Gute Laune am Nikolaus-Tag: Die Eintracht feiert den ersten Sieg bei einem Auswärtsspiel in Lübbecke überhaupt.

Einbruchssicher abgeschlossen: Pascal Bochmann rückt die Schlüssel nicht heraus

Noch nie hat ein Zweitliga-Team der Eintracht ein Auswärtsspiel beim TuS N-Lübbecke gewonnen. Bis zum Nikolaus-Samstag des Jahres 2025. Mit 28:21 (13:11) setzen sich die Grün-Gelben in der Merkur-Arena durch und überzeugen dabei vor allem durch eine starke Defensivleistung, vor allem aber einen einmal mehr überragenden Torhüter Pascal Bochmann, der mit 20 Paraden (= 49 Prozent Fangquote) nachhaltig unter Beweis stellt, warum er aktuell bester Torhüter der Liga ist.


Startaufstellung Eintracht: Pascal Bochmann (TW) - Hakon Styrmisson (LA), Pouya Norouzi (RL), Niclas Pieczkowski (RM), Jan von Boenigk (RR), Pierre Busch (RA), Philip Jungemann (KS)


Unverändert im Vergleich zur Vorwoche die Personallage bei der Eintracht: Das Kreisläufer-Duo Tilman Pröhl/Tim Düren stand ebenso weiterhin nicht zur Verfügung wie Max Öhler. Niklas Pfalzer, Alex Knak und Moritz Bökenkamp aus der U23 rückten auf.

Nicht ganz unerwartet wurde die Partie zum Duell zweier unterschiedlicher Abwehrsysteme. Lübbecke im kompakten 6:0-Verbund, Hagen hingegen deutlich offensiver zunächst mit Niclas Pieczkowski auf der vorgezogenen Position. Der Eintracht gelang es dabei in der Startphase nicht, den TuS-Rückraum effizient zu verteidigen. Gut im Spiel früh beide Torhüter. Sowohl Pascal Bochmann (Eintracht) als auch Fredrik Genz (TuS) parierten mehrfach stark. Bochmann hatte zur Pause eine 39-Prozent-Quote zu Buche stehen, Genz auch noch 31 Prozent.

So blieb die Startviertelstunde in der Merkur-Arena eine gänzlich ausgeglichene, Pierre Buschs Treffer zum 8:6 (16.) war die erste 2-Tore-Führung eines Teams an diesem Abend überhaupt, die freilich nicht lange hielt. Dieses Kopf-an-Kopf-Rennen ging bis zum Pausenpfiff der wohltuend unaufgeregten und sehr klaren Berliner Unparteiischen Julian Fedtke/Niels Wienrich weiter. Allerdings musste sich die Eintracht in dieser Phase den Vorwurf gefallen lassen, aus ihrer doppelten Überzahl kurz vor der Pause zu wenig gemacht zu haben. Statt des 13:11 nach 30 Minuten hätten es nach dem Geschmack des lautstarken „Auswärts dabei“-Anhangs von der Volme auch ein, zwei Treffer mehr sein dürfen.

Parallele zu Halbzeit eins: Wieder war es Pierre Busch, der zuerst traf. Es war die erste 3-Tore-Führung überhaupt (14:11), Hakon Styrmisson legte kurz darauf sogar per Gegenstoß das 15:11 nach. Ein gelungener Start der Eintracht, die vor allem deshalb nun Oberwasser hatte, weil Lübbecke sich extrem schwertat, Lösungen zu finden gegen die grün-gelbe Abwehr. Nach Jan von Boenigks 16:11 zog TuS-Coach Davor Dominikovic ganz früh sein zweites Teamtimeout, nach sechs Minuten gelang dann auch den Gastgebern der erste Treffer von Abschnitt zwei.

Nettelstedts eingewechselter Torhüter Leon Grabenstein verhinderte in dieser Phase die frühe Vorentscheidung zugunsten der Eintracht. Weil Grün-Gelb es aber weiterhin schaffte, dem Lübbecker Angriffsspiel jegliche Breite zu nehmen und Pascal Bochmann weiterhin eine alles überstrahlende Präsenz zeigte, blieben die sich häufenden Nachlässigkeiten in der Offensive zunächst noch folgenlos. Zunächst?

Denn: Die Eintracht machte den Sack nicht zu. Warf in Überzahl wieder einen Ball weg, sodass der TuS beim 18:20 drauf und dran war, sich zurückzukämpfen ins Spiel. Aber: Nettelstedts Fehlerquote im Angriff blieb ebenfalls hoch, letztlich sogar deutlich höher als die Hagener. Andre Alves' Treffer zum 24:19 aus Eintracht-Sicht (54.) hatte Vorentscheidungscharakter - zumal Pascal Bochmann sich weiter hartnäckig weigerte, die Schlüssel zu seinem einbruchssicher abgeschlossenen Tor herauszurücken. Die Fans fanden es gut, die Teamkollegen auch. Ein unterm Strich gelungener Abend also, mit dem einen oder anderen offensiven Arbeitsauftrag für die bevorstehende Trainingswoche…


TuS: F. Genz (5 Paraden/26 Prozent), Grabenstein (5/2) - J. Genz (1), Santos, Heiny (4), Furu (5), Schulze (2), Lundahl (1), Dräger (1), Blaauw (2), Wesseling (1), Pabst (2), Blazicko, Wieling (2)
Eintracht: Bochmann (20/49), Wipf (n.e.) - Norouzi (1), Alves (5), Pieczkowski (1), Voss-Fels, Pfalzer, Jungemann (3), Styrmisson (6/2), Kutz (3), Jukic, Richter, Busch (6), Knak, von Boenigk (3), Bökenkamp
Schiedsrichter: Julian Fedtke/Niels Wienrich (Berlin)
Zeitstrafen: TuS 4, Eintracht 1
Siebenmeter: TuS 0/2 (verworfen: Schulze, Blazicko), Eintracht 2/2
Zuschauer: 1.215


Pascal Bochmann (Torhüter VfL Eintracht Hagen): „Ich bin sehr zufrieden, die Abwehr war überragend. Die Würfe, die kommen sollten, sind gekommen. Ich glaube, Lübbecke hatte es schon schwer gegen uns heute. Klar habe ich einen Lauf im Moment, aber ohne meine Jungs geht da gar nichts. Das Zusammenspiel mit der Abwehr passt einfach. Am Ende sind es natürlich auch die Fehler auf Lübbecker Seite, die entscheidend sind, außerdem sind wir gerade in der zweiten Halbzeit noch um einiges kompakter.“