HSG Krefeld: Der Name des sonntäglichen Gegners ist in Handball-Deutschland derzeit in aller Munde, und das aus gutem (respektive schlechtem) Grund. Der letztjährige Liga-Konkurrent der Eintracht setzt sich aktuell mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln gegen einen Vorgang zur Wehr, der den professionellen Handballsport in keinem guten Licht dastehen lässt. In Kurzform: Die HSG Nordhorn-Lingen hatte zunächst die Lizenz für die neue Zweitliga-Saison ohne Auflagen erhalten, musste nur wenig später aber eine hoch sechsstellige Deckungslücke im Etat eingestehen. Im Falle einer Nicht-Erteilung der Lizenz wäre die HSG Krefeld als erster Absteiger Nutznießer einer Sanktionierung gewesen, hätte womöglich ein weiteres Jahr in der 2. HBL spielen können.
Doch inzwischen rennt die Zeit davon. Das Landgericht Dortmund hat in dieser Woche einen Krefelder Antrag auf einstweilige Verfügung zurückgewiesen, während die HBL Nordhorn-Lingen mit einem 6-Punkte-Abzug am Ende der Saison 2026/27 belegt hat und mehrere Medien von einem im Raum stehenden Nordhorner Insolvenzantrag berichteten. Kurzum: Die Lage ist dynamisch und die deutliche Mehrheit der Fans kann den Krefelder Ärger über Vorgänge nachvollziehen, die deutlich mehr Fragen aufwerfen als beantworten.
In dieser Gemengelage geht es nun in den DHB-Pokal. Hagen und Krefeld: Bereits zu Beginn der Vorbereitung standen sich beide Teams gegenüber. Am Ende gewann die Eintracht in der heimischen Sporthalle Mittelstadt mit 35:30. Es war auch das Spiel, in dem sich Vize-Kapitän Tilman Pröhl einen Kreuzbandriss zuzog.
Alles Aspekte, die auf der Tribüne heiß diskutiert werden, die Eintracht-Cheftrainer Pavel Prokopec aber komplett ausblendet. „Natürlich liest man gefühlt jeden Tag eine neue Entwicklung, aber das blenden wir aus. Die Entscheidung in dieser Sache müssen andere treffen.” Prokopec' Job ist der sportliche Teil des Sonntags und der geht einher mit Respekt vor dem Gegner. „Eine gute Mannschaft. Der Kader hat Zweitliga-Niveau.“ Was auch das letzte Krefelder Testspiel untermauerte. Gegen den Zweitligisten TSV Bayer Dormagen gab es eine hauchdünne 28:29-Niederlage.
Viel Körperlichkeit, eine stabile Abwehr, ein überdurchschnittlich gutes Kreisläuferspiel – es waren einige Aspekte, die Prokopec in der Spielvorbereitung angesprochen hat. Auch das Spiel 7-gegen-6. Darauf verzichtete HSG-Trainer Mark Schmetz („Hagen ist für mich neben Minden und Leipzig ein Aufstiegskandidat“) im Test fast vollständig. In der zurückliegenden Liga-Runde war die Überzahl-Angriffsvariante aber ein wichtiges Merkmal, das auch der Eintracht beim Auswärtsspiel in der Glockenspitzhalle lange Zeit Probleme bereitete. „Wir sind vorbereitet“, sagt der Eintracht-Coach mit Blick auf diesen Aspekt.
Die zurückliegende Vorbereitungsphase bezeichnet der Eintracht-Trainer als “sehr gut”. Die Integration der Neuzugänge habe problemlos funktioniert – spieltaktisch wie menschlich. „Dass wir noch etwas Geduld haben müssen, bis sich alle Abläufe automatisiert haben, das ist normal“, so Prokopec, dessen Vorgabe für den Sonntag klar ist. „Wir wollen in die 2. Pokalrunde!“
Personell gibt es kaum Einschränkungen. Gastgeber Krefeld ist komplett. Die Eintracht muss auf Tilman Pröhl verzichten. Für ihn rückt Niklas Pfalzer aus der U23 ins Aufgebot.
Für das DHB-Pokalspiel der Eintracht in Krefeld gilt mit Blick auf die TV-Übertragung eine Sonderregelung. Weil Krefeld aktuell als Drittligist geführt wird, erfolgt die Übertragung auf dem YouTube‑Kanal des Streamingdienstes DYN. Hier geht es direkt zur kostenlosen Live-Übertragung, die am Sonntag um kurz vor 17 Uhr startet. Wer die Eintracht nach Krefeld begleiten möchte: Der Fan-Bus der Gruppe „Auswärts dabei” ist ausgebucht. Wer einen Platz gebucht hat: Treffen ist am Sonntag um 13.30 Uhr an der Haltestelle Westfalenbad am Ischeland. Abfahrt: 14 Uhr.
Für Selbstfahrer: Tickets im Online-Vorverkauf gibt es hier direkt bei der HSG Krefeld.
In der bevorstehenden Zweitliga-Saison gibt es alle Eintracht-Spiele live bei DYN. Hier geht es direkt zum neuen Sport-Abo.










