Startaufstellung Eintracht: Pascal Bochmann (TW) - Josip Jukic (LA), Linus Kutz (RL), Pouya Norouzi (RM), Jan von Boenigk (RR), André Alves (RA), Philip Jungemann (KS)
Gute Nachrichten für die Eintracht-Fans unter den 1.502 Zuschauern in der Ischelandhalle: Tim Düren und Pierre Busch hatten sich nach ihren im Hüttenberg-Spiel erlittenen Kopfverletzungen und der daraus resultierenden Pause im DHB-Pokal rechtzeitig wieder gesund gemeldet und kehrten in den Kader zurück. Außerdem erstmals dabei in einem Meisterschaftsspiel: Alexander Knak aus der U23, der den Platz von Kim Voss-Fels einnahm. Eintracht-Cheftrainer Pavel Prokopec belohnte damit die Trainings- und Wettkampf-Leistungen des jungen Rückraumspielers in den vergangenen Wochen.
Die wichtigste Szene der ersten Halbzeit, sie fand diesmal erst kurz vor der Pause einer intensiven Begegnung statt. Nach komplett ausgeglichener erster Hälfte, in der beide Mannschaften mächtig aufs Tempo drückten und mal die Eintracht, aber auch der Gast in Führung lagen, kassierte der TuSEM zwei Zeitstrafen in kurzer Folge. Erst erwischte es beim Stand von 14:14 (26.) Valentin Willner, dann hatte Maximilian Hejny eine gute Portion Glück, dass sein kerniger Wirkungstreffer ins Gesicht von Linus Kutz von den Referees nur mit einer zweiminütigen und nicht ganztägigen Pause belegt wurde.
Folge der doppelten Eintracht-Überzahl: offene Manndeckung übers ganze Feld mit zwei Absicherungen dahinter. Der Gast verlor ob dieser Variante komplett die Übersicht, die Eintracht indes legte binnen nicht einmal zwei Minuten einen 4:0-Lauf (Linus Kutz, Niclas Pieczkowski, Hakon Styrmisson/2) hin. Von jetzt auf gleich hatte sich Hagen auf 18:14 abgesetzt, das war mit Blick auf die gesamte erste Halbzeit etwas zu deutlich.
Aber es zündete die Halle noch einmal zusätzlich an und es schaffte ein besonderes Momentum für die Pausenansprache und die Zeit danach. Davon profitierten die Gastgeber über weite Strecken der zweiten Hälfte. 19:15, 22:16, 23:17, 26:19 - die Eintracht schien, ganz gleich, in welcher Formation, einem vergleichsweise ungefährdeten Derbysieg entgegenzusteuern.
Doch dieser Eindruck täuschte. TuSEM-Coach Daniel Haase zog früh - nämlich in der 41. Minute - sein drittes Team-Timeout, stellte um auf ein 5:1-Abwehrsystem sowie den siebten Feldspieler, und plötzlich begann die Eintracht, erst nachlässig zu werden und dann zu schwimmen. Bis auf 32:30 (Felix Eißing/52.) kämpfte sich der Gast wieder heran. Allerspätestens jetzt hatte das Derby zu 100 Prozent das, was ein Nachbarschaftsduell so reizvoll macht.
Spät, aber nicht zu spät fand die Eintracht (ebenfalls nach einer Auszeit) wieder zurück ins Geschehen und vergrößerte ihren Abstand wieder auf ein Maß, das den Pulsschlag der grün-gelben Fans zumindest in den semi-optimalen Bereich senkte. Und allerspätestens nach Pouya Norouzis Treffer zum 38:35 80 Sekunden vor dem Abpfiff war klar, dass der Eintracht-Chor auf der Tribüne schon einmal die Stimmen würde ölen können für die „Derbysieger, Derbysieger”-Gesänge…
Weiter geht es für die Hagener am kommenden Samstag. Dann führt die Fahrt zu Aufsteiger HC Oppenweiler/Backnang in den Rems-Murr-Kreis nordöstlich von Stuttgart. Anwurf in der Murrtal-Arena ist um 18 Uhr.
Eintracht: Paske (0 Paraden/0 Prozent), Bochmann (10/26) - Düren (1), Öhler, Norouzi (6), Pröhl (3), Alves (1), Jungemann (3), Styrmisson (8/2), Jukic (2), Richter (1), Busch (2), Knak, von Boenigk (8), Kutz (2), Pieczkowski (2)
TuSEM: Wipf (4/20), Plaue (4/16) - Mart (5), Göttler (7), Willner (3), Wolfram (1), Reimer (4), Eißing (7), Wolf, Clarius, Neuhaus (1), Kostuj (1), Hejny (1), Mast (3), Werschkull (3), Schoss
Schiedsrichter: Konrad Gimmler/Jannik Rips (Magdeburg/Stendal)
Zeitstrafen: Eintracht 2, TuSEM 6 plus Rote Karte gegen Clarius (34.) wegen groben Foulspiels
Siebenmeter: Eintracht 2/2, TuSEM 4/5 (verworfen: Mart)
Zuschauer: 1.502
Hakon Styrmisson (achtfacher Torschütze VfL Eintracht Hagen): „TuSEM hat die ganze Zeit hart gekämpft. Nach 50 Minuten haben wir dann wieder etwas mehr Struktur in die Abwehr bekommen - und am Ende einfach mehr Tore gemacht als Essen. Meine letzten drei, vier Spiele waren nicht so gut, heute war es endlich wieder besser. Die plus sieben dürfen wir nicht mehr verlieren, aber wir machen das am Ende gut. Unsere Abwehr - das ist kontrolliertes Chaos. Das macht die Intensität sehr hoch. Ich bin zufrieden damit.“
Was die Trainer zum Spiel sagen? - Hier geht es zur Pressekonferenz, die ihr wie immer auf unserem Youtube-Kanal findet.










