beenden

Das letzte Auswärtsspiel des Handball-Jahres 2025 führt den VfL Eintracht Hagen schnurstracks nach Norden. Bereits am Freitagvormittag ist die Mannschaft nach Lübeck aufgebrochen, wo heute Abend noch trainiert wird. Nach einer Übernachtung vor Ort wird die Partie beim Tabellenneunten VfL Lübeck-Schwartau am Samstagabend um 18 Uhr in der Hansehalle angepfiffen.

Die Niederlage des leidenschaftlich agierenden Hagener Rumpfkaders gegen HBW Balingen-Weilstetten in der vergangenen Woche, sie hallte noch weit in die folgende Trainingswoche hinein nach. „Ärgerlich, wirklich ärgerlich“, wollte Eintracht-Cheftrainer Pavel Prokopec in der öffentlichen Bewertung zwar nicht weiter auf die Schiedsrichterleistung vor Wochenfrist in der Ischelandhalle eingehen, gleichwohl bestätigte die Videoanalyse in großen Teilen die ersten Einschätzungen. 

Das ändert im Nachhinein natürlich rein gar nichts mehr, dafür nahmen Mannschaft und Verantwortliche das feine Gespür des Publikums mit in die Aufarbeitung. Die mehr als 1.600 Zuschauer in der Ischelandhalle hatten ihre Mannschaft mit stehenden Ovationen gefeiert, als habe sie gewonnen. „Das habe ich in meiner ganzen Zeit in Hagen so noch nicht erlebt“, sprach Pavel Prokopec von Gänsehautmomenten, auch wenn die Vorgeschichte eben eine gänzlich andere war.

Doch es geht weiter, immer weiter. Zweimal 60 Minuten stehen noch auf dem 2025er-Spielplan, die erste Hälfte am Samstag in der Marzipanstadt im hohen Norden. Dort ist der VfL Lübeck-Schwartau ansässig, der seit nunmehr sechs Spielen ungeschlagen ist. „Und zur Wahrheit gehört auch dazu, dass wir nur ein Spiel aus den letzten vier gewonnen haben“, sagt der Eintracht-Coach - was als ein neuerlicher Hinweis darauf verstanden werden darf, dass in dieser Liga nichts, aber wirklich gar nichts von alleine geht.

Die Angriffstaktik der Mannschaft von Trainer David Röhrig, der einst vom TSV Bayer Dormagen in den Norden gewechselt war, vergleicht Prokopec in vielen Strukturteilen mit der eigenen: „Schon ähnlich. Viele 1-gegen-1-Aktionen mit weglaufenden Kreisläufern.“ Und auch defensiv ist Flexibilität eine Trumpfkarte der Schleswig-Holsteiner, allerdings auf Basis eines 6:0-System, das häufig in offensivere Muster umschaltet. „Eine gute Mannschaft, die sich nach meinem Eindruck in dieser Saison gefunden hat“, sagt Prokopec über den Gegner, dessen letzte Niederlage vom 26. Oktober (bei der HSG Nordhorn-Lingen) datiert.

Geht es nach dem Willen der Eintracht, soll diese Serie am Samstag ein Ende haben. „Wir wollen unbedingt gewinnen“, sagt der Coach. Ja, das ist im Profisport die wichtigste Grundvoraussetzung, aber dieser Satz symbolisiert vor allem die Entschlossenheit, mit der der Eintracht-Tross am Freitag nach Lübeck aufgebrochen ist. Am späteren Nachmittag erreichte der Mannschaftsbus die Hansestadt, um 20 Uhr steht ein lockeres Anschwitzen in der Hansehalle auf dem Programm. Der Samstag beginnt mit einer Aktivierung, ehe es am Nachmittag vom Hotel in die Halle geht.

Gute Nachrichten gibt es mit Blick auf den zuletzt sehr hohen Krankenstand. Im Laufe der zurückliegenden Woche meldeten sich Niclas Pieczkowski, Pierre Busch, André Alves, Josip Jukic und Dennis Wipf allesamt wieder gesund. „Sie sind noch nicht wieder bei 100 Prozent, sodass wir häufiger wechseln müssen“, so Prokopec, „aber wir haben wieder deutlich mehr Alternativen als gegen Balingen.“ Zumal aus der U23 Alex Knak und der defensiv so überzeugende Moritz Bökenkamp das Aufgebot komplettieren.


Rund ums Spiel:

Das Auswärtsspiel der Eintracht beim VfL Lübeck-Schwartau wird am Samstag um 18 Uhr in der Hansehalle angepfiffen. Die Mannschaft wird unter anderem von der „Auswärts dabei“-Gruppe begleitet, die in den frühen Morgenstunden des Samstags zu einer Tagestour in die Hansestadt startet.

Wer auf eigene Faust kommen sollte: Sitzplätze sind praktisch ausgebucht, es gibt aber noch Stehplatztickets. Hier geht es direkt zum Online-Vorverkauf des VfL Lübeck-Schwartau.

Für alle Daheimgebliebenen gilt: Das bayerische Wirtshaus „Humpert am Höing“ bietet auch am Samstag wieder ein Public Viewing an. Und wer die Couch vorzieht: DYN überträgt ab ca. 17.45 Uhr aus der Hansehalle, hier geht es direkt zum Stream