Startaufstellung Eintracht: Pascal Bochmann (TW) – Josip Jukic (LA), Pouya Norouzi (RL), Juan de la Pena (RM), Jan von Boenigk (RR), Pierre Busch (RA), Philip Jungemann (KS)
Die Eintracht begann im Euregium mit einem Wechsel auf der Torhüterposition. Der im Februar dieses Jahres im letzten Duell mit der HSG so famos aufspielende Pascal Bochmann kehrte für Jonas Wilde zwischen die Pfosten zurück. Wilde, im Südwestfalenderby gegen den TuS Ferndorf ein Sieggarant, hatte unter der Woche mit einem Infekt zu kämpfen gehabt und konnte nur eingeschränkt trainieren.
Erster Angriff, erstes Hagener Tor zur Führung. Jan von Boenigk jagte das Spielgerät unter dem Druck des passiven Vorwarnzeichens rechts unten ins HSG-Tor. Die Muster, mit denen gegnerische Mannschaften der Eintracht-Offensive begegnen, sie gleichen sich zunehmend. Kompaktes Zentrum, viel Physis, aggressives Attackieren gegen Pouya Norouzi, Juan de la Pena, Jan von Boenigk & Co.
Anders das System auf der Gegenseite. Nordhorn ging direkt ins 7-gegen-6, das die Eintracht mit ganz schnellen Beinen relativ offensiv verteidigte und gleich mehrfach ins leere Tor traf. Nach noch nicht einmal acht Minuten hatten sich die Grün-Gelben so eine 7:3-Führung erarbeitet (Jan von Boenigk in Überzahl). Das leere Nordhorner Tor und die Eintracht – es war eine harmonische Liebesbeziehung an diesem Abend. Wenn der Kalender nicht den “Tag der Deutschen Einheit” ausgewiesen hätte, es hätte in dieser Hinsicht auch der Valentinstag sein können...
Nordhorn zog fortan zunächst zurück auf ein 6-gegen-6 im Angriff. Was blieb, war eine sehr aufmerksame Hagener Abwehr mit guter Antizipation. Dennoch gelang den Gastgebern ein 3:0-Lauf zum 8:10, weil sich nun hier und da kleine Unaufmerksamkeiten einschlichen ins Spiel der Grün-Gelben. Pavel Prokopec reagierte, ließ seinerseits in Überzahl angreifen und wechselte auf mehreren Positionen. Aber: Beim 13:13 war Nordhorn zurück im Match. Die Eintracht hatte ihre Dominanz fast komplett eingebüßt. So ging es zwar mit einer 17:16-Führung in die Pause, doch irgendwie fühlte sich das zu wenig an.
Duplizität der Ereignisse: Auch der Start in Abschnitt zwei gelang dem Gast aus Hagen besser. Pascal Bochmann parierte mehrfach stark, die Eintracht-Abwehr stresste den HSG-Angriff weiter, so dass sich die Eintracht langsam, aber sicher wieder absetzte (20:22, 21:24, 22:26). Harte Arbeit war das gegen kampfstarke, nie aufsteckende HSGer mit ihren Top-Torschützen Tarek Marschall, Maxi Lux und Ian Hüter an der Spitze sowie einem guten Kacper Ligarzewski im Tor.
Die Latte des Nordhorner Gehäuses verhinderte zunächst noch, dass Juan de la Pena wieder auf plus fünf Treffer für Hagen stellen konnte, Nordhorn verkürzte stattdessen. Gemein war den meisten Offensivaktionen beider Mannschaften, dass sie sich ihre Tore häufig sehr hart erarbeiten mussten. Was die Eintracht nun sehr gut machte: das konsequente Abräumen für Pierre Busch auf der Rechtsaußenposition. Das gab Sicherheit.
Und so ging es mit einer 33:28-Führung der Eintracht (Bene Israel/52.) in die Crunchtime. Und dieses Mal ließen sich die Grün-Gelben ihren 5-Tore-Vorsprung nicht nehmen. Maximal souverän spielte Hagen die beiden Punkte nach Hause. Der kleine, aber lautstarke Hagener Anhang schaltete spätestens fünf Minuten vor dem Ende endgültig um auf Feiermodus. Ein gelungener Abend in Grün und Gelb.
HSG: Ligarzewski (13 Paraden/37 Prozent), Tschentscher (0/0) – Wilhelm (1), Gentzel (1), van Berlo, Lux (6/1), Marschall (9), Hüter (6), Hoogland (1), Ruddat (3), Rajkovic, Thiel (2), Erlingsson (1), Duvancic (1), Lingers (1)
Eintracht: Wilde (n.e.), Bochmann (17/35) – Becker (1), Genz, Norouzi (5), Puls, de la Pena (4), Israel (4), Pfalzer, Jungemann (4), Kutz, Kraus (3), Jukic (3), Richter (1), Busch (6/1), von Boenigk (6)
Schiedsrichter: Darnel Jansen/Lucas Hellbusch (Trebur)
Zeitstrafen: HSG 3, Eintracht 3
Siebenmeter: HSG 1/3 (verworfen: Lux, Erlingsson), Eintracht 2/2
Zuschauer: 1.726
Pierre Busch (sechsfacher Torschütze VfL Eintracht Hagen): „Das war das erwartet harte Auswärtsspiel, es ist immer schwer, hier zu bestehen. Ich bin stolz auf die Mannschaft, dass wir es am Ende so souverän gelöst haben. Es hätte natürlich entspannter sein können. Wir waren in der ersten Halbzeit ja schon auf fünf Tore weg, haben dann doch einige technische Fehler gemacht. Auch Anfang der zweiten Halbzeit war es noch relativ ausgeglichen. Aber: Wir haben gezeigt, dass die Abwehr wieder steht und mit Bochis Paraden und einfachen Toren davonziehen konnten. Ich denke, wir haben unsere Hausaufgaben gemacht.“
Die Pressekonferenz mit beiden Trainern Mark Bult (HSG) und Pavel Prokopec (Eintracht), moderiert von Wolfgang Kösters, findet ihr auf dem YouTube-Kanal der HSG.










