Wachwechsel auf der Rechtsaußenposition im Sommer: Freddy Puls (re.) löst André Alves ab, der in seine portugiesische Heimat zurückkehrt.

Saison 2026/27: Freddy Puls kommt für André Alves

Personelle Veränderungen auf der Rechtsaußenposition des Handball-Zweitligisten VfL Eintracht Hagen: André Alves kehrt im Sommer in seine Heimat zurück, doch der Nachfolger des sympathischen Portugiesen steht bereits fest. Zusammen mit Pierre Busch wird künftig Frederik "Freddy" Puls die rechte Außenbahn der Grün-Gelben beackern. Der 21-Jährige wechselt aus Lemgo zur Eintracht.

Rückblende: Bereits im vergangenen Jahr war André Alves, der eigentlich einen Vertrag bis Sommer 2027 bei den Grün-Gelben besitzt, auf die Verantwortlichen der Eintracht zugekommen, hatte offen kommuniziert, was ihn und seine junge Familie bewegt. „Nach fünf Jahren in Deutschland ist für uns der Zeitpunkt gekommen, nach Portugal zurückzukehren“, gewährt Alves Einblick in die Gedankenspiele. „Die Entscheidung, um eine vorzeitige Vertragsauflösung zu bitten, ist über einen längeren Zeitraum gereift. Aber für uns als Familie beginnt nun ein neuer Lebensabschnitt.“ Alves und seine Frau wollen ihrem kleinen Sohn ermöglichen, in Portugal aufzuwachsen, näher bei ihren Angehörigen zu leben. „Für uns steht die Familie im Mittelpunkt“, sagt der Eintracht-Rechtsaußen, der von großem Verständnis in der Geschäftsführung der Eintracht berichtet. „Der Austausch war sehr respektvoll und verständnisvoll. Ich schätze es sehr, wie der Verein mit dieser Situation umgegangen ist.“

Dass die Eintracht und Hagen stets einen ganz besonderen Platz im Herzen des pfeilschnellen und trickreichen Portugiesen einnehmen werden, daran gibt es keinen Zweifel. „Hagen wird für uns immer etwas Besonderes bleiben. Unser Sohn ist hier geboren. Er ist also ein waschechter Hagener. Diese Verbindung bleibt.”

Und auch, wenn Alves verspricht, „bis zum letzten Spiel alles für die Eintracht zu geben und mit voller Überzeugung zu kämpfen“, bedarf es dieses Versprechens eigentlich gar nicht. Denn: Verein und Fans wissen, was sie haben am Mann mit der Rückennummer 11.

„André ist sehr früh auf uns zugekommen, hat offen und ehrlich kommuniziert, was ihn und seine Frau bewegt“, berichtet Sebastian Schneider, Geschäftsführer der Handball-Förder gGmbH, von durchweg wertschätzenden Gesprächen. „Wir haben es bei Hakon Styrmisson so gehalten und machen es bei André genauso: Die Familie steht über allem, das respektieren wir als Verein, auch wenn es sportlich ein Verlust ist.“

Die vergangenen Monate hat die sportliche Leitung der Eintracht entsprechend zur Nachfolgersuche genutzt – und sie ist fündig geworden. Von der HSG Handball Lemgo kommt Frederik Puls im Sommer nach Hagen. Der 1,78 Meter große und 78 Kilogramm schwere Linkshänder ist ein waschechter Ostwestfale. Von seinem Stammverein, der HSG EGB Bielefeld, wechselte Puls im zweiten C-Jugend-Jahr zur HSG Handball Lemgo, wo er sämtliche Jugendmannschaften durchlief und anschließend seinen ersten Seniorenvertrag beim Team HandbALL Lippe unterschrieb. Punktuell schnupperte der Student, der in seiner Freizeit vor allem viel Zeit mit seiner Freundin verbringt, immer wieder auch im Lemgoer Bundesliga-Team hinein.

„Wir hatten Freddy schon länger auf dem Zettel“, erläutert Sebastian Schneider, „er verkörpert den Typus von Spieler, den wir suchen. Das hat er beim Probetraining in Hagen nachdrücklich bestätigt. Ich traue ihm einiges zu. Er wird zusammen mit Pierre Busch richtig Gas geben auf der rechten Seite.“

Ein Versprechen, das der 21-Jährige in die Hand gibt. „Ich freue mich riesig auf diese Aufgabe. Den nächsten Schritt zu gehen, ist genau das, worauf ich in den vergangenen Jahren hingearbeitet habe. Umso dankbarer bin ich, dass ich in Hagen diesen Schritt gehen darf“, so Puls, der von „sehr guten und offenen“ Gesprächen mit den Hagener Verantwortlichen berichtet, die ihm den Schritt pro Eintracht letztlich leicht gemacht hätten.

Frederik Puls hat bei der Eintracht einen Vertrag bis Sommer 2028 unterschrieben. Wer den neuen Eintracht-Rechtsaußen live erleben möchte, der kommt am Sonntag (Anwurf: 17 Uhr) in die Sporthalle Mittelstadt. Dort trifft die U23 der Eintracht auf das Team HandbALL Lippe II. Auf Rechtsaußen bei den Ostwestfalen zum letzten Mal im „falschen“ Trikot: der Bald-Eintrachtler Freddy Puls.