Im Mittelpunkt die Abwehrarbeit: Die Eintracht verteidigte beim 29:20-Sieg sehr engagiert, vorne blieb - speziell in Halbzeit eins - zu viel liegen.

Erfolgreicher Eintracht-Kampf gegen die Müdigkeit

Es war der erfolgreiche Kampf gegen den inneren Schweinehund, gegen die bleiernen Beine. Mit 29:20 (12:10) gewann die Eintracht am Freitagabend in Lüdenscheid gegen den letztjährigen Liga-Konkurrenten ASV Hamm-Westfalen - in einem Test, der weitere wertvolle Erkenntnisse brachte.

Das Wichtigste vorweg: Nach drei Athletikeinheiten, drei Halleneinheiten und zwei Spielen in dieser Woche ist der Eintracht-Kader weiter komplett. Keine Verletzungen, allenfalls kleine Blessuren. „Darüber bin ich glücklich“, sagte Eintracht-Trainer Pavel Prokopec im Nachgang der Partie vor 250 Zuschauern in der „Dunkelkammer“ des Lüdenscheider Bergstadt-Gymnasiums. Dutzende defekter Leuchten sorgten dafür, dass vor allem vor den Toren indiskutable Lichtverhältnisse herrschten.

Das freilich war keine Entschuldigung dafür, dass es vor allem offensiv über weite Strecken der ersten Halbzeit ruckelig lief bei der Eintracht. Die Grün-Gelben waren schnell mit 4:1 in Führung gegangen, spielten ihre Überzahl sauber aus und verteidigten vor allem ebenso engagiert wie flexibel. Immer wieder stellte die Eintracht den ASV mit wechselnden Systemen vor Herausforderungen, und wenn die Mannschaft von Jörn-Uwe Lommel zum Zug kam, dann meist über den Kreis. Der Hagener Innenblock um Tim Düren zeigte sich indes gegen Würfe aus der Distanz immer wieder blockstark und auch Maurice Paske im Tor hielt - wie später Pascal Bochmann - stark.

Das galt allerdings auch für Marcos Colodeti im Hammer Tor. Der Brasilianer nahm den Eintracht-Angreifern ein halbes Dutzend bester Gelegenheiten weg, zudem übertrieben es die Hagener erstmals in der laufenden Vorbereitung mit ihren Kempa-Versuchen. Zehn technische Fehler standen so bereits in den ersten 30 Minuten zu Buche.

„Ich weiß das einzuordnen“, stellte sich Pavel Prokopec mit Hinweis auf die jüngsten Belastungen vor sein Team. Zumal die Eintracht mit Beginn von Halbzeit zwei das Gaspedal mit maximaler Konsequenz durchdrückte. Grundlage für die rasend schnelle Vorentscheidung binnen zehn Minuten war die Abwehr. Antizipativ überragend und mit viel Gefühl für den Raum agierten nun alle Hagener, das war noch einmal ein Riesensprung im Vergleich zur gewiss nicht schlechten Defensivleistung von Halbzeit eins. Folge: Ein Gegenstoß nach dem nächsten rollte in Richtung ASV-Tor. Bis zur 40. Minute wurde aus dem 12:10-Pausenvorsprung so ein sattes 23:14.

„Wach, aktiv, super-intelligent - das war überragend“, lobte Pavel Prokopec im Anschluss zu Recht. Die verbleibenden knapp 20 Minuten spulte das Eintracht-Kollektiv souverän ab, ehe es in der „dritten Halbzeit“ daran ging, die Autogrammwünsche der vielen kleinen Fans zu erfüllen. „Danke an die HSG Lüdenscheid für die Gastfreundschaft, danke an unsere Fans, dass sie uns begleitet haben“, vergaß der Coach Zuschauer und Gastgeber nicht.

Fürs Team steht jetzt zunächst Regeneration auf dem Programm. Am Sonntag geht's aufs Hagener Springefest, von 12 bis 13 Uhr gehört die Bühne ganz der Eintracht. Anlässlich der großen Teamvorstellung haben die Grün-Gelben ein Instagram-Gewinnspiel aufgelegt. Wer in einer Galerie Selfies mit den meisten Eintracht-Spielern (zu erkennen an den schwarzen Macron-T-Shirts) postet, dem Eintracht-Instagram-Account folgt und in der Galerie (maximal 10 Bilder) @vfleintrachthagen markiert, hat die Chance, zwei VIP-Tickets zu gewinnen.

Und dann steht auch schon das erste Pflichtspiel auf dem Programm. Bereits am Donnerstag führt die Reise nach Rostock, wo am Freitag (19 Uhr, Fiete-Reder-Sporthalle) das DHB-Pokal-Erstrundenspiel beim HC Empor Rostock wartet.

Hinweis für Eintracht-Fans: DYN überträgt live, außerdem bietet das bayerische Wirtshaus „Humpert am Höing” ein Public Viewing an.


VfL Eintracht Hagen: Paske (1.-30.), Bochmann (31.-60.) – Styrmisson (6/1), Jukic (1), Norouzi (1), Pieczkowski (3), Öhler, Kutz (3), Voss-Fels (3/3), Richter (1), von Boenigk (5), Alves, Busch (4), Düren, Pröhl (1), Jungemann (1)
ASV Hamm-Westfalen: Colodeti (1.-30.), Budalic (31.-60.) – Mühlhauser, Huesmann (1/1), Neumann (2), Böttcher (1), Gautzsch (4), Krawczyk (3), Bornemann (1), Horvat (1), Kühn, Jacobs, Coßmann (3), Brosch (4)