Viel Arbeit gegen einen kompakten Innenblock wird auf Juan de la Pena und die Eintracht-Offensive auch im Nordhorner Euregium warten.

Eintracht-Ziel: Nach dem Derbysieg direkt nachlegen

Die erste „englische Woche“ der Saison ist überstanden. Nach einer 2:2-Punkte-Bilanz in der Meisterschaft und dem Einzug ins DHB-Pokal-Achtelfinale befindet sich die Eintracht durchaus auf Kurs und will jetzt nachlegen. Am Samstag geht die vergleichsweise kurze Fahrt ins Nordhorner Euregium, wo die HSG Nordhorn-Lingen als Gegner wartet.


7:3 Punkte hat die Mannschaft aus der Grafschaft Bentheim, gelegen im äußersten Südwesten Niedersachsens, aktuell auf ihrem Konto. Eigentlich eine gute Ausbeute, doch die Gesamtbetrachtung ist eine kompliziertere. Denn: Der HSG werden am Saisonende wegen wesentlicher Verstöße im Lizenzierungsverfahren sechs Zähler abgezogen. Die Diskussion darüber kochte in den vergangenen Monaten bisweilen hoch. Vor allem die HSG Krefeld Niederrhein als erster Absteiger der Vorsaison hatte alle juristischen Hebel in Bewegung gesetzt, erachtete die Maßnahmen der HBL gegen die HSG Nordhorn-Lingen als zu gering.

„Nicht unser Thema“, sagt Eintracht-Cheftrainer Pavel Prokopec, „natürlich spricht man in der Kabine darüber, wenn es etwas Neues gibt. Aber meiner Wahrnehmung nach ist es ruhiger geworden in dieser Sache.“ Zeit genug also, sich mit den sportlichen Stärken des nächsten Gegners und der eigenen Situation zu beschäftigen.

„Schon ein Stück erleichtert“ sei man nach dem Derbysieg gewesen, bekennt Prokopec mit Blick auf die in Sachen Mentalität bärenstarke zweite Halbzeit gegen den TuS Ferndorf am vergangenen Sonntag. Aber natürlich spielte nach erfolgter aktiver Regeneration zu Wochenbeginn auch die Frage eine Rolle, wie diverse Problemfelder künftig bespielt werden können.

„Die Abwehrleistung der zweiten Halbzeit war der Schlüssel“, sagt Pavel Prokopec in der Nachbetrachtung und hofft, dass sich ein ähnlicher Spirit ins Euregium transportieren lässt. Denn die Herausforderungen werden nicht geringer Natur sein. Mentalität kann die HSG auch, machte gerade erst am Montag aus einem zwischenzeitlichen 6-Tore-Rückstand bei den Eulen Ludwigshafen einen 33:29-Sieg.

Das sportliche Portfolio von HSG-Trainer Mark Bult, der unlängst zum niederländischen Nationaltrainer berufen wurde und diese Funktion neben seiner Tätigkeit in Nordhorn künftig in Personalunion ausfüllt, ist breit. Aus einer kompakten 6:0-Abwehr entwickelt die HSG ein effizientes Tempospiel, verfügt über gute Kreisläufer und mit dem 22-jährigen Elmar Erlingsson – Sohn des neuen Mindener Trainers Elingur Richardsson – über einen „aufgehenden Stern auf der Spielmacherposition“ (O‑Ton Prokopec). Kurzum: Da kommt im Verbund mit einer lauten, vollen Halle einiges zu auf die Eintracht.

Gleichwohl hat die Eintracht gute Erinnerungen an das letzte Auswärtsspiel bei der HSG, allen voran Pascal Bochmann. Sagenhafte 23 Paraden verbuchte der Hagener Torhüter im Februar dieses Jahres, wurde so zum Albtraum der HSG-Angreifer. Annähernde Wiederholung? – Sehr gerne erwünscht…

Beim Unterfangen, die 8:2-Zähler-Startbilanz weiter auszubauen, kann Pavel Prokopec auf den gewohnten Kader zurückgreifen. Alexander Becker ist nach überstandenem Infekt wieder mit an Bord, ansonsten läuft dieselbe Mannschaft auf wie am vergangenen Sonntag gegen den TuS Ferndorf.


Matchfacts:

  • Die Auswärtspartie der Eintracht bei der HSG Nordhorn-Lingen wird am Samstag um 19.30 Uhr im Euregium Nordhorn angepfiffen.
  • Tickets im Online-Vorverkauf gibt es hier.
  • Angesetzte Schiedsrichter sind Denis Regner und Julian Köppl aus Nieder-Olm bzw. Frankfurt am Main.
  • Wer die Begegnung zu Hause verfolgen möchte: Der Streamingdienst DYN überträgt ab 19.15 Uhr. Hier geht es direkt zum Abo.