Rückkehr an alte Wirkungsstätte: Eintracht-Kreisläufer Tim Düren spielte vier Jahre lang für den HC Oppenweiler-Backnang.

Mit maximaler Ernsthaftigkeit zum Aufsteiger nach Backnang

Die Situation ist gewissermaßen neu. Abgesehen von TuSEM Essen - und das ist (Achtung: Phrasenschwein-Alarm) ein Derby mit eigenen Gesetzen und so weiter - hatte die Eintracht in der laufenden Serie 2025/26 bislang ausschließlich hoch gewettete Gegner zu bespielen. Das ändert sich am Samstag grundlegend. Die Fahrt geht zum Tabellenletzten, Aufsteiger HC Oppenweiler-Backnang. Anwurf in der Murrtal-Arena in Backnang ist um 18 Uhr.

Ob dieses Sachverhaltes überlegt Pavel Prokopec ganz kurz. „Ja, das kann man so sehen“, sagt der Cheftrainer der Eintracht, macht aber direkt im nächsten Satz deutlich, dass er kein sonderlicher Anhänger von Tabellen-Arithmetik ist. „Es funktioniert nur mit absoluter Ernsthaftigkeit“, sagt der tschechische Ex-Nationalspieler auf der Hagener Bank - und muss dabei gar nicht aussprechen, dass die abgelaufene Saison Warnung genug ist, nicht einen einzigen Gegner auch nur ansatzweise auf die leichte Schulter zu nehmen.

Entsprechend war nach dem Derbysieg gegen TuSEM Essen im Training keine Spur von Nachlassen zu sehen in dieser Woche. „Wir haben gut trainiert, sind gut vorbereitet“, sagt Eintracht-Torhüter Pascal Bochmann stellvertretend fürs Team. Und das wird nötig sein, denn auch das Liga-Schlusslicht hat natürlich seine Qualitäten. „Sie kommen mit sehr viel Wucht aus dem Rückraum, werfen viel aus der Distanz“, analysiert Prokopec den Aufsteiger, „da wird es auf zwei Dinge ankommen: dass wir sie weit weg vom Tor halten und dass die Kooperation zwischen Abwehr und Torhüter funktioniert.“ Blick in die Statistik: In Person von Nick Fröhlich hat der HCO den aktuell drittbesten Liga-Torschützen in ihren Reihen. 39 Mal traf der Rückraumspieler bislang und damit dreimal mehr als sein direkter „Tabellennachbar“ auf Rang vier, Hagens Pouya Norouzi.

Dass die zuletzt 36 Hagener Gegentore im „Westderby“ dem Coach nicht schmeckten, daraus macht der 45-Jährige keinen Hehl. Wobei ein (zu) großer Teil dieser Treffer auch den eigenen technischen Fehlern geschuldet war, die dem TuSEM „leichte“ Gegenstoßerfolge ermöglichten. „Diese Fehlerquote müssen wir dringend drücken“, lautet daher eine Kernforderung von Prokopec.

Gleichwohl sind dies alles Nuancen. Der Eintracht-Saisonstart darf bei 9:3 Punkten mit Fug und Recht als gelungen bezeichnet werden, jetzt gilt es, sich in der Spitzengruppe festzubeißen. Auf der anderen Seite steht mit den Gastgebern ein Team, das als einziges noch auf einen Sieg wartet. Die beiden HC-Pluspunkte resultieren aus zwei Remis gegen den HSC 2000 Coburg und die HSG Krefeld Niederrhein - beide in eigener Halle.

Für einen Eintrachtler ist das Spiel im Übrigen eine Rückkehr an alte Wirkungsstätte. Kreisläufer Tim Düren spielte von 2019 bis 2023 für die Baden-Württemberger, ehe es ihn in den hohen Norden nach Wilhelmshaven verschlug. „Natürlich ist das ein besonderes Spiel für mich“, sagt Düren in seiner ehrlich-offenen Art. Aber: Alte Freundschaften werden am Samstag ab 18 Uhr für netto 60 Spielminuten natürlich ausgeblendet, weil das Ziel aller Eintrachtler identisch ist. Die Punkte zehn und elf der laufenden Saison sollen in der Murrtal-Arena her.

Um bestmöglich vorbereitet zu sein, sind Mannschaft und Staff bereits am Freitagvormittag in Richtung der Metropolregion Stuttgart aufgebrochen. Nach Ankunft vor Ort wird heute Abend noch ein lockeres Anschwitzen in einer Soccerhalle absolviert. Auch der Spieltag selbst hat seine gewohnte Struktur. „Wir bieten eine Aktivierungseinheit in Form eines lockeren Athletiktrainings an“, skizziert Pavel Prokopec, „aber das ist freiwillig, kein Zwang.“ Und dann wird's auch schon ernst, wenn der Teambus am Nachmittag in Richtung Murrtal-Arena (Fassungsvermögen: 1.332 Zuschauer) aufbricht.

Personal-Update: Im Vergleich zum „Westderby“ geht die Eintracht nahezu unverändert an den Start. Einzige Änderung: Linkshänder Kim Voss-Fels kehrt für U23-Youngster Alexander Knak ins Aufgebot zurück.


Tickets für das Spiel in der Murrtal-Arena gibt es online und an der Abendkasse. DYN überträgt live. Anpfiff ist am Samstag um 18 Uhr, die Übertragung beginnt um 17.45 Uhr.


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