Die Abwehrarbeit inklusive Torhüterleistung stimmte bei der Eintracht am Freitagabend bereits, in anderen Bereichen gab's hingegen noch viel Luft nach oben.

Eine gute Eintracht-Abwehr, aber auch einige Arbeitsaufträge

Die Lust auf Handball ist wieder da. Knapp 200 Zuschauer sahen am Freitagabend in der schwül-glitschigen Sporthalle Mittelstadt das erste offizielle Testspiel des VfL Eintracht Hagen gegen den Drittligisten TSG A-H Bielefeld. Am Ende gewannen die klassenhöheren Hausherren deutlich mit 30:19 (14:10) und zeigten in Teilbereichen durchaus Erfreuliches, nahmen aber auch - das ist zum aktuellen Zeitpunkt völlig normal - einige Arbeitsaufträge mit in die neue Trainingswoche.

Positiv: Der Eintracht-Kader ist derzeit komplett. Keine Verletzungen. Keine Handicaps. Auch ein Vorteil der Gastgeber gegenüber der von Ex-Hagen-Coach Niels Pfannenschmidt betreuten Bielefelder, die gleich mehrere Ausfälle zu verzeichnen hatten. Unter anderem war auch der ehemalige Eintrachtler Arvid Dragunski nicht mit von der Partie.

„Geburtstagskind“ Tim Düren eröffnete vom Kreis den Abend mit dem ersten Treffer, fortan entwickelte sich aber zunächst ein eher zähes Geschehen. Beide Mannschaften verteidigten kompakt und wussten zwei gute Torhüter (Maurice Paske bei der Eintracht und Mustafa Wendland beim Gast und in Halbzeit zwei auch Pascal Bochmann bzw. Leon Goldbecker) hinter ihren Defensivreihen. Vorne hingegen blieb vieles Stückwerk, klemmte es noch bei vielen Abstimmungsfragen, der Wurfauswahl und der Konsequenz im Abschluss.

Für Eintracht-Trainer Pavel Prokopec keine Überraschung. „Unser Schwerpunkt lag bisher ganz klar in der Abwehr“, so Prokopec, „die intensiven Angriffseinheiten kommen erst noch.“ Und so war es in der Tat die Defensive, die mit fortlaufender Spieldauer den größten Unterschied machte. Früh stellte Niels Pfannenschmidt auf den siebten Feldspieler um, doch mit der permanenten numerischen Unterzahl kamen die Grün-Gelben sehr gut zurecht, trafen ein ums andere Mal nach Ballgewinnen ins leere Bielefelder Tor.

14:10 hieß es nach 30 ruckeligen Minuten zur Pause für die Eintracht, die unmittelbar nach Wiederanpfiff die Weichen alsbald in Richtung eines deutlichen Sieges stellten. Glatte zehn Minuten blieben die Gastgeber nun ohne Gegentreffer und zogen auf 19:10 (40.) davon. Damit war das Fell des Bären früh verteilt. So mancher Kempa, weiter gute Abwehrarbeit und schöne Paraden waren die positiven Aspekte auf Hagener Seite, sodass häufige Stockfehler komplett folgenlos blieben.

„Abwehr gut bis sehr gut, Quote der technischen Fehler deutlich zu hoch“, bilanzierte Pavel Prokopec angesichts der in Summe 16 Ballverluste. Ein Testspiel eben…

In der kommenden Woche gibt es gleich zwei weitere Formüberprüfungen unter Wettkampfbedingungen für die Eintracht. Am Mittwoch (18 Uhr/Sporthalle Mittelstadt) gegen den TV Emsdetten und zwei Tage später in Lüdenscheid (18 Uhr/Sporthalle Bergstadt-Gymnasium) gegen den ASV Hamm-Westfalen. Beide Eintracht-Gegner gelten in der 3. Liga Nord-West als die wohl „heißesten“ Kandidaten auf den Einzug in die Aufstiegsrunde und mithin auf den Zweitliga-Aufstieg.


Eintracht: Paske (1.-30.), Bochmann (1/31.-60.) - Styrmisson (3), Jukic (3), Norouzi (5), Pieczkowski, Öhler (3), Kutz (4), Voss-Fels (1), Richter (1), von Boenigk (2), Alves, Busch (3/1), Düren (2), Pröhl, Jungemann (2)