Hintergrund des Transfers ist eine extrem angespannte Personallage beim BHC: Neben Eloy Morante Maldonado (Riss des Syndesmosebandes) hat es vor allem die Linkshänder-Fraktion des letztjährigen Liga-Konkurrenten der Eintracht knüppeldick erwischt. Nach dem kurzfristigen Verlust von Djibril M'Bengue zu Saisonbeginn ist für Yannick Fraatz die Saison nach einem Kreuzbandriss bereits beendet, und auch Elias Scholtes fällt im rechten Rückraum mit einer Sprunggelenksverletzung noch länger aus. Johannes Wasielewski ist auf der halbrechten Position momentan “Einzelkämpfer”. Dringender Handlungsbedarf ist entsprechend gegeben.
„Der BHC hat Kim angefragt, wir sind daraufhin kurzfristig in die Beratung mit unseren Gremien gegangen und haben letztlich beschlossen, dass wir ihm diese Chance nicht verbauen wollen“, skizziert Fynn Holpert, zusammen mit Joachim Muscheid Geschäftsführer der Handball-Management GmbH, die erhebliche Dynamik der vergangenen Wochen.
Die Entscheidung der Eintracht-Geschäftsführung, die Freigabe letztlich zu erteilen, ist auch vor dem Hintergrund der langjährigen, vertrauensvollen Zusammenarbeit mit Kim Voss-Fels zu sehen. Mit einer Unterbrechung lief der 28-Jährige fünfeinhalb Jahre für die Grün-Gelben auf. „Der Abschied fällt mir deshalb alles andere als leicht. Ich bin seinerzeit als junger Spieler zur Eintracht gekommen und durfte Teil einer besonderen Entwicklung sein“, blickt Voss-Fels auf seine Anfänge in der Ischelandhalle zurück. Angefangen in der 3. Liga, mittlerweile etabliert in der 2. HBL: „Diese Zeit hat mich sportlich und menschlich extrem geprägt.“
Dass der Rückraumspieler, der zuletzt beim Heimspiel gegen den HBW Balingen-Weilstetten noch einmal alle Fans von seinen außergewöhnlichen Qualitäten überzeugen konnte, als sehr reflektierter Mensch gilt, beweist auch seine Einschätzung des Wechsels nach einer Halbserie. „Besonders bedanken möchte ich mich bei meiner Mannschaft. Es ist nicht selbstverständlich, ein Team während einer laufenden Saison zu verlassen. Man arbeitet täglich zusammen, kämpft für gemeinsame Ziele und wächst zusammen. Einige Mitspieler sind Teil meines engsten Freundeskreises geworden, umso mehr freue ich mich über das Verständnis für meinen Schritt.”
Voss-Fels dankt darüber hinaus besonders Eintracht-Präsident Detlef Spruth und Gattin Uschi sowie Geschäftsführer Fynn Holpert. „Detlef, Uschi und Fynn haben mich über viele Jahre begleitet und besonders unterstützt.”
Keinen Hehl macht der Neu-BHCer - wer könnte es ihm verdenken - aus dem Reiz, den die 1. Bundesliga und ein weiteres sportliches „Bonbon“ bieten. Denn: Der Bergische HC ist für das Final-Four-Turnier um den DHB-Pokal qualifiziert, trifft am 18. April in der restlos ausverkauften Lanxess-Arena in Köln im zweiten Halbfinale des Tages auf den SC Magdeburg. „1. Bundesliga und Final-Four zu spielen, ist für mich ein absoluter Kindheitstraum“, sagt Voss-Fels, „gerade jetzt diese Möglichkeit zu bekommen, ist für mich überwältigend und einmalig.“
Am 12. Januar beginnt für Kim Voss-Fels die Vorbereitung bei seinem neuen Club, die Eintracht ist damit allerdings nicht vergessen. Ein Kabinenfest in der „Ische“ wird's noch geben, und auch die Eintracht-Fans trägt der gebürtige Bad Homburger weiter im Herzen. „Ein ganz großes Dankeschön gilt unseren Fans. Gerade in dieser Saison war die Unterstützung, vor allem auswärts, enorm und für uns Spieler etwas ganz Besonderes! Ich wünsche dem VfL Eintracht Hagen und seinen Anhängern nur das Beste!“
Im rechten Rückraum der Eintracht stehen nun noch Jan von Boenigk und Luca Richter zur Verfügung. „Wir sondieren den Markt“, sagt Fynn Holpert, „und wollen noch einmal tätig werden. Aber natürlich muss es auch passen …“










