Mit 2,01 m ist der kürzlich 27 Jahre alt gewordene Neu-Eintrachtler der größte Spieler, mit 125 kg auch der schwerste. Jede Menge Körperlichkeit also, wovon das Team von Trainer Pavel Prokopec nachhaltig profitieren will. Zumal sich der selbstständige Immobilienmakler, einst hauptsächlich als Abwehrspezialist bekannt, zuletzt auch im Angriff deutlich weiterentwickelt hat, was knapp fünf Tore im Schnitt pro Partie belegten. Allerdings bremste ihn im Frühjahr eine Handverletzung zwischenzeitlich aus.
Damals stand der Wechsel nach Hagen schon fest. Nach Jugendstationen beim AMTV Hamburg - wo auch sein neuer Teamkollege Linus Kutz das Handballspielen erlernte - und dem HSV Hamburg verließ Tim Düren erstmals die Elbmetropole und ließ sich bei den Füchsen Berlin II weiter ausbilden. Von dort aus ging es zum HC Oppenweiler/Backnang, für den das „Nordlicht“ vier Jahre aktiv war.
Dass die Schwaben im Frühjahr den Aufstieg in die 2. Bundesliga schafften, freut den Hünen sehr. „Ich habe ja die Hälfte meiner bisherigen Laufbahn im Herrenbereich dort verbracht“, blickt Düren dem Wiedersehen mit ehemaligen Weggefährten schon jetzt gespannt entgegen. Die Hinrunden-Partie findet am 11. Oktober in Backnang statt.
Dass der neue VfL-Kreisläufer trotz einer guten Zeit in Baden-Württemberg nach Niedersachsen zurückkehrte, hatte auch mit seiner privaten Situation zu tun. Seine Freundin, die er kennenlernte, als sie für Göppingen Handball spielte, stammt aus Cuxhaven. Beide zog es in den Norden zurück, wo sie in Wilhelmshaven (Tim) bzw. Oldenburg neue Vereine fanden. Da seine Lebensgefährtin, mit der er damals zusammenwohnte, ihren Vertrag noch einmal um ein Jahr verlängert hat, ist er aktuell allein in Hagen. „Aber von hier aus ist man in zwei bis zweieinhalb Stunden in Oldenburg, das geht also“, sagt der 2,01-m-Mann. „Ich hätte ja auch in Coburg oder Dessau landen können.“
Dass er den nächsten Schritt machen wollte, nach Möglichkeit eine Liga höher, stand für Düren im vergangenen Herbst fest. „Ich habe also meinen Spielerberater auf die Suche geschickt, und es gab mehrere interessierte Klubs, mit denen Gespräche geführt wurden. Letztlich hat der gute Austausch mit Sebastian Schneider und Fynn Holpert den Ausschlag gegeben. Wenn sich mehrere Alternativen nur um Nuancen unterscheiden, lasse ich mein Bauchgefühl sprechen!“ Und das sprach für Hagen.
Bereut hat es der gebürtige Hamburger, der nicht weit entfernt von der Ischelandhalle seine neue Heimat gefunden hat („als Immobilienmakler ist für mich auch eine gute Wohnsituation wichtig“) bisher nicht. „Hagen gilt natürlich nicht als schönste Stadt, hat aber auch viele schöne Seiten. Und wenn man in die grüne Nachbarschaft hinausfährt, ist das fast wie Urlaub!“
Aktuell ist aber hauptsächlich viel schweißtreibendes Training angesagt, das für den passionierten Hobbykoch und Kaffee-Liebhaber von Anfang an eine neue Herausforderung bedeutete. „Ich habe mein ganzes Leben lang in einer 6:0-Abwehr gedeckt, da geht die Umstellung auf eine 5:1- oder 3:2:1-Formation nicht von heute auf morgen. Zumal in der 2. Bundesliga andere Kaliber auf mich zukommen werden als bisher. Aber nach fünf, sechs Trainingswochen läuft es immer besser!“
Was Trainer Pavel Prokopec bestätigt: „Natürlich muss Tim beim Übergang von der 3. in die 2. Liga noch einiges lernen, aber ich war mir von Anfang an sicher, dass wir das hinbekommen! Ich finde ihn vor allem im Angriff sehr gut, auch wenn er bei seinem Timing und der Umsetzung der taktischen Absprachen noch etwas zu tun hat. Das braucht seine Zeit.“
Nach dem erfolgreich bestandenen Medizincheck Ende letzten Jahres erlebte Tim Düren in der Ischelandhalle am 22. Dezember 2024 erstmals ein Eintracht-Spiel live mit. Hagens spektakulärer 34:32-Coup gegen den späteren Erstliga-Aufsteiger Bergischer HC vor vollbesetzten Rängen und in prickelnder Atmosphäre bestätigten seine Überzeugung, den richtigen Entschluss getroffen zu haben. Wenn die Grün-Gelben künftig ähnliche Handballfeste feiern, möchte er selbst seinen Teil dazu beitragen.










