Wie ernst die Eintracht das Spiel nimmt, demonstriert auch der Umstand, dass die weitestmögliche Fahrt in der Nord-Gruppe des DHB-Pokals bereits am heutigen Donnerstag angetreten wurde. Nach einer morgendlichen Trainingseinheit inklusive Videoanalyse startete der Mannschaftsbus am Mittag in Richtung Ostsee. An Bord: der komplette Kader, der in den vergangenen Wochen so hart gearbeitet hat. "Keine Verletzten", vermeldet Eintracht-Trainer Pavel Prokopec vor der Abfahrt in die Hansestadt.
Dort wird die Eintracht qua Liga-Zugehörigkeit als Favorit gelten. Aktuell spielt Empor - unter dem Namen SC Empor Rostock einer der erfolgreichsten Clubs der ehemaligen DDR - in der 3. Liga Nord-Ost, scheiterte in der Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga im Frühjahr am HC Oppenweiler/Backnang. Ohne Übertreibung darf man die Hanseaten aber als "Spezialisten" für den DHB-Pokal bezeichnen. Der Drittligist warf in Runde eins des Wettbewerbes 2024/25 den Erstligisten 1. VfL Potsdam aus dem Rennen, in Runde zwei musste mit Zweitligist HSG Nordhorn-Lingen ein weiterer klassenhöherer Empor-Gegner dran glauben. Erst im Achtelfinale war gegen den späteren Final-Four-Teilnehmer HBW Balingen-Weilstetten Endstation.
Kurzum: Die Eintracht ist gewarnt und stellt sich in der kleinen Fiete-Reder-Sporthalle auf echte Pokal-Atmosphäre ein. Die Favoritenrolle will Pavel Prokopec indes nicht beiseite schieben. "Wir müssen in allererster Linie auf uns selbst schauen und unser Spiel durchbringen", sagt der Eintracht-Cheftrainer, der sich nach den bislang absolvierten Trainingswochen nicht auf eine "erste Sieben" festlegen will. "Ich halte wenig davon", sagt der tschechische Ex-Nationalspieler, "wir haben einen sehr ausgeglichenen Kader, in dem jeder für jeden spielt. Deshalb hat jeder Spieler die Möglichkeit, sich mit einer guten Trainingswoche in die Startaufstellung zu spielen." Die Begrifflichkeit vom Eintracht-Kollektiv erhält durch diese Herangehensweise noch einmal eine neue Qualität…
Das prominenteste Gesicht bei den Gastgebern sitzt am Freitag auf der Bank. Michael Jacobsen heißt der neue Empor-Cheftrainer. Der Däne, zuletzt als Co-Trainer bei den Rhein-Neckar Löwen tätig, löste im Sommer seinen Landsmann Nicolaj Andersson ab, der nach dem verpassten Zweitliga-Aufstieg gehen musste. Jacobsen ist in Personalunion auch neuer Jugendkoordinator in Rostock und soll mit seiner Doppelfunktion dazu beitragen, junge Talente zu entwickeln und an den Männer-Leistungsbereich heranzuführen.
Aber zurück zur Eintracht: Am Freitag steht eine Aktivierungseinheit mit Athletik-Trainer Alessio Lesch auf dem Programm, ehe es am späten Nachmittag dann in die Fiete-Reder-Sporthalle geht - vor Augen mit einem klaren Ziel: Die Eintracht will im Lostopf sein, wenn in der 2. Runde des DHB-Pokals auch das Gros der Erstligisten in den Wettbewerb eingreift.
Das Spiel wird am Freitag vom Streamingdienst DYN kostenlos auf dem YouTube-Kanal von DYN übertragen. Sendebeginn ist um 18.45 Uhr. Hier geht es direkt zur Übertragung.










