Jubel bei Philip Jungemann und Kollegen: Mit einer engagierten Leistung gewinnen die Grün-Gelben zum Saisonabschluss beim 1. VfL Potsdam.

Ende gut, alles gut: Die Eintracht finisht nach Sieg in Potsdam auf Platz 5

Der VfL Eintracht Hagen schließt die Saison 2025/26 in der 2. Handball-Bundesliga auf Tabellenplatz 5 ab. Am 34. und letzten Spieltag gelingt am Samstagabend beim 34:30 in Potsdam doch noch ein Sieg gegen ein vor den Grün-Gelben platziertes Team. Das letzte Tor des Tages und der Spielzeit geht zudem auf das Konto von Niclas Pieczkowski. Der Europameister von 2016 im Trikot der Eintracht hat seine beeindruckende Profikarriere damit beendet.


Startaufstellung Eintracht: Pascal Bochmann (TW) – Josip Jukic (LA), Pouya Norouzi (RL), Linus Kutz (RM), Jan von Boenigk (RR), Pierre Busch (RA), Philip Jungemann (KS)


Die Eintracht startete in einer ganz frühen Überzahl, weil Dustin Kraus – unglücklich aus dem toten Winkel kommend – Jan von Boenigk erwischt hatte. Pierre Busch nutzte einen nicht ganz so schlechten Winkel zur Hagener 1:0-Führung. Der Eintracht-Rechtsaußen, am Ende mit zehn Treffern Top-Torschütze, traf anschließend auch erstmals vom „Punkt“, sodass die Grün-Gelben als 2:1-Sieger aus der ersten Überzahl hervorgingen.

Hagen deckte aufmerksam, generierte mit einer nervigen 5:1-Abwehr früh mehrere Ballgewinne. Potsdam-Keeper Frederik Höler verhinderte mit mehreren schönen Paraden eine höhere Hagener Führung als das 4:2. Stattdessen: 5:5-Ausgleich der Gastgeber, weil beide Teams vorne doch hier und da etwas liegenließen. Die Fans in der gut gefüllten MBS-Arena verziehen es, zumal Tempo und Engagement beidseitig stimmten.

Nach einer knappen Viertelstunde bat Potsdam-Coach Emir Kurtagic zur ersten Auszeit. Kleine Nachjustierung, auch angesichts der Tatsache, dass die Eintracht inzwischen praktisch durchgehend mit sieben Feldspielern angriff. Die schon aus der Vorwoche bekannte Kempa-Co-Produktion zwischen Pierre Busch und Pouya Norouzi sorgte wieder für eine 2-Tore-Führung, die kurz darauf in Unterzahl aber direkt wieder dahin war (8:8/19.).

Das alles zeigte: Es war ein Duell auf Augenhöhe, nicht auf Top-, aber auf sehr ordentlichem Niveau – was auch für beide Torhüter galt. Sowohl Pascal Bochmann als auch Frederik Höler tummelten sich deutlich oberhalb der 30-Prozent-Fangquote. Vor allem Bochmann gehörte die Schlussphase der ersten Halbzeit. Doppel-Parade bei Nils Fuhrmanns Siebenmeter und dem anschließenden Nachwurf – bockstark! Das galt natürlich auch für Pierre Busch mit seinen sieben Treffern in 30 Minuten und den im Innenblock aufräumenden Philip Jungemann. So ging es mit einer Hagener 16:14-Führung in die Pause.

Dieser Vorsprung indes war eine Minute und 38 Sekunden nach Wiederanpfiff schon wieder dahin. Potsdam traf in Überzahl rasch zum 16:16-Ausgleich. Doch die Eintracht, und das hat die Mannschaft in dieser Saison häufig ausgezeichnet, zeigte sich unbeeindruckt, lag beim 18:16 und 19:17 direkt wieder in Führung. Und damit hatte die Partie wieder einen ganz ähnlichen Flow wie vor der Pause.

Hagen vorne, Potsdam immer auf Tuchfühlung. Bei Luca Richters 22:19 (41.) unterbrach Emir Kurtagic zum zweiten Mal, war vor allem mit der „halbherzigen“ Zweikampfführung seines Teams nicht zufrieden. Nach Potsdams dritter Siebenmeter-"Fahrkarte" und Linus Kutz' ganz feiner 1-gegen-1-Bewegung (nicht die erste an diesem Abend) lag die Eintracht beim 24:20 dann erstmals mit vier Toren in Front.

Dieses Polster nahm die Eintracht auch mit in die Schlussphase, weil vor allem das 7-gegen-6 weiter prima funktionierte. Und dennoch: Nach zwei Reichert-Schlagwürfen waren die Gastgeber noch einmal dran – 29:31 (55.), hinzu kam eine Zeitstrafe gegen André Alves. Dass es Pierre Busch war, der dennoch auf 33:29 stellte und im Gegenzug Pascal Bochmann wieder einmal parierte, es passte ebenso zum Abend wie das finale Tor durch den 2016er-Europameister Niclas Piczkowski zum Endstand. Eine feine Geste der Gastgeber zum Ende einer großen Karriere. Und ein wohlverdienter Start in den Urlaub nach einer langen, langen Saison…


Potsdam: Höler (9 Paraden/23 Prozent), Grundmann (1/20) – Budde (1), Siemer (6/4), Reichardt (6), Paulnsteiner (7), Bulzamini, Günther (1), Klein, Hildenbrand, Fuhrmann (1), Schley (3), Laskowski (1), Kraus (4), Höllein
Hagen: Bochmann (11/29), Wipf (0/0) – Düren (2), Norouzi (5), Pröhl (1), Alves (3), Pieczkowski (1), Mielke, Israel (2), Jungemann (2), Kutz (3), Jukic (1), Richter (2), Busch (10/5), von Boenigk (2)
Schiedsrichter: Rosana Sug/Sophia Janz (Wiehl/Köln)
Zeitstrafen: Potsdam 2, Hagen 5
Siebenmeter: Potsdam 4/7 (verworfen: Fuhrmann/2, Siemer), Hagen 5/5
Zuschauer: 1.400