Eine richtig schwierige Aufgabe wartet am Sonntag auf Niclas Pieczkowski und den VfL Eintracht Hagen. Die Grün-Gelben sind zu Gast bei der HSG Nordhorn-Lingen, die zuletzt zehn (!) Siege in Serie feierte.

Die Eintracht zu Gast beim erfolgreichsten Team der letzten vier Monate

Das erste Auswärtsspiel der Rückrunde führt den VfL Eintracht Hagen am Sonntag (17 Uhr, Emsland-Arena Lingen) nicht zur "Mannschaft der Stunde", sondern vielmehr zur "Mannschaft der letzten vier Monate". Denn: Gegner HSG Nordhorn-Lingen hat die jüngsten zehn (!) Spiele allesamt gewonnen. Die letzte Niederlage des aktuellen Tabellenvierten datiert vom 18. Oktober 2025. "Ein echtes Brett", sagt Eintracht-Cheftrainer Pavel Prokopec deshalb im Vorfeld. Nachvollziehbar...

Bei allem Respekt vor dem Gegner geht der Blick des Hagener Trainers aber zunächst aufs eigene Team, genauer: Auf die Kollektivleistung, die den Rückrundenstartsieg gegen den HSC 2000 Coburg erst ermöglicht hat – trotz des Ausfalls von Pouya Norouzi, trotz des Ausfalls von Tilman Pröhl und Tim Düren. „Die Mannschaft hat das zusammen überragend gelöst, wobei die Betonung noch mehr als sonst auf dem ‘zusammen’ liegt“, zeigte sich Prokopec auch mit dem Abstand von einer Woche noch angetan von der Vorstellung seiner Jungs. „Vor allem die Jungen, wie Linus oder Luca, haben vorne viel Verantwortung übernommen, und die Abwehr hat das sehr flexibel gelöst.“

Ein Sieg auch für den Kopf, für das Selbstvertrauen war das, obwohl der Ausfall von Pouya Norouzi gemeinhin als das „Worst-Case-Szenario“ angesehen wurde in der aktuellen Konstellation. Stichwort Pouya: Ob der Deutsch-Iraner am Sonntag in Lingen schon wieder auflaufen kann, erscheint mehr als fraglich. „Ich weiß es wirklich nicht“, sagte Pavel Prokopec am Freitagmittag, plant aber ob der mehr als großen Ungewissheit schon wieder mit Ersatz aus der U23. Moritz Bökenkamp wird auf jeden Fall mit nach Lingen fahren, Alex Knak hingegen nicht – der Youngster hat sich im letzten Drittliga-Heimspiel gegen den TV Bissendorf-Holte eine Schulterverletzung zugezogen und fällt für mehrere Wochen aus. Zweiter U23-Akteur im Kader wird Niklas Pfalzer sein, weil auf der Kreisläuferposition hinter Philip Jungemann ebenfalls weiterhin eine Vakanz besteht.

Egal, mit welcher Besetzung: Die Eintracht will im Emsland natürlich versuchen, an den Erfolg aus der Hinrunde anzuknüpfen. Mit 23:16 hatten die Grün-Gelben seinerzeit nach etwas mehr als 50 Minuten geführt, bis dato überragend verteidigt. Ein 0:5-Lauf ließ es dann allerdings noch einmal wackelig werden, ehe unterm Strich ein 27:23-Sieg stand.

Das freilich ist lange her. Beide Mannschaften haben sich entwickelt seitdem, wobei Pavel Prokopec mit Blick auf die HSG mehrere Aspekte in den Fokus rückt. „Sehr kompakt in der Abwehr, außerdem haben sie mit Kristian van der Merwe den in meinen Augen besten Torhüter der Liga.“ Diese Einschätzung ist auch von den Statistiken der vergangenen 18 Spieltage gedeckt, direkt hinter van der Merwe (201 Paraden, 33,39 Prozent Fangquote) folgt allerdings schon Pascal Bochmann. Der Eintracht-Torhüter, der eine ganz starke Saison spielt, bringt es aktuell auf 191 Paraden und 31,62 Prozent gehaltener Bälle. Gut möglich, dass auch der Ausgang des Torhüterduells am Sonntag darüber entscheidet, wer am Ende des Abends die Emslandhalle als Sieger verlässt. Vorbereitet hat sich die Eintracht überdies auf die HSG-Variante mit dem siebten Feldspieler – eine weitere Erkenntnis aus dem Hinspiel.  

Und der Wunsch des Trainers an sein Team, das im übrigen von einer mehr als 50-köpfigen „Auswärts-dabei“-Gruppe begleitet wird? – Keine Überraschung. „Wir wollen vorne geduldig sein, wenig Fehler machen. Und wenn die Abwehr so flexibel und so leidenschaftlich wie gegen Coburg deckt, dann können wir etwas mitnehmen.“ Das klingt nach einem Plan. Einem guten Plan!


Das Spiel gegen den VfL Eintracht Hagen ist für die HSG Nordhorn-Lingen das erste Heimspiel des Jahres. Es wird mit einer sehr gut besuchten Emsland-Arena in Lingen gerechnet (Anwurf: 17 Uhr). Sitzplätze sind nur noch wenige vorhanden, Stehplätze in ausreichender Anzahl. Wer die Eintracht begleiten will, dem empfehlen wir auf jeden Fall, den Online-Vorverkauf der HSG zu nutzen. Hier geht es direkt zu den Tickets. Natürlich überträgt auch DYN wieder live