1,97 m Körpergröße bringt der Innenblocker ein, womit der gebürtige Mendener gemeinsam mit dem neuen Kapitän Tilman Pröhl (1,98 m) und Neuzugang Tim Düren aus Wilhelmshaven (2,01 m) der Eintracht auf dieser Position Höhenwerte beschert, die sie im Dreierverbund noch nie hatte. Aber im Handball geht es nicht nur um die nach Zentimetern gemessene Physis.
„Philip hat nicht nur eine gute Körperlichkeit, sondern er verfügt auch über viel Spielintelligenz. Beides zusammen führt dazu, dass er die Gegner vor richtige Probleme stellt“, sagt Coach Pavel Prokopec, der sicher ist, dass der 27-jährige Kreisspieler in der neuen Serie defensiv wie offensiv eine effektive Bereicherung für das Eintracht-Spiel sein wird. „Und auch menschlich ist er top!“
Dass die Grün-Gelben beim Scouting für die Spielzeit 2025/26 den Fokus noch mehr als sonst auf die charakterlichen Qualitäten potenzieller Verstärkungen gelegt haben, unterstreicht Sebastian Schneider, Geschäftsführer der Handball-Förder gGmbh: „Die Spieler müssen auch menschlich zu uns passen - genauso wie zu den sportlichen Vorstellungen, die der Trainer hat!“
Das gilt natürlich für beide Seiten. Frage also an Philip Jungemann, wie er seine Integration bisher erlebt hat und wie er die Chemie des Eintracht-Teams bewertet: „Die Mannschaft ist eine homogene Einheit, wir machen auch außerhalb des Handballs viel gemeinsam. Was das Sportliche angeht, sind alle Spieler sehr fokussiert und ehrgeizig!“
Die Attribute, die er selbst in sein neues Team einbringen will, beschreibt der Innenblocker so: „Ich mag es, eine aggressive, kompakte und zweikampfstarke Abwehr zu stellen. Im Spiel nach vorne bin ich einer, der gerne Tempo geht. Das finde ich hier vor, es wird hier gelebt, und deshalb passt das sehr gut zu mir!“
Bereits als B-Jugendlicher wechselte der Mendener zur Ausbildungsakademie des SC DHfC Leipzig und war im Anschluss für mehrere Vereine im Osten der Republik (EHV Aue, Dessau-Roßlauer HV, HC Elbflorenz Dresden) aktiv, bevor es ihn vor zwei Jahren in den Westen zurückzog. Und zwar zum ASV Hamm-Westfalen, für den er schon in der C-Jugend gespielt hatte.
„Dass wir absteigen würden, damit hätte ich nie gerechnet“, verlief die vergangene Saison für Philip Jungemann nicht nur wegen eines auskurierten Knorpelschadens im Knie, der ihn zu einer längeren Pause zwang, alles andere als zufriedenstellend. „Wir haben in Hamm erfahren, was passieren kann, wenn nicht alles gut ineinandergreift!“
An seiner neuen Wirkungsstätte, dem VfL Eintracht, ist der gelernte Automobilkaufmann („ich habe bei meinen bisherigen Vereinen bei Sponsoren gearbeitet. Für den Kopf, damit es abseits des Handballs nicht langweilig wird“) gut angekommen, auch wenn er in der Volmestadt nicht sein Domizil hat. „Zurzeit wohnen wir noch in Hamm, wo meine Frau beruflich tätig ist und unser Sohn den Kindergarten besucht. Aber wir haben etwas Schönes in der Nähe von Unna gefunden, wohin wir in hoffentlich überschaubarer Zeit umziehen werden. Dann hat jeder von uns in etwa den gleich weiten Fahrtweg!“
Die Frage nach Hobbys oder bevorzugten Freizeitaktivitäten gehört bei der Vorstellung eines Neuzugangs turnusgemäß dazu. „Ich bin ein großer Sport-Fan und schaue mir gerne auch Fußball, Basketball, Eishockey oder American Football an. Aber ich mag es genauso gerne, draußen zu sein, mit der Familie und dem Hund spazieren zu gehen. Und wenn es zwischen den Trainingseinheiten die Zeit zulässt, trifft man mich auch schon mal in einem Cafe.“
Zum Schluss: Was wird nach Philips Einschätzung drin sein mit der Eintracht, die in der vergangenen Spielzeit nach ambitionierter Erwartung lange im Keller steckte, bevor sie sich in der Rückrunde noch auf den achten Platz vorarbeitete? „Die vergangene Saison, in der alles bis zum Ende ganz dicht zusammenhing, hat ja gezeigt, wie eng es in der 2. Bundesliga zugeht. Aber nach den bisherigen Eindrücken von meinem neuen Team bin ich zuversichtlich, dass wir eine gute Rolle spielen können. Schauen wir mal, wohin die Reise geht!“










