Startaufstellung Eintracht: Pascal Bochmann (TW) – Josip Jukic (LA), Pouya Norouzi (RL), Linus Kutz (RM), Jan von Boenigk (RR), Pierre Busch (RA), Philip Jungemann (KS)
Die Eintracht startete in einer ganz frühen Überzahl, weil Dustin Kraus – unglücklich aus dem toten Winkel kommend – Jan von Boenigk erwischt hatte. Pierre Busch nutzte einen nicht ganz so schlechten Winkel zur Hagener 1:0-Führung. Der Eintracht-Rechtsaußen, am Ende mit zehn Treffern Top-Torschütze, traf anschließend auch erstmals vom „Punkt“, sodass die Grün-Gelben als 2:1-Sieger aus der ersten Überzahl hervorgingen.
Hagen deckte aufmerksam, generierte mit einer nervigen 5:1-Abwehr früh mehrere Ballgewinne. Potsdam-Keeper Frederik Höler verhinderte mit mehreren schönen Paraden eine höhere Hagener Führung als das 4:2. Stattdessen: 5:5-Ausgleich der Gastgeber, weil beide Teams vorne doch hier und da etwas liegenließen. Die Fans in der gut gefüllten MBS-Arena verziehen es, zumal Tempo und Engagement beidseitig stimmten.
Nach einer knappen Viertelstunde bat Potsdam-Coach Emir Kurtagic zur ersten Auszeit. Kleine Nachjustierung, auch angesichts der Tatsache, dass die Eintracht inzwischen praktisch durchgehend mit sieben Feldspielern angriff. Die schon aus der Vorwoche bekannte Kempa-Co-Produktion zwischen Pierre Busch und Pouya Norouzi sorgte wieder für eine 2-Tore-Führung, die kurz darauf in Unterzahl aber direkt wieder dahin war (8:8/19.).
Das alles zeigte: Es war ein Duell auf Augenhöhe, nicht auf Top-, aber auf sehr ordentlichem Niveau – was auch für beide Torhüter galt. Sowohl Pascal Bochmann als auch Frederik Höler tummelten sich deutlich oberhalb der 30-Prozent-Fangquote. Vor allem Bochmann gehörte die Schlussphase der ersten Halbzeit. Doppel-Parade bei Nils Fuhrmanns Siebenmeter und dem anschließenden Nachwurf – bockstark! Das galt natürlich auch für Pierre Busch mit seinen sieben Treffern in 30 Minuten und den im Innenblock aufräumenden Philip Jungemann. So ging es mit einer Hagener 16:14-Führung in die Pause.
Dieser Vorsprung indes war eine Minute und 38 Sekunden nach Wiederanpfiff schon wieder dahin. Potsdam traf in Überzahl rasch zum 16:16-Ausgleich. Doch die Eintracht, und das hat die Mannschaft in dieser Saison häufig ausgezeichnet, zeigte sich unbeeindruckt, lag beim 18:16 und 19:17 direkt wieder in Führung. Und damit hatte die Partie wieder einen ganz ähnlichen Flow wie vor der Pause.
Hagen vorne, Potsdam immer auf Tuchfühlung. Bei Luca Richters 22:19 (41.) unterbrach Emir Kurtagic zum zweiten Mal, war vor allem mit der „halbherzigen“ Zweikampfführung seines Teams nicht zufrieden. Nach Potsdams dritter Siebenmeter-"Fahrkarte" und Linus Kutz' ganz feiner 1-gegen-1-Bewegung (nicht die erste an diesem Abend) lag die Eintracht beim 24:20 dann erstmals mit vier Toren in Front.
Dieses Polster nahm die Eintracht auch mit in die Schlussphase, weil vor allem das 7-gegen-6 weiter prima funktionierte. Und dennoch: Nach zwei Reichert-Schlagwürfen waren die Gastgeber noch einmal dran – 29:31 (55.), hinzu kam eine Zeitstrafe gegen André Alves. Dass es Pierre Busch war, der dennoch auf 33:29 stellte und im Gegenzug Pascal Bochmann wieder einmal parierte, es passte ebenso zum Abend wie das finale Tor durch den 2016er-Europameister Niclas Piczkowski zum Endstand. Eine feine Geste der Gastgeber zum Ende einer großen Karriere. Und ein wohlverdienter Start in den Urlaub nach einer langen, langen Saison…
Potsdam: Höler (9 Paraden/23 Prozent), Grundmann (1/20) – Budde (1), Siemer (6/4), Reichardt (6), Paulnsteiner (7), Bulzamini, Günther (1), Klein, Hildenbrand, Fuhrmann (1), Schley (3), Laskowski (1), Kraus (4), Höllein
Hagen: Bochmann (11/29), Wipf (0/0) – Düren (2), Norouzi (5), Pröhl (1), Alves (3), Pieczkowski (1), Mielke, Israel (2), Jungemann (2), Kutz (3), Jukic (1), Richter (2), Busch (10/5), von Boenigk (2)
Schiedsrichter: Rosana Sug/Sophia Janz (Wiehl/Köln)
Zeitstrafen: Potsdam 2, Hagen 5
Siebenmeter: Potsdam 4/7 (verworfen: Fuhrmann/2, Siemer), Hagen 5/5
Zuschauer: 1.400










