„Ja, Nordhorn gehört in die Spitzengruppe der Liga“, sagt Eintracht-Trainer Pavel Prokopec und schiebt direkt nach, was sich in diesem Jahr als besondere Schwierigkeit für ambitionierte Teams erweisen könnte. „Ich sehe sieben, acht, vielleicht sogar zehn Mannschaften, die alle das Zeug haben, in diesem Bereich zu landen.“
Umso wichtiger, dass die Eintracht den gewiss nicht einfachen Start in Oberfranken am Montag mit zwei Punkten veredelt hat. „Natürlich ist die Stimmung gut“, erzählt der Coach keine Sensationen, „aber es war auch noch nicht alles Gold, was geglänzt hat.“ Soll heißen: Sowohl die Zahl der technischen Fehler, als auch die Effizienz im Abschluss waren dem tschechischen Ex-Nationalspieler auf der Eintracht-Bank ein Dorn im Auge, wenngleich Prokopec mit Blick auf die in der Tat verbesserungswürdige Wurfquote mildernde Umstände gelten lässt. Schließlich zählt Coburgs Petros Boukovinas zu den besten seines Faches in der Liga. Am Sonntag wird die Eintracht eine ganz ähnliche Konstellation erleben. Denn: Nordhorns Kristian van der Merwe gehört wie Boukovinas zur Kategorie „oberstes Regal“…
Aber noch einmal kurz zurück zur Coburg-Nachbereitung. „Wir hatten auch Schwächephasen, haben die aber im Kollektiv überwunden - das hat mir besonders gefallen“, lobte Prokopec die gesamte Abwehr inklusive des gut aufgelegten Pascal Bochmann im Tor. Dass die Eintracht im eigenen Rückzug und anschließenden, sehr hohen Pressen zweimal vom siebten Feldspieler des HSC überrascht schien, war kein Problem für den Coach. „Wir haben schon darauf gewartet, dass es jemand so probiert und haben dafür natürlich einen Plan. In den ersten beiden Situationen hat nur die Kommunikation nicht vernünftig funktioniert, weil es sehr laut war in der Halle.“
Rückzug ist ein gutes Stichwort: Auf den wird es auch am Sonntag ankommen. Die HSG Nordhorn-Lingen verfügt über eine, so formuliert es Pavel Prokopec, „sehr variabel besetzte Mannschaft, die überdurchschnittlich gut ins Tempo geht. Wie wir unseren Rückzug organisiert bekommen, wird ein entscheidender Faktor sein.“ Das auch vor dem Hintergrund, dass es gegen die defensiv kompakten Grafschafter natürlich Ballverluste respektive Fehlwürfe geben wird. Dass die HSG auf ihren verletzten Abwehrchef Luka Sokolic - der 35-Jährige hatte sich im Pokalspiel gegen Eintracht Hildesheim am Knie verletzt, wurde inzwischen erfolgreich operiert und hat seine Reha begonnen - verzichten muss, ist sicherlich ein Nachteil für den Gast, der seinen Saisonauftakt mit 31:29 gegen den TV Großwallstadt gewann. „Aber sie sind extrem ausgeglichen besetzt und werden das wegstecken“, so Prokopec.
Die Bilanz gegen die HSG ist aus Hagener Sicht übrigens tief negativ. Auch in der vergangenen Saison gab es bei 1:3-Punkten aus dem direkten Vergleich keinen Eintracht-Sieg. Das zu ändern, ist erklärtes Ziel für das erste Heimspiel der Saison. „Für uns, vor allem aber für unsere Fans“, so der Chefcoach mit Blick auf die erwartete gut gefüllte Ischelandhalle. Die Partie ist eine von drei Hinrundenspielen, bei denen die Hintertortribünen geöffnet werden. Bis zum Ende der Woche waren deutlich mehr als 1.100 Tickets verkauft, es gibt aber noch Eintrittskarten für nahezu alle Kategorien - sowohl im Online-Vorverkauf als auch an der Abendkasse.
Hinweis für Gäste-Fans: Gäste-Block ist auf der Haupttribüne der Block A und der im 90-Grad-Winkel daran angrenzende Block E2 hinter dem Tor. Ab Reihe 3 sind die Sitzplätze hinter den Toren aufgrund von Sichtbehinderungen stark preisreduziert (10 Euro statt 20 Euro).
Das Personal-Update aus Hagener Sicht fällt kurz, knapp und vor allem erfreulich aus. Es gibt keine verletzten oder kranken Spieler, sodass exakt derselbe Kader wie am Montag in Coburg auflaufen wird.
Wer es am Sonntag nicht in die Halle schafft: DYN überträgt die Partie natürlich live. Ab ca. 16.45 Uhr wird sich Dirk Müller aus der Ischelandhalle melden. Anwurf ist dann um 17 Uhr. Hier geht es direkt zur Sonderaktion von DYN.










