„Linus macht es sehr gut! Er verfügt über jenen Spielwitz, der uns in der vergangenen Saison ein bisschen fehlte, setzt seine Mitspieler gut ein, ist aber auch selbst im 1-gegen-1 torgefährlich“, hat der Youngster laut Pavel Prokopec die Erwartungen bisher voll erfüllt. Beim 31:29-Auftaktsieg in Coburg glänzte Kutz gleich mit sehenswerten Anspielen, besonders zum ebenfalls neuen Kreisläufer Philip Jungemann. „Er hat ein gutes Gespür für seine Mitspieler“, so der Eintracht-Coach, „für sein Alter ist er schon sehr weit - auch wenn er natürlich noch einiges dazulernen kann!“
Der vom THW Kiel verpflichtete Rückraumspieler ist nach Luca Richter (beide 20 Jahre) der zweitjüngste Spieler im Team. Gleichwohl brachte der gelernte Mittelmann, der auch im linken Rückraum zum Einsatz kommt, schon eine Menge Erfahrung mit an die Volme. Beim an der Ostsee beheimateten Topklub gab der 1,87-m-Mann vor einem Jahr bei einem Heimspiel gegen Göppingen sein Debüt in der 1. Bundesliga. Seitdem gehörte Kutz 30-mal zum Kader des Erstligisten, kam national und international zum Einsatz. Im Februar steuerte er fünf Tore zum 35:30-Sieg der „Zebras“ im European-League-Spiel beim FC Porto bei.
Was hat den aufstrebenden Nachwuchs-Akteur, zuletzt auch mit einem Zweitspielrecht für Drittligist TSV Altenholz ausgestattet, dazu gebracht, einen so großen Verein wie den THW Kiel zugunsten eines Zweitligisten aus Westfalen zu verlassen und hier für zwei Jahre zu unterschreiben?
„Ich habe mich in der vergangenen Saison relativ früh dazu entschieden, den nächsten Schritt zu gehen“, berichtet Linus Kutz. „Ich will nicht so oft auf der Bank sitzen wie in Kiel, auch wenn ich dort meine Einsätze bekommen habe. Ich möchte viel auf einem guten Niveau spielen und Woche für Woche Verantwortung übernehmen, um mich weiterzuentwickeln. Der VfL Eintracht ist dann früh auf meinen Berater und mich zugekommen und es hat gute Gespräche gegeben. So ist das Ganze ins Rollen gekommen!“
Bevor er seine Zelte im Sommer in Hagen aufschlug, stand im Juni noch ein internationales Großereignis an. Bei der U21-WM in Polen belegte der Spielmacher mit dem deutschen Team den fünften Platz. Die einzige Niederlage im Viertelfinale gegen Schweden versperrte den Sprung in die Medaillenränge. Mit 36 Treffern war der Neu-Eintrachtler bester Feldtorschütze der DHB-Auswahl. Gold hatte Linus Kutz schon drei Jahre zuvor geholt, als er mit der deutschen U17 in den Niederlanden das Europäische Olympische Jugendfestival gewann. Außerdem gehört ein DHB-Pokalsieg mit der Kieler U19-Bundesliga-Equipe zu seiner Vita.
Nun also Eintracht Hagen. „Ich habe mich hier sehr gut eingelebt, die Mannschaft hat es mir wirklich leicht gemacht“, sagt der 20-Jährige, der seine Handball-Karriere - wie Neuzugangs-Kollege Tim Düren - beim AMTV Hamburg startete, bevor er 2019 nach Kiel wechselte. „In Halden habe ich eine schöne Wohnung gefunden, rundherum ist es sehr grün und es gibt viele große Städte in der Nähe. Nur der aus Hamburg und Kiel gewohnte Wind fehlt mir.“
Apropos grün. Nach seinen bevorzugten Freizeitaktivitäten befragt, erzählt der U21-Nationalspieler, dass er ein großer Golf-Freund ist. „Im Norden ist es gar nicht selten, dass man auch in jungen Jahren schon zu dieser Sportart findet. Ich habe es mal ausprobiert, und es hat mir gleich sehr gut gefallen. Draußen zu sein in der Natur, das ist ein schöner Kontrast zum Hallensport!“
Auch in Hagen gibt es einen Golfplatz, in Berchum-Tiefendorf, gar nicht so weit von Halden entfernt. Beim Märkischen Golf Club hat Linus Kutz schon in der Saisonvorbereitung eingelocht. „Es war sehr schön“, wird man ihn im idyllischen Osten der Volmestadt wohl noch öfter antreffen.
Der nächste Handball-Ausflug führt die Eintrachtler nach Kreuztal, wo am Samstag um 19.30 Uhr das Südwestfalen-Derby beim TuS Ferndorf ansteht. Dort möchte Linus Kutz, der bis Dezember noch der Sportfördergruppe der Bundeswehr angehört und danach ein Studium beginnen will ("in welchem Bereich, das habe ich noch nicht entschieden") mit den Grün-Gelben den gelungenen Saisonstart durch den dritten Erfolg im dritten Saisonspiel veredeln. Nach dem Motto: „Wir können jeden Gegner mehr als ärgern!“










