Hatte einige gute Szenen gegen die Lemgoer Abwehr: Eintracht-Youngster Luca Richter.

Harter Schwenk vom DHB-Pokal zum "Westderby"

Nach dem DHB-Pokal-Aus ist vor dem "Westderby": Zum zweiten Heimspiel innerhalb von vier Tagen empfängt der VfL Eintracht Hagen am Sonntag den TuSEM Essen. Anwurf in der Ischelandhalle ist um 18 Uhr. Spieltagssponsor ist die "Westfalenpost" aus der Funke-Mediengruppe. Das WP-Team bietet im Rahmen des Familientages Kindertattoos im Hallenfoyer an, außerdem ist das Maskottchen der Kinderzeitung "Checky" vor Ort.

Die glatte Niederlage gegen den TBV Lemgo Lippe am Mittwochabend hatte Eintracht-Trainer Pavel Prokopec trotz der engen Taktung der Spiele nicht sofort abgehakt. „Ich habe den Jungs Szenen zusammengeschnitten, aus denen wir lernen können, die wir nutzen wollen, um Dinge besser zu machen“. Szenen mit dem Fokus darauf, wie der TBV bestimmte Situationen löst. Dass darüber hinaus auch die eigenen Fehler angesprochen wurden in der Aufarbeitung - eine Selbstverständlichkeit. „Unsere Zahl der technischen Fehler gerade in der ersten Halbzeit ist zu hoch“, sagt Pavel Prokopec, „außerdem sind wir in meinen Augen nicht aggressiv genug.“ Keine (!) einzige Zeitstrafe kassierte die Eintracht in den 60 Pokalminuten. Einerseits womöglich der etwas längeren, aber jederzeit planbaren Linie der guten Unparteiischen vom Dorff/vom Dorff (Kaarst) geschuldet, aber eben auch einer oftmals eben doch leicht gehemmt wirkenden Herangehensweise.

Aber es war natürlich nicht alles kritikwürdig am Mittwoch. „Gerade für die jungen Spieler habe ich mich gefreut“, lobte Prokopec seinen Debütanten Alexander Knak im linken Rückraum, aber auch Kreisläufer Niklas Pfalzer und Linkshänder Luca Richter, bei dem es zuletzt ein wenig geknirscht hatte. Die Spielminuten, die Prokopec an seinen kompletten Kader verteilte, dürften mit dazu beitragen haben, dass kein übermäßiger Kräfteverschleiß entstanden ist. „Trotzdem hätte ich mir vor allem für unsere Fans gewünscht, dass wir es hätten knapper gestalten können“, bilanzierte der Eintracht-Trainer, „aber bei allen Fehlern, die wir selbst machen, muss man natürlich auch anerkennen, wie gut der Gegner war…“

Fehler angesprochen. Fokus neu ausgerichtet. Im Liga-Alltag wartet nun eine gänzlich andere Aufgabe auf die Eintracht. Tabellarisch gesehen scheint das Derby gegen den TuSEM aus Essen eigentlich eine klare Sache zu sein. Hier die Eintracht mit 7:3 Punkten aus einem knackigen Auftaktprogramm, dort der Gast mit 3:7 Zählern, allerdings immer noch positiver Tordifferenz. Die rührt her aus einem 36:20-Kantererfolg über Aufsteiger HC Oppenweiler/Backnang - der bislang einzige Essener Sieg (bei einem Remis gegen die HSG Krefeld Niederrhein).

Doch Vorsicht! - „Genau diese Sichtweise ist richtig gefährlich“, warnt Pavel Prokopec, „die Liga ist so eng, da kann immer alles passieren, wenn man nur ein bisschen nachlässig ist.“ Genau soll den Grün-Gelben nicht passieren, vor allem aber will die Eintracht nach zuletzt einem Remis und der jüngsten Niederlage im Pokal am Sonntag wieder ein Heimspiel gewinnen, um sich weiter in der Spitzengruppe einzunisten.

Was dafür getan werden muss, davon hat der Coach sehr klare Vorstellungen. Prokopec hat sein Team auf eine physisch starke Abwehr vorbereitet, die versucht, aus dieser Kompaktheit ins Tempo zu kommen. Vorne setzt Felix Göttler im linken TuSEM-Rückraum immer wieder Akzente und versuchen die jungen Essener Angreifer in die Isolation zu gelangen. Kurzum: Es wird ein arbeitsreicher Sonntag für die Eintracht. Ein Derby-Sonntag eben.

Keine Veränderungen gibt es in Sachen Personal: Der Einsatz von Tim Düren und Pierre Busch ist nach den Verletzungen aus dem Hüttenberg-Spiel stark fraglich. Weil die U23 aber schon am Samstag spielt, kann problemlos aus dem Drittliga-Team nachgefasst werden.


Für das „Westderby“ öffnet die Eintracht - wie auch gegen den TBV Lemgo - die Hintertortribünen, auf denen es ab Reihe 3 aufgrund von Sichtbehinderungen starke Ermäßigungen gibt. Tickets in allen Kategorien sind noch verfügbar. Nutzt am besten den Online-Vorverkauf. Wer es nicht in die Halle schafft, DYN überträgt natürlich live. Eintracht-Kommentator Dirk Müller meldet sich ab 17.45 Uhr aus der Ischelandhalle. Hier geht es direkt zum Stream.