Der Linksaußen der Eintracht und seine Frau hatten bereits vor einiger Zeit entschieden, ihren Lebensmittelpunkt zurück nach Island zu verlegen. Anfang kommenden Jahres erwartet das Paar Nachwuchs, der im Kreis der Familie in Styrmissons Heimat aufwachsen soll.
„Als Verein, als Arbeitgeber kann man da nicht ‘nein’ sagen“, berichtete Joachim Muscheid, Geschäftsführer der Handball-Management GmbH, den vollen Tribünen von den Gesprächen im Herbst des Jahres, die letztlich mit einer einvernehmlichen Vertragsauflösung endeten, obwohl der Eintracht jede Menge Qualität durch den vorzeitigen Abschied - ursprünglich war der Kontrakt Styrmissons noch bis Sommer 2027 gültig gewesen - verloren geht.
„Wir verlieren einen tollen Sportler, der sich nach seinem Kreuzbandriss in bemerkenswerter Art und Weise wieder herangekämpft hat und noch stärker zurückgekommen ist“, erinnerte Muscheid daran, dass es für den Mann mit der Rückennummer 28 auch schwierige Zeiten gegeben hatte in Hagen. „Du bist ein Mensch mit Charakter“, befand Muscheid.
Vom Verein gab's ein gerahmtes Orginal-Trikot, die „Auswärts dabei“-Gruppe, für die Holger Drewicke stellvertretend eindrückliche Worte fand, überreichte unter anderem selbstgemachtes Equipment für den in Kürze erwarteten Nachwuchs - natürlich in den Vereinsfarben grün und gelb. „Du wirst unvergessen bleiben“, spielte Drewicke nicht nur auf jenes eben unvergessene 17-Tore-Spiel im März vergangenen Jahres gegen den VfL Lübeck-Schwartau an. Einen Platz in vielen Herzen habe sich der Isländer durch seine Leistung auf dem Spielfeld, aber auch daneben erspielt. Drewicke: „Wir vermissen Dich schon jetzt…“
Und dann war es am Protagonisten selbst, die letzten Worte zu sprechen. „Vielen, vielen Dank an alle. Ich hatte so viel Glück, hier in Hagen sein zu dürfen und habe so viel Unterstützung erfahren. Danke!“ Beifall gab's von den Fans, die fast alle geblieben waren und auch von einer Fraktion des VfL Gummersbach, Styrmissons ehemaligem Club. Ellidi Vidarsson, Miro Schluroff und Ole Pregler hatten es sich nicht nehmen lassen, in der Ischelandhalle vorbeizuschauen.
Und dann ging das Licht wieder an. Nicht ohne, dass Hallensprecher Thorsten Barteldrees ein allerletztes, dreifaches „…mit der Nummer 28 - Hakooooon…“ ins Mikro schmetterte und die Tribünen mit “…Styr-miiii-ssssooooon!“ antworteten. Abschied von einem großen Spieler. Aber auch ein Abschied mit vielen feuchten Augen.










