Eine stabile Abwehr inklusive starker Torhüterleistung war Grundstein des Eintracht-Sieges in Krefeld.

Nach Pokalsieg in Krefeld: "Gerne einen richtig guten Erstligisten"

Die 2. DHB-Pokalrunde findet mit Beteiligung des VfL Eintracht Hagen statt. Am späten Sonntagnachmittag löste die Eintracht ihre erste Pflichtaufgabe der Saison bei der HSG Krefeld Niederrhein souverän. Mit 35:29 (20:11) setzten sich die Volmestädter vor 715 Zuschauern, darunter ein lautstarker Eintracht-Anhang, nach zwischenzeitlicher 13-Tore-Führung durch.


Startaufstellung Eintracht: Pascal Bochmann (TW) – Josip Jukic (LA), Pouya Norouzi (RL), Juan de la Peña (RM), Jan von Boenigk (RR), Pierre Busch (RA), Philip Jungemann (KS)


Überschattet wurde der sportlich erfolgreiche Nachmittag von einem medizinischen Notfall im Eintracht-Fanblock. In der 41. Minute musste die Partie für einen Notarzt-Einsatz länger unterbrochen werden. Eintracht-Geschäftsführer Fynn Holpert, der den betroffenen Hagener Fan ins Krankenhaus begleitet hatte, gab am Abend zumindest teilweise Entwarnung. “Es geht ihm den Umständen entsprechend gut”, so Holpert. Aller Wahrscheinlichkeit nach sind aber eine Nacht zur Beobachtung und weitere Untersuchungen indiziert. "Im Namen der gesamten Mannschaft gute Besserung", galten auch die ersten Worte von Eintracht-Cheftrainer Pavel Prokopec dem betroffenen Fan.

Zum sportlichen Teil des Tages. Im Eintracht-Kader hatte es kurzfristig eine Änderung gegeben. Für den leicht angeschlagenen Tim Düren rückte Ben Srugies aus der U23 ins Aufgebot. Niklas Pfalzer ist als dauerhafter Ersatz für Langzeit-Ausfall Tilman Pröhl (Kreuzbandriss) ja ohnehin dabei. Die erste knappe Viertelstunde verlief ziemlich exakt so, wie es das erste Aufeinandertreffen beider Teams hatte erwarten lassen. Krefeld verteidigte kompakt, die Eintracht hatte beim ein oder anderen Abschluss Nachjustierungsbedarf. So blieb es bis zum 5:6 (Maciej Papina/14.) völlig ausgeglichen.

Dass die Partie in den zweiten 15 Minuten von Abschnitt eins deutlich in Richtung der Grün-Gelben kippte, hatte mehrere Gründe. Der vielleicht wichtigste: Abwehr und Torhüter (in diesem Fall zunächst Pascal Bochmann) funktionierten im Zusammenspiel von Minute zu Minute besser. Die Eintracht switchte variabel aus der 5:1-Grundformation auf ein 6:0-, dann aber auch in ein 4:2-System und provozierte damit sukzessive immer mehr Krefelder Fehler im aufgebauten Angriff. Folge: Von 15:11 wuchs der Hagener Vorsprung binnen sechs Minuten auf 20:11. So ging es in die Pause mit der Gewissheit, dass nun schon richtig viel schiefgehen müsste, wenn hier noch einmal etwas anbrennen sollte. 

Und das tat es dann nicht mehr. Weder besagte Unterbrechung, noch der Umstand, dass Krefelds Coach Mark Schmetz nahezu die gesamte zweite Halbzeit mit sieben Feldspielern angreifen ließ, änderten etwas an den Kräfteverhältnissen. Pascal Bochmann hielt, was zu halten war, und brachte es am Ende des Tages auf eine Fangquote von 48 Prozent. Stark. Wenn die “Abteilung Torverhinderung” funktioniert, ist das auch eine gute Basis für das eigene Tempospiel. Keine ganz neue Erkenntnis, aber eben auch eine, die die Grün-Gelben weidlich ausnutzten.

Pavel Prokopec wechselte entsprechend viel durch und freute sich einerseits darüber, dass weiterhin viele gute Torgelegenheiten erspielt wurden. Einziges Mini-Manko: “Wir lassen am Ende doch relativ viel liegen.” Sei's drum. Die Generalprobe für den Liga-Start am Freitag beim ASV Hamm-Westfalen ist gelungen, die Eintracht ist zudem weiter im Pokal-Rennen dabei. In der 2. Runde, die vom 22. bis zum 24. September stattfindet, greifen fünf weitere Erstligisten ins Geschehen ein. Gibt es einen Wunschgegner? – “Nein”, sagt Pavel Prokopec, „wir nehmen es, wie es kommt. Ich hätte aber gerne einen richtig guten Erstligisten.“ Besagte 2. Runde wird am 30. August ausgelost.


HSG: Rüspeler (7 Paraden/39 Prozent), Borucki (4/1) – Kix (4), Wollny, Schneider, Kösters, Siegler (4), Michalski (3/1), Braun, Jagieniak (5), Persson (3), Ingenpaß (2), Rose (3), Papina (3), Mevissen, Mircic (2)
Eintracht: Bochmann (13/48), Wilde (3/19) – Srugies, Genz (2), Norouzi (6), Puls (4), de la Peña (1), Israel (3), Pfalzer (1), Jungemann (3), Kutz, Kraus (2), Jukic (3), Richter (1), Busch (6/4), von Boenigk (3) 
Schiedsrichter: Jannik Otto/Raphael Piper (Nienburg/Altenholz)
Zeitstrafen: HSG 5, Eintracht 4
Siebenmeter: HSG 2/4 (verworfen: Papina, Michalski), Eintracht 4/5 (verworfen: Busch)
Zuschauer: 715