Startaufstellung Eintracht: Pascal Bochmann (TW) - Benedikt Israel (LA), Pouya Norouzi (RL), Niclas Pieczkowski (RM), Jan von Boenigk (RR), André Alves (RA), Tilman Pröhl (KS)
Konstant ist schon seit Wochen die Personalsituation der Eintracht - an diesem frühen Samstagabend allerdings mit zumindest zwei kleinen Besonderheiten. Luca Richter und Arne Quittmann kamen direkt vom U23-Spiel gegen den GSV Eintracht Baunatal (37:26) in die Ischelandhalle, und in der Startaufstellung stand diesmal auf der Rechtsaußenposition André Alves. „Das hat er sich verdient“, belohnte Eintracht-Cheftrainer Pavel Prokopec damit die exzellente Leistung des schnellen Portugiesen am Mittwoch in Dessau.
Alves war es dann auch, der das Spielgerät mit maximaler Humorlosigkeit zum 1:0 ins lange Eck des HSG-Tores nagelte und kurz darauf per Gegenstoß auch das 4:1 nachlegte. Schon nach sechs Minuten zog Gäste-Coach Vitor Baricelli das erste Team-Timeout. 5:1 hieß es da bereits für die Eintracht.
Und die Gastgeber blieben vor bemerkenswerter Kulisse von 1.115 Zuschauern - ganz sicher auch Belohnung für die Leistungen der Eintracht in den vergangenen Wochen - am Drücker. Dass die Hausherren nicht noch weiter wegkamen, war vor allem der Leistung von Konstanz-Keeper Konstantin Poltrum geschuldet, der den Grün-Gelben, wie später auch Tom Göres, gleich mehrere Hochkaräter entschärfte.
Temporeich war es, was die Eintracht tat. Gut anzusehen. Und vor allem wieder gestützt auf eine zunächst noch stabile Abwehrarbeit. Nach einer knappen Viertelstunde wechselte Pavel Prokopec dann nahezu alle Feldspieler durch. Nur Joshua Thiele blieb auf der Platte. „Bei uns sind alle Stammspieler“, hatte der Hagener Trainer vor der Partie im DYN-Interview zu Protokoll gegeben.
Gleichwohl wurde es nun - beidseitig - deutlich wilder. Und der Summe der vielen kleinen und mittelschweren Fehler war es auch geschuldet, dass die Eintracht “nur” mit einem 17:13 in die Pause ging. Unterm Strich war das etwas zu wenig.
Halbzeit zwei läuteten die Gastgeber mit denselben sechs Feldspielern wie zu Beginn ein, aber mit Maurice Paske, einem der Matchwinner vom Mittwoch, im Tor. Knappe sieben Minuten benötigte diese Formation, um den Gast in die zweite Auszeit des Abends zu zwingen. 24:17 hieß es da.
Was die Eintracht jetzt konsequent gut hinbekam: das Spiel über die Außen. Bis in die Ecken wurde der Ball immer wieder mit hoher Geschwindigkeit transportiert, André Alves und Benedikt Israel trafen sicher.
Offensiv machte es Konstanz aber ebenfalls oftmals gut. Speziell Alex Leindl im rechten Rückraum, vor allem aber Rechtsaußen und Top-Torschütze Veit Schlafmann (11/6) kamen oftmals zum Erfolg, ebenso wie Felix Spross' Schlagwürfe aus dem linken Rückraum.
Um die Eintracht wirklich in Bedrängnis zu bringen, dafür reichte es aber nicht. Pierre Buschs feiner Siebenmeter war das 30. Hagener Tor, bis zum Schlusspfiff der durch und durch norddeutsch-gelassenen Unparteiischen Matthias und Sebastian Klinke, die von allen Beteiligten an diesem Abend mit hoher Wahrscheinlichkeit die wenigsten Fehler machten, kamen noch neun dazu. Das letzte in der Schlusssekunde, sehr passend von Max Granlund mit gefühlten 180 km/h in den Winkel des HSG-Gehäuses geschweißt.
Drei Spiele, sechs Punkte - besser kann man eine „englische Woche“ nicht spielen. Jetzt geht es zurück in die Normalität und am kommenden Sonntag nach Hüttenberg. Beim Tabellenvierten wartet nach der jüngsten Hagener Erfolgsserie eine Art Reifeprüfung. Aber das sind die Themen von übermorgen. Jetzt wird erstmal gefeiert. Ein bisschen zumindest…
Eintracht: Paske (8 Paraden/33 Prozent), Bochmann (3/18 - Öhler (3/1), Norouzi (5), Pröhl (2), Alves (6), Pieczkowski, Israel (4), Gaubatz (2), Granlund (5), Quittmann, Thiele (2), Jukic (1), Richter (1), Busch (3/1), von Boenigk (5)
HSG: Poltrum (5/19), Göres (1Tor/5/19) - Stotz, Czako (1), Sproß (4), Schwormstede, Leindl (6), Knipp, M. Pliouto (1), N. Pliouto (1), Hadlich, Fuhrmann (1), Fenyo (4), Schlafmann (11/6)
Schiedsrichter: Matthias Klinke/Sebastian Klinke (Bordesholm)
Zeitstrafen: Eintracht 4, HSG 1
Siebenmeter: Eintracht 2/3 (verworfen: Öhler), HSG 6/8 (verworfen: Schlafmann, Czako)
Zuschauer: 1.115
Max Granlund (fünffacher Torschütze VfL Eintracht Hagen): "In der ersten Halbzeit haben wir zu viele technische Fehler gemacht, und auch der Rückzug war nicht so gut. Wir können unterm Strich wahrscheinlich noch deutlich höher gewinnen. Ich bekomme allmählich den Kopf frei für die Würfe, die ich brauche. Wir hatten eine schlechte erste Serie, aber jetzt wird es immer besser. Wir haben jetzt fünf Spiele in Serie gewonnen - weiter so…"










