So kennen und schätzen die Eintracht-Fans Niclas Pieczkowski: als umsichtigen Regisseur und "Raumdeuter" in der Abwehr sowie als volksnahen Spieler nach dem Schlusspfiff.

Im Sommer ist Schluss: Niclas Pieczkowski beendet Profi-Karriere

Es wird das Ende einer ebenso langen wie erfolgreichen und damit bemerkenswerten Karriere sein: Niclas Pieczkowski beendet im Sommer kommenden Jahres seine Profi-Karriere. Das Heimspiel gegen den VfL Lübeck-Schwartau am Sonntag, 31. Mai 2026, wird der letzte Auftritt des Eintracht-"Leitwolfs" und Europameisters von 2016 in einem Pflichtspiel vor eigenem Publikum.

Im Rahmen eines langen und von beiden Seiten als „sehr gut“ bezeichneten Treffens besprachen Pieczkowski und Eintracht-Präsident Detlef Spruth vor wenigen Tagen den geplanten Schritt, der sowohl für Pieczkowski selbst als auch den Verein natürlich ein Einschnitt sein wird, der gleichwohl nicht gänzlich unerwartet kommt.

Im Sommer 2023 war Pieczkowski vom TSV GWD Minden nach Hagen gewechselt. „Wir haben Niclas damals als absoluten Wunschspieler verpflichtet, waren uns aber im Klaren darüber, dass die Eintracht mit hoher Wahrscheinlichkeit seine letzte Station im Profibereich sein würde“, so Spruth. „Wir sind zusammengewachsen, Niclas hat einen großen Anteil am derzeitigen Erfolg“, so Spruth weiter.

Für „Pitsche“, wie Fans und Teamkollegen den Mann mit der Rückennummer 14 meist nennen, schließt sich im Sommer damit ein Kreis. Bei der Eintracht hatte die steile Karriere nach dem Wechsel von der A-Jugend in den Seniorenbereich begonnen, bei der Eintracht endet sie nach Stationen bei TuSEM Essen, dem TuS N-Lübbecke, dem SC DHfK Leipzig und dem TSV GWD Minden auch. 275 Spiele und 760 Tore stehen allein in Pieczkowskis Erstliga-Bilanz. Größter Karriereerfolg des 41-fachen Nationalspielers war zweifelsohne die Goldmedaille bei der Europameisterschaft 2016 in Polen. 

So etwas lässt man natürlich nicht einfach hinter sich. „Die finale Entscheidung, meine Handballschuhe an den Nagel zu hängen, ist mir unfassbar schwergefallen“, sagt Pieczkowski. „Schlussendlich bin ich aber sehr glücklich, dass ich das Privileg habe, meine Karriere selbstbestimmt in meiner Heimat zu beenden. Ich fühle mich erleichtert, in diesem Entscheidungsprozess einen Schlussstrich zu ziehen.“ Pieczkowski wird ab dem Sommer seine berufliche Laufbahn als Wirtschaftsingenieur in den Mittelpunkt rücken, „aber natürlich werde ich die Zeit als Profi-Sportler sehr vermissen.“

Wenn Niclas Pieczkowski zurückschaut auf 15 Jahre in der 1. und 2. Bundesliga, dann klingen seine Worte wie die eines Mannes, der mit sich im Reinen ist. "Der Handballsport war seit der Kindheit ein Teil meines Lebens und hat mich menschlich mitgeprägt. Als ich damals hier in Hagen die Entscheidung getroffen habe, den Weg als Profi-Sportler einzuschlagen, hätte ich nicht zu träumen gewagt, mehr als 15 Jahre lang in der 1. und 2. Bundesliga zu spielen, geschweige denn einmal ein Teil der Nationalmannschaft zu sein. Neben den sportlichen Erfolgen werden mir ganz besonders die Menschen in Erinnerung bleiben, die ich auf meiner Reise kennenlernen durfte."

Niclas Pieczkowskis Dank geht an „alle Personen, die mich im Laufe meiner Karriere unterstützt haben, vor allem an meine Freunde und meine Familie, die mir so oft zur Seite gestanden haben und dafür viele Opfer gebracht haben. Ein ganz besonderes Dankeschön widme ich meiner Frau, die mich stets begleitet hat und meine Reise zu unserer Reise hat werden lassen.“